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Erster Band. A - H.
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Christenverfolgungen.

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bis 187) hat überzeugend nachgewiesen, dassdie Angabe der Acten (abgodruckt beiRuinart 188 ff.), die den Pionius zu einemOpfer der Decius -Verfbigung machen, ent-schieden vorzuziehen ist. Uebrigens sinddiese Acten, denen freilich unleugbar älte-res authentisches Material zu Grunde liegt,wenigstens in ihrer jetzigen Gestalt keines-wegs echt. Dies erhellt mehr noch, als ausmehreren Wunderscenen [? K.|, aus deneingefügten langen Reden. Dagegen ist dasVorkommen der Schlussformel ,imperanteresp. regnante Domino nostro Jesu Christo 1etc. ( Ruinart 198) an sich und allein keinausreichendes Argument gegen die Echtheitdieser und anderer Martyreracten (vgl. Gör-res Der Bekenner Achatius, in Zeitsehr. f.wiss. Theol. XXII 66—99, bes. 97 f. hie-für wie überhaupt für die Decius-Verfol-gung).

Auffallend gross ist die Zahl der ,lapsi‘unserer Verfolgung; diese massenhafte Apo-stasie hing tlieils mit der in Folge der lan-gen Friedensepoche gelockerten christlichenDisciplin zusammen (vgl. Cypr. De lapsis),theils war sie eine Consequenz des raffinir-ten Charakters der Decius -Verfolgung. Waszunächst die occidentalische Christenheit,zumal Rom und Carthago, betrifft, so ler-nen wir aus der Correspondenz Cypriansfolgende Klassen von Abtrünnigen kennen:

1) Solche, die wirklich durch directe Be-theiligung an den heidnischen Opfern dasChristenthum abschwuren (sacrißcati, thuri-ficati ), und zwar a) solche, die es mit ihremAbfall so eilig hatten, dass sie auf das erstedrohende Wort des Richters hin zu den Al-tären stürzten (Cypr. De laps. c. 7, Hartei241: ad prima statim verba minantis inimieimaximus fratrum numerus fidem suam pro-didit etc.; Ep'. 30: Cvpriano papae presby-teri . . . Rotnae consistentes, 55); b) solche,die erst, nachdem sie längere Zeit muthigdem Gebrüll des Pöbels, den Drohungendes Proconsuls, dem Ungemach der Kerker-haft und den Qualen der Folter getrotzthatten, den unerträglichen Martern nach-gebend, sich zum Opfern bereit finden Hes-sen ; diese ist Cyprian geneigt zu entschul-digen, weil sie im Grunde nur der Schwächedes Fleisches gewichen seien (Cypr. Ep. 5(i).

2) Solche, die, ohne sich unmittelbar mitden heidnischen Opfern zu beflecken, sichKir Geld mit den Behörden und ihrem Ge-wissen abfanden, und zwar a) die lihellatici,die, ohne die heidnischen Ceremonien mitzu-machen, sich einen Schein ausstellen Hessen ,a) s hätten sie dem kaiserlichen Edicte ge-fügt (Cypr. De laps. c. 27, Ilartel 25(i;hp. 3(1, 55), und b) die acta facientes, die<!s durchzusetzen wussten, dass die Behör-den, ohne ihnen einen förmlichen Scheina uszustellen, sie in die Listen derer ein-

trugen, die dem Gesetze genügt hatten(Cypr. Ep. 30). In den Reihen beider Klas-sen von Abtrünnigen war sogar der Epi-skopat vertreten. Dass Bischöfe sichnicht scheuten, unter die ,sacrificati‘ zugehen, bezeugt Cypr . Ep. 55 (. . . scias . . .nulla illum [seil. Cornelium] libelli . . . labemaculatum esse, sed neque cum episcopis,qui sacrificaverunt , communionem sacrile-gam miscuisse etc.). Lihellatici wurden diebeiden spanischen Bischöfe Basilides undMartialis, und ersterer Hess sich ausserdemnoch eine unmittelbare Gotteslästerungzu Schulden kommen (vgl. Cypr. Ep. 67).Koch mehr Apostaten hatte die orientalischeKirche zu beklagen; denn speziell zu Ale-xandrien gab es gar keine libellatici, son-dern nur sehr zahlreiche , sucri.fi cati‘ (vgl.Dionys an Fabius ap. Eus. H. e. VI 41 undCornelius an Fabius ap. Eus. H. e. VI 43).Dionys unterscheidet folgende Abstufungender ägyptischen lapsi: 1) Solche, die zitterndund bebend den heidnischen Altären sichnahten: 2) Andere, die unbedenklichdie heidnischen Ceremonien mitmachten undmit kecker Stirn Christum verleugneten;

3) Solche endlich, die erst, nachdem sieeine Zeitlang das Ungemach der Kerkerhaftoder gar die Qualen der Folter erduldet,sich zum Opfern bereit erklärten.

Was die zeitliche Ausdehnung der De-eius-Verfolgung betrifft, so wird sie schwer-lich vor Ende 249 oder Anfang 250 be-gonnen haben, da Philippus frühestens erstzu Beginn des Herbstes 249 gestürzt wurde(vgl. Eckhel VII 327, 342), und da die Be-festigung der neue n Regierung natur-gemäss auch noch einige Zeit beanspruchte.Die decianisehe Verfolgung wird jedenfallswährend der römischen Sedisvacanz (21. Jan.250 bis spätestens Anfang März 251), na-mentlich während der mehr als elfmonat-lichen Haft des Moyses, am heftigsten ge-wiithet haben; wahrscheinlich war aber ihreKraft schon etwas früher, lange vor Demus’Ableben, das erst nach October 251 er-folgte (vgl. Eckhel VII 343, VIII 443 f.),Anfang 251 oder Ende 250, gebrochen;hierfür kann man mit Lipsius (200 f.) dieungestörte Reise des Bekenners Celerinusnach Carthago (Cypr. Ep. 39) geltend ma-chen. Verschiedene militärische Unterneh-mungen, die Unterdrückung eines von Eu-tropius (Brev. IX 4, ed. Bipont.) erwähn-ten Aufstandes in Gallien , die Niederwer-fung der Rebellionen des L. Priscus in Ma-cedonien und des altern Iulius Valens inIllvrien (vgl. Lipsius 200), ein siegreicherFeldzug gegen die rheinischen Germa-nen (vgl. die Münze ,Imp. Cae. Tra. De-cius Aug. | Victoria Germanica‘ bei EckhelV11 345), endlich sein verhängnissvollerGothenkrieg und die demselben vorher-