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Erster Band. A - H.
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Character — Charisma.

culosa, vetulas aut cervulos aut jotticos fa-ciat (S. Audoen. Yit. s. Elig. 1. 2, c. 15 beiMigne P. C. Tom. 87, p. 528), so beweistdas die weite Verbreitung der Unsitte, diesich wenigstens bis ins 8. Jahrh. hinein er-hielt, wo sie noch S. Pirmin verpönt undaus welcher, wie G. Phillips (Ueber denUrspr. d. Katzenmusiken, Freiburg 1849)und Simrock (D. M. 2. A. 563 f.) nachge-wiesen haben, das Haberfeldtreiben und dieCharivari sich entwickelten. Begreiflich, dassgegen den Unfug verschiedene Synoden sichaussprachen. Die zweite Synode v. Tours(567) ordnete dagegen (can. 17) Privat-litaneien an; die zu Auxerre im J. 578verbot can. 1, sich in Kühe (oder alte Wei-ber) und Hirsche zu verkleiden; die vierteSynode zu Toledo im J. 633 beschloss can.11 aus demselben Grunde, den 1. Januarals Fasttag zu begehen. Vgl. Hefele C.-G.HI 23, 38, 74, 308, 483. Ebenso wurdenin den Bussbüchern Massregeln vorgeschrie-ben, wie im Sacramentar. Gallican . (beiMabillon Mus. Ital. I 394) can. 31: si quiscalendas Ianuarias in cervolo vel vitola va-dit tres annos poeniteat. Aehnlich HaUtgar,Cumean, Burchard. Vgl. Wasser schiebenAbendland. Bussordn. 368, 382, 395, 410,414, 481, 643. lütolf.

CHARACTER, s. stppcqtc und Taufe.

CHARACTER UVDELEBILIS, s. Sacra-mente, Taufe, Ordo.

CHARACTERES MAGICI, s. Buchstaben 1.

CHARISMA . Der hl. Apostel Paulus zähltI Kor. 12, 8—11 verschiedene Gaben auf,welche ein und derselbe Geist wirket, einemJeglichen zutheilend so, wie er will. DieseWirkungen des hl. Geistes als ausserordent-liche Gnadongaben werden mit dem Worteyotpiapara bezeichnet. Indem wir eine aus-führlichere und eingehendere Untersuchungüber dieselben den Exegeten überlassenmüssen, können wir in diesem Artikel nurkurz das Allerwesentlichste im Allgemeinenhervorheben.

Als am Pfingstfeste der hl. Geist überdie Apostel herabgekommen, ,fingen sie an,in fremden Sprachen zu reden, so wie derhl. Geist ihnen verlieh zu sprechen 1 (Acta2, 4), und die verschiedenen in Jerusalem anwesenden Männer aus allen Völkern hör-ten alle ihre eigene Muttersprache. Gewisseine wunderbare Erscheinung! Solche undähnliche Erscheinungen waren in der erstenZeit der Kirche durchaus nicht selten, son-dern zeigten sich in allen neugegründetenGemeinden fast regelmässig, so dass sie,obgleich ausser- oder übernatürlich, dochzu gewöhnlichen Erscheinungen wurden.Es scheint nun, dass in Betreff derselben

an den hl. Paulus Anfragen gerichtet wur-den, worauf derselbe (I Kor. 12, 1) er-klärt, die Korinther nicht in Unwissenheitlassen zu wollen in Betreff des Geistigen,d. h. dessen, was der hl. Geist wirkt.

In diesen Worten ist uns schon ange-deutet, dass als Ursprung und Quelleder verschiedenen Geistesgaben der hl. Geistanerkannt werden müsse, der immer einerund derselbe ist, aber in Verschiedenen aufverschiedene Weise wirkt. Der hl. Geistist ja das gemeinsame höhere Lebensprin-cip, welches der Kirche eingegeben wardzum neuen Leben, das in Christus gelebtwerden soll. Er ist die Seele der Kircheund vermittelt die Einheit aller Gläubigenzu einem einheitlichen Organismus, zu einemLeibe, dessen Haupt Christus ist. Durchden hl. Geist wird die von Christus voll-brachte, objectiv und allgemein bestehendeErlösung dem Einzelnen besonders und sub-jectiv vermittelt, durch ihn wird die vonChristus erworbene Gnade den Einzelnenmitgetheilt. Ja nach der Lehre der Schriftund der Kirche tlieilt sich der hl. Geistselbst den Gläubigen mit, er wohnt in ihnenund durch diese Einwolmung werden sieKinder Gottes durch Adoption (Röm. 8, 15),wird die Liebe Gottes in ihre Herzen aus-gegossen (Röm. 5, 5; II Kor. 13, 13) undihnen das Unterpfand der künftigen Selig-keit gegeben (Ephes. 1, 14). Allen Gläu-bigen ist somit dasselbe Heil vermittelt, inAllen wohnt derselbe bl. Geist. Aber diesein Allen gleiche Wirksamkeit des hl. Gei-stes schliesst besondere Wirkungen dessel-ben in Einzelnen nicht aus, sondern wiedie Seele die verschiedensten Organe desLeibes in Thätigkeit und Bewegung ver-setzt, so wirkt auch das Lebensprincip desmystischen Leibes Christi in verschiedenenGliedern auf verschiedene Weise, wie eseben zum Wolde des Ganzen notlnvendigund gedeihlich ist.

Aus dem Gesagten können wir nun er-kennen , wer fähig ist, Charismen zu em-pfangen, und zugleich den Zweck, zu demsie den Einzelnen verliehen werden. Istder hl. Geist der Urheber der Charismenund zwar der den Gesammtorganismus derKirche Christi belebende und regierende hl.Geist, so ist von selbst klar, dass nur einGlied der Kirche, nur ein Gläubiger Em-pfänger dieser Gnadongaben sein kann.Das bestätigt uns denn auch die hl. Schrift:Marc. 16, 17. Der Glaube also und dieihm folgende Aufnahme in den kirchlichenOrganismus durch den hl. Geist ist die ersteund unerlässlichste Bedingung, ohne derenErfüllung Niemand diese Gaben hoffen kann.Dass auch der Mensch sonst noch für dieErlangung der Charismen wirken kann, istzu entnehmen aus den Worten des Apostels