Band 
Erster Band. A - H.
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Christenthum.

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19, 21). Und so hat denn Döllinger Recht,wenn er (Christenth. u. Kirche, 1. Aufl. 23)schreibt: ,ohne Busse ist nach Jesu Lehreder Glaube an ihn weder recht möglich,noch heilbringend. Nur die, welche das de-müthige Anerkennen der eigenen Schuldund einen kräftigen Hass gegen die Sündeals die Ursache ihrer Gottentfremdung mitdem Bewusstsein der Unzulänglichkeit ihrereigenen sittlichen Kräfte verbanden (Matth .5, 3; Luc. 15, 17. 21; 18, 13. 14), welchein ernster Selbsterniedrigung als Mühseligeund Beladene, ein lebendiges Verlangennach Rettung empfindend (Matth . 11, 28),nach Gerechtigkeit hungernd und dürstend(Matth . 5, (5), zu Christus kamen mit einemHerzen voll Liebe zu ihm (Luc. 7, 47) undvoll Versöhnlichkeit und Barmherzigkeit ge-gen ihre Mitmenschen (Matth . 5, 7; 6, 12;Marc. 11, 25. 2(i) — nur solche waren ihmdie rechten Gläubigen, nur ihnen sprach erSündenvergebung, Rechtfertigung, Wieder-herstellung der durch die Sünde verlorenenGotteskindschaft zu.‘ Um die durch dieSünde von Gott getrennte Menschheit wie-der zur Verbindung mit Gott zurückzuführenund die Verlorenen zu erretten und glück-lich zu machen, ist aber Christus auf Erdenaufgetreten (Matth . 18, 11; Luc. 19, 10)und wollte er sein Leben als Lösegeld fürViele hingeben (Matth . 1(5, 21; 17, 9. 22;

20, 18 ff.; 2(5, 32; Luc. 24, 4(5; Job. 10, 17)und alle Völker zu Einer Heerde unterseinem Hirtonstabe vereinigen (Job. 10, 16)und einen neuen Bund, den Bund voll-kommener Versöhnung und engster Ver-einigung mit Gott, stiften, der zusammen-gehalten würde durch sein vergossenes Blutund alle die Gnaden, die er durch seinUeiden und seinen Tod verdient und er-worben hat (Matth . 26, 26 ff.; Luc. 22, 19;Joh. 1(J, l ft'.; 29). Als alle Völker um-lassend sollte dieser Bund den jüdischenkartioularismus beseitigen und zu einemuniversalen oder Weltreiche werden, daseigentlich als ,Reich Gottes 1 bezeichnet wer-den muss. Darum sprach Christus zu denVolksschaaren, die ihn bei sich zuriiekbe-halten wollten: ,quia et aliis eivitatibuspportet me evangelizare regnuin Bei, quiauleo missus sunT (Luc. 4, 43). Wie ausdieser Stelle erhellt, ist das Reich Gottesüberhaupt jene göttliche Ordnung der Dinge,Welche zu verwirklichen er gekommen war.Und diese Ordnung steht zu der Welt, die®in von Gott abgekehrtes, vom Satan be-herrschtes Reich sei, im schroffsten Gegen-sätze (Job. 16, 33; 12, 31; 14,30; 16, 11).Die Verwirklichung dieses Reiches Gottesuuf Erden ist die von Christus gestifteteKirche, von welcher er imter verschiedenenGleichnissen sprach. Eine Schafheerde mitihrem Hirten, dessen Stimme sie kennt

(Joh. 10, 1—16); eine Familie mit demHausvater, mit Knechten und Mägden, oderauch eine Stadt, ein Volk, ein Königreich,dessen König er seihst sei (Matth . 5, 14;Joh. 18, 37) — diese Bilder machten denorganischen Zusammenhang seiner Kirche,die Gewalt und Autorität, welche in diesemseinem Reiche ihm und seinen Stellvertreternzustehe, anschaulich. Auch das Amt, daser in seiner Kirche stiften wollte, dessen Ge-schäfte und Befugnisse, zeichnete er in sol-chen Bildern eines Gärtners, eines Fischers,eines Hirten. Die Diener der Kirche soll-ten seine Haushalter sein, die er über dieanderen Knechte setzt, und er verhiess sei-nen Aposteln und ihren Nachfolgern fürdie rechte Verwaltung dieses Amtes, wozuer ihnen seine stete Gegenwart, seinen kräf-tigen Beistand ,alle Tage bis ans Ende derWelt 1 (Matth . 28, 20) und die Sendung des,Geistes der Wahrheit 1 (Joh. 16, 13) ver-sprach, einen besondern Lohn (Luc. 12,42 ff.; 16, 1 ff.). Ihre Gewalt, ihr An-| sehen sollte dem seinigen gleich sein, da er' es war, der sie bestellte. , Wer euch auf-( nimmt, der nimmt mich auf, und wer michi aufnimmt, der nimmt Den auf, der mich| gesandt hat 1, (Matth . 10, 40). Wenn Chri-j stus selbst bei seiner Kirche bleibt undwenn der Geist der Wahrheit sie leitet undin alle Wahrheit einführt, so ist sie vorI allem Irrthum gesichert und darum muss\ jedes Glied derselben unbedingten Glauben! schenken und vollkommenen Gehorsam lei-j steil. Darum die dringende Mahnung des! Apostels Paulus (I Kor. 1, 10) an Alle,I .gleiche Rede, gleiches Bekenntniss zu füh-| reu, einstimmig zu sein in Einem Sinneund Einer Meinung'. Den Hauptinhalt desBekenntnisses bildete Jesus , der im Fleische! erschienene und von den Todten erweckte' Sohn Gottes und Hohepriester, dann Auf-! erstehung, Weltgericht, Busse und Taufe! (I Joh. 2, 23; 4, 2. 15; II Joh. 7; Hebr .'3, 1; 4, 14). Doch umfasste das Bekennt-niss mehr, als das blosse Aussprechen einer| Formel; der ganze Wandel eines Christensollte ein fortwährendes, thatsächliches Be-' kenntniss, ein lebendiger Spiegel der Wahr-heit sein, die er zu glauben mit den Lippen1 bezeugte. In diesem Sinne sagt Paulus :

; .niemand vermag Jesus , den Herrn, zu nen-nen, ohne vom hl. Geiste getrieben zu sein 1, (I Kor. 12, 3), und sagt Johannes (I Joh.4, 2): Jeder Geist, der Jesum Christum: bekennt als den im Fleische Gekommenen,der ist aus Gott ‘. Dieses thatsächliehe Be-i kenntniss im Wandel nach dem Glaubenist indess etwas, was der Mensch aus eige-nen Kräften nicht zu Stande bringt, wie! der Apostel Paulus sagt (II Kor. 3, 5):1 ,wir sind nicht tüchtig, durch uns selbstetwas zu denken, sondern unsere Tüchtig-