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Erster Band. A - H.
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Christen Verfolgungen.

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denthum hinsichtlich des Gebetes, der Lei-den und Trübsale, der Armuth und desReichthums, der Arbeit, der Nächstenliebe,der Menschenachtung, der Sklaverei, derFreiheit und Gleichheit der Menschen, umvon der Gotteslehre gar nicht zu reden!Es kann darum nicht angehen, das C. zwi-schen Judentlium und Heidentlium in dieMitte zu stellen als die Synthese beider,da vielmehr dem Judenthum die Stellungzwischen Heidentlium und C. gebührt, frei-lich in einem andern Sinne. Denn das C.bildet die Spitze, es ist nicht die harmo-nische Verbindung zweier Gegensätze, son-dern die Vollendung einer fortgesetztengöttlichen Offenbarung, an der Heidenthumund Judentlium, nur in verschiedenem Masse,aber beide doch wirklich Theil hatten. DasJudentlium steht dem C. näher als das Hei-denthum, und gerade das, wodurch es demC. näher steht, macht seinen charakteristi-schen Unterschied vom Heidenthum aus.Es unterscheidet sich vom Heidentlium nichtso, als ob ihm in Bezug auf das C. etwasfehlte, was das Heidentlium besitzt unddem C. entgegenbrächte, sondern was dasHeidentlium dem C. entgegenbringt, istAlles, und zwar in viel liöherm Masse, auchim Judentlium enthalten (vgl. StiefelhagenTheologie des Heidenth. (HO). Sind ja imHeidenthum nur die Ueberreste der Ur-offenbarung enthalten, die freilich auch nieverstummende Zeugnisse sind des Schöpfer-willens , dass die menschliche Natur nichtbloss für ein irdisches, sondern auch fürein himmlisches Leben bestimmt sei. .SeineGötter, Gebete, Opfer, Orakel, Weihen,Mysterien, Priester, Tempel, Altäre, Feste,Aufzüge behaupten zwar für sich keinenhohem Werth mul erregen in der Art ihresBestandes bei uns meist Abscheu und Mit-leid ; aber durch ihren Gestand überhaupt■weisen sie nicht nur auf eine göttliche Be-gnadigung in der Vergangenheit zurück,sondern sind auch für die spätere Offen-barung der göttlichen Gnade in Christusund seiner Kirche bedeutsam und lehrreich 1{Stiefelhagen a. a. O. tiO(i). Diese Bedeu-tung hat schon de Malst re erkannt, da erIragt: wer wird uns die Mythologie vonder Seite erklären, dass in ihr alle christ-lichen Wahrheiten vorbildlich erfüllt er-scheinen ‘i Prof. Dr. Sepp hat es versucht inseinem Werke ,Das Heidentlium und dessenBedeutung für das Christenthum 1 , und La-saiilx hat in seinen,Studien des dass. Alterth. 1einzelne Beiträge zu einer solchen Erklärunggeliefert. Das Judenthum hat aber nebst derUroffenbarung auch noch die fortgesetztepositive Offenbarung und hatte als der AlteBund vornehmlich den Zweck, die Erschei-nung des Erlösers in der Menschheit vor-zubereiten. Da der Erlöser in Jesus Chri-

stus erschienen ist, so ist das C. nicht blossdie Fortsetzung, sondern die Erfüllungdes Judenthums. Dies hat aucli Christusselbst bestimmt erklärt, indem er in derBergpredigt (Matth . 5, 17) ausdrücklichsagte: ,nolite putare, quoniam veni solvereLegem aut Prophetas: non veni solvere,sed adimplere. 1 ' Also Gesetz und Propheten,Gebot und Verheissung, Wort und Anstalt,die beiden sich durchdringenden Bestand-theile des Alten Bundes, nicht aufzuheben,zu nichte zu machen, sondern sie zu er-füllen, bezeichnete Christus als die ihm ge-wordene Aufgabe. Tn derselben Bergpredigtsetzte er aber auch mit der ganzen Erha-benheit eines Gesetzgebers und der Aucto-rität eines göttlichen Gesandten sein ,Tchaber sage euch 1 den Aussprüchen des altenGesetzbuches und den falschen pharisäischenAuslegungen desselben entgegen und zeigtedadurch, wie es mit seiner Erfüllunggemeint sei. Es sollte die nationale Schrankedurchbrochen, das Gesetz seines juridischenCharakters entkleidet und an die Stelle desrichterlichen und polizeilichen Zwanges derhöhere und universalere Massstab der gött-lichen Heiligkeit und Gerechtigkeit gesetztwerden. Desshalb darf man sagen, diechristliche Religion sei vor Allem die Re-ligion der Gerechtigkeit, nicht bloss, inso-ferne sie jeder menschlichen Eigenthiimlich-keit und jedem Bediirfniss ihr Recht wider-fahren lässt, sondern auch in dem Sinne,dass sie das ganze Leben und Verhaltendes Menschen heiligt und demselben dieRichtung auf den göttlichen Willen, wel-cher die letzte Quelle des Rechtes ist, giebt,wodurch der Mensch die rechte Richtungerhält, die eben zuletzt die Gerechtigkeitist. Als die Erfüllung aller vorausgegan-genen Religionsformen ist das C. auch dieabsolute Religion, als solche der Mittel-punkt der Universalgeschichte und die Welt-religion, wie Staudenmaier in seiner theo-logischen Encyklopiulie, in seiner Schriftüber ,I)as Wesen der kathol. Kirche 1 undin seinem ,Geist der göttlichen Offenbarung"ausführlich dargethau hat. oii-pel.

CH RISTENVEREOLGUNGEN der sechsersten Jahrhunderte im römischen Reich undim Orient.

Römische C.

A. Allgemeines über die Motive dieser Verfol-gungen und zumal über deren juridische Basis.

Eine kritische Geschichte der römi-schen C., die irgendwie den berechtigtenAnforderungen der modernen historischenWissenschaft entsprechen soll, muss noth-wendig die erschöpfendste Kenntniss derMotive jener Befehdungen der vorcon-stantinisehen Kirche Seitens der allmälig ab-