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Erster Band. A - H.
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Chartophylax — XeipoSoTo;.

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Paulus ([ Kor. 12, 31; 14, 1. 12—13), derdie Korinther auffordert, sich um die bes-seren Gnadengaben zu beeifern, d. h. umsolche, die nicht so fast Ehre und Ansehenbringen, sondern die mehr zum Nutzen undzur Erbauung der Gemeinde dienen. Umdies klarer zu machen, giebt der Apostelbeispielsweise der Prophezie den Vorzugvor der Sprachengabe (1. c. 14, 1—25) undgiebt dann (26—40) Vorschriften, wie dieGnadengaben zur Erbauung .angewendetwerden sollen. Ausserdem sagt der Apostel(1. c. 14, 13), dass man um die Gabe derAuslegung beten solle. Gebet und einWandel in der Liebe Gottes , d. h. ein sün-denloses Leben, können demnach als wei-tere Bedingungen zur Erlangung der Geistes-gaben bezeichnet werden, obgleich das Vor-handensein all’ dieser Bedingungen dieselbennicht von selbst nach sicli zieht. Denn derhl. Geist bringt jene Wirkungen hervor,wo und wie er will (I Kor. 12, 11). Undso ist denn schliesslich die Grundbedingungder Ertheilung der freie Wille oder dasWohlgefallen Gottes, so dass sie nichtverdient und durch Tugendstreben selbst-thätig erreicht werden können, sondern alsunverdiente Gnaden (grätiae gratis datae)erscheinen. Darum wurden sie auch nichtallen Gläubigen zu Theil, sondern nur eini-gen, und diesen nur solche, die der Geistihnen ertheilen wollte; nicht solche, die sieselbst wünschten oder am meisten schätzten(I Kor. 12 u. 14), sondern solche, wie sieam meisten ihrem Zwecke entsprachen,der in der Förderung des Werkes Christi,in der Ausbreitung und Befestigung seinerKirche bestand. Es leuchtet ein, dass durchbloss natürliche Gaben und Thätigkeitendie zum Wachsen und Gedeihen des kirch-lichen Organismus nöthigen Functionen nichtverrichtet werden konnten, dass vielmehrzur Einführung und Befestigung der über-natürlichen und göttlichen Bestandtheile derchristlichen Religion übernatürliche Einwir-kungen des hl. Geistes unentbehrlich waren.Die hl. Väter führen desshalb als den augen-fälligsten Zweck der Charismen den an, dassdie Verkündiger der Lehre Jesu durch sieihre verkündigte Lehre und ihre Sendungals göttlich beglaubigen sollten, um so dienoch Ungläubigen zum Glauben zu bewe-gen, die Gläubigen aber im Glauben zubefestigen (vgl. August. De Civ. Dei XX11,c. 8). Eben darum konnten sie nach Grund-legung und Befestigung des kirchlichen Lehr-gebäudes und der Kirchenverfassung auchaufhören, da sie ihre Aufgabe gelöst hat-ten und eine andere, sie ersetzende Auto-rität zur Anerkennung gelangt war (vgl.Möhler Symbolik 343).

Aus diesem Zwecke könnte man schliessen,dass die Ertheilung der Charismen eine au-Real-Encyklopüdie.

genfällige Berufung zu den kirchlichen Aem-tern eingeschlossen habe, eine Ansicht, dieganz unbegründet wäre. Diese Begabungwar nicht bedingt durch die Beamtung.Denn die ausserordentlichen Gnadengabenwaren so verbreitet und vertheilt, dass fastJeder oder doch Viele, wenigstens zeitweise,Antheil an der einen oder andern Gabehatten ( Döllinger Christenth. u. Kirche 296).Weder war der mit solchen Gaben Ausge-stattete schon dadurch allein Träger einesKirchenamtes, noch waren die Träger einesKirchenamtes sämmtlich mit den Charismenbegnadigt. Das Amt wurde Allen speziellübertragen, wobei allerdings mitunter aufden Besitz der Gnadengaben Rücksicht ge-nommen worden sein mag.

Wie die Charismen nicht die notliwendi-gen Begleiter der Kirchenämter waren, sowaren sie auch keine Bürgschaft für diehöchste sittliche Vollkommenheit ihrer Trä-i ger, wie uns der Apostel Paulus (I Kor. 13)j belehrt, wo er hervorhebt, dass selbst die! höchsten Gnadengaben dem Menschen nichtsnützen, wenn er die Liebe nicht hat. Dess-, halb haben auch die Väter stets die An-j sicht gehabt, dass auch Unvollkommene und| selbst Lasterhafte Wunder wirken können,| wie z. B. der hl. Augustin sagt (Opp. T.

! VI 71): ,ut intelligamus, quaedam miracula! etiam sceleratos homines faeere, qualia san-| cti faeere non possunt.'

1 ln dem Vorstehenden dürften die wich-tigsten Gesichtspunkte, von denen aus diei Charismen betrachtet werden müssen, an-gedeutet sein. Es erübrigt nur noch, die| einzelnen Gnadengaben namentlich aufzu-führen. Der Apostel nennt uns folgende(r Kor. 12, 8—10): Rede der Weisheit undRede der Wissenschaft, die Gnadengabedes (wunderwirkenden) Glaubens, lleilungs-kraft, Wunderkraft, Weissagung, Unter-scheidung der Geister, Sprachenarten undAuslegung der Reden. — Bezüglich derLitteratur über die Charismen ist immernoch die von der tlieol. Facultät in Mün-chen gekrönte Preisschrift Frohschammer’sals die umfassendste Monographie zu be-zeichnen. |Vgl. noch Schulz Die Geistes-gaben d. ersten Christen, Breslau 1836;Englmann Von den Charismen u. s. f., Re-gens!). 1848; Staudenmaier Pragm. d. Gei-stesgaben, Tüb. 1835; Tholudc Verm. Sehr.2. A. S. 15 ff. K. j DIPPEL.

CHARTOPHYLAX, der Custos der Ar-chive, wol dieselbe Person mit dem azeoo-tpuXa;. Eulampius, an den Photius schreibt,heisst C. Vgl. Suicer. Thes. TI 972.

XE1MAZ0MEN01, s. Busse.

XEIP0A0T02 = Dalmatica oder ' l’unicamanicata.

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