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Erster Band. A - H.
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Christenverfolgungen.

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von einer grossen Anzahl von Bekenner n,Sulp. Sev. II 32, Nr. 2, erwähnt nur dieBelästigung der Kleriker einiger Kirchen.Die Bedrängniss der römischen Christen-gemeinde beschränkte sich auf die Confessiodes römischen Bischofs Pontianus und desPresbyters H i p p o 1 y t u s, die nach Sardi-nien verbannt wurden | vgl. den betr. Textdes Mommsen’schen Liberianischen Papst-katalogs bei R. A. Lipsius a. a. 0. 266;Kraus R. S. 2. A. S. 595]. Weder Pontian ,noch sein Nachfolger Anteros haben das Mar-tyrium erlitten, letzterer ist nicht einmal B e-kenner geworden; die angebliche Maximin-Verfolgung war in der Hauptstadt schonetwa Ende 235 erloschen; im übrigen Italien erlangten damals vielleicht noch BischofR u f i n u s zu Reate (Rieti im alten Sabiner-land) und dessen Sohn, der Presbyter Cae-s i d i u s zu Transacco (in der heutigen Pro-vinz Abruzzo ulteriore), die Auszeichnungdes Bekenntnisses (vgl. meinen ,Maximin P552—562). Im römischen Africa blieb dasMaxiinin-Edict gar völlig wirkungslos,ebenso in Gallien, Britannien, Spanien undIllyrien (a. a. 0. 662—568). Auch in Aegyp-ten und im grössten Theile von Syrien bliebdie Ruhe der Christenheit damals uner-schüttert (a. a. 0. 569 f.). Dagegen kames unter dem Klerus des palästinensischenCaesarea zu vereinzelten Bekenntnissen.Confessores im wahren Sinne wurden da-mals bloss der Presbyter Protoktet undder Diakon Ambrosius (vgl. Eus. II. e.VI 28; weitere Quellenbelege und Detailsin meinem ,Maximin P 570—572). Orige-n e s dagegen, der Hauptgegenstand der kai-serlichen Ungnade, wusste sich mit Hülfeder Gastfreundschaft einer frommen christ-lichen Dame, Namens Iuliana, allen Nach-stellungen der Heiden zu entziehen ( Oros.1. c., Pallad/ius Hist. Lausiaca c. 51; vgl.a. a. 0. 570). Nur gegen die ka.ppadoei-se hen und vielleicht auch gegen die pon-tisclien Christengemeinden wiithete eineziemlich heftige Verfolgung, die gegen alleKlassen der Gläubigen gerichtet war undsogar zu einigen Martyrien führte, aberunabhängig von d e rn R e s c r i p t desKaisers. In jenen Gegenden machte derfanatische Pöbel die Christen für Erdbe-ben verantwortlich, die damals die beidenProvinzen verheerten, und der StatthalterSereiiianus nahm daran Anlass, gegendie Christen einzuschreiten ; aber auch dortwar wenigstens Rettung durch P luchtmöglich (Orig. Tract. 28 in Matth. , ver-glichen mit Firmilian. Epist. Cypriano unda. a. O. 535 f., 568 f.). - Harnack (An-zeige meines Aufsatzes über Maximin 1 inder ,TheoI. Lit.-Ztg.‘ 1877, Nr. 7, 168 f.)betrachtet, gestützt auf Eus. VI 28, Ma-ximin als den ersten s y s t e m a t i s c h e n

Christenverfolger zwar nicht nach der W i r-kung seines Edictes, wol aber der Inten-tion nach und meint, die Erfolglosigkeitseines Unternehmens sei nur an dem Anta-gonismus der römischen Welt selber ge-scheitert. Aber diese These ist nicht zuzu-geben ; denn der Imperator war zwei volleJahre (bis Mitte 237) im gesummten Reichanerkannt und besass allenthalben unum-schränkte Gewalt; hatte er doch das Heerzur unbedingten Verfügung. Wenn irgend-wo, so war er im Stande, in der Haupt-stadt und in Italien überhaupt seinemgegen die christliche Hierarchie gerichtetenBefehle den erforderlichen Nachdruck zuverschaffen; denn die ersten kaiserlichenBeamten, Vitalianus, der Chef der Präto-rianer , und der Stadtpräfect Sabinus, er-sterer noch dazu ebenso grausam als seinHerr, gerirten sich dort zwischen März oderJuli 235 und Sommer 237 als die ergeben-sten und eifrigsten Werkzeuge des Kaisers(vgl. Herod. 1. VII, c. 6, § 9—10; c. 7,

§ 6—8; Capit. Maximini c. 14; Gordiani c.10). Nun blieb aber gerade zu Rom undin Italien das kaiserliche Edict beinaheunausgeführt. Ferner, auch in Africa ,besass Maximin bis Mitte 237 in der Personeines sehr grausamen Statthalters — pro-curator fisci — ein devotes und wirksamesWerkzeug seines Despotismus (vgl. Herod.

I. VII, c. 4, § 3—5; Cap. Maximini c. 14),und doch geschah auch dort sogar gar nichtsgegen das Christenthum (vgl. meinen Auf-satz 552—565). Der Kaiser, der als Feindder griechisch-römischen Olympier kein tie-feres Interesse an der Vertilgung der Kirchehaben konnte, hat offenbar, noch dazu Jahrelang durch seine germanischen und sarma-tischen Feldzüge beschäftigt, eine irgend-wie wirksame Bekämpfung der Hierarchieund desChristenthums überhaupt gar nichtgewollt.

Alle Plänkeleien gegen die Christen hör-ten unter GordianusIII (reg. 238—244)auf (Sulp. Sev. 1. c., verglichen mit Eus.

II. e. VI, c. 29 bis incl. 34). Während sichaber dieser Kaiser der Kirche gegenübermehr indifferent bewies, bethätigte seinNachfolger Philippus Arabs (244—249),wie alle Imperatorensyrischer(orientalischer)Abstammung, den Christen das grösste Wohl-wollen, so dass die Sage entstehen konnte,er sei selbst Christ gewesen (vgl. Dionysv. Alexandrien ad Hermammonem ap. Eus.II. e. VII 10; Orig. c. Cels. 1. III, c. 8,15; Eus. H. e. VI 34, 39; Hieron. Chron.,ed. Migne 571 f.; Anon. Vales. De Con-stantio § 33 [hiernach Oros. VH 28];Vincent. Lirin. Commonit. T, c. 23). Abertrotz der eminenten Christenfreundlichkeitdieses Kaisers wurden viele Christen imägyptischen Alexandrien genau ein Jahr