Christenverfolgungen.
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scharfen Gegensatz zu Hunerich zurück,der, um seinem Sohne Hilderich die Thron-folge zu sichern, sehr grausam gegen dasHaus seines Bruders Gango, des VatersGuntamunds, verfahren hatte (vgl. V. V.II 5) — wurde doch der Neffe wider Wil-len des Oheims dessen Nachfolger im van-dalischen Königthum —, theils erklärt erdiese Katholikenfreundlichkeit aus den Ge-fahren, die damals dem Reich von Seitender Mauren drohten (vgl. Proe. 1. c.). Ichmöchte noch auf ein drittes, nicht minderwichtiges Motiv hinweisen, nämlich aufGuntamunds Stellung zu Byzanz resp. aufdie damaligen Beziehungen des oströmischenHofes zur römischen Curie und zum abend-ländischen Romanismus überhaupt. Der by-zantinische Hof, so lange er eifrig der Or-thodoxie huldigte, unter Leo I und wäh-rend des ersten Jahrzehnts des Kaisers Zenoin engster Verbindung mit dem römischenPapstthum und der abendländischen katho-lischen Welt überhaupt und darum demvandalischen Reich nicht ungefährlich, triebeben seit 482, seit dem Henotikon Zeno’s,welches zwischen dem Katholicismus resp.zwischen dem chalcedonensischen Symbolumvon 451 und dem Monophysitismus zu ver-mitteln suchte, immer mehr einem Bruchemit Rom und der abendländischen Ortho-doxie zu, es kam allmälig zu einem vor-übergehenden Schisma zwischen beiden ka-tholischen Kirchen; Acacius , Patriarch vonConstantinopel, der geistige Urheber desHenotikon, wurde schon 484 auf einer rö-mischen Synode excommunicirt (vgl. Hefele507 ff.). Allerdings gerirte sich Zeno an-fangs, ja noch im J. 484, als den Protec-tor des Katholicismus und verwandte sichnoch im genannten Jahre sogar auf denWunsch des Papstes Felix III bei Hune-rich, freilich erfolglos, für die africanischenKatholiken (vgl. Euagr. Hist. eccl. III 20,v. V. V 7 un( i Bahn 244, Anm. 2). Abernoch vor 489 durfte es Acacius wagen,seinerseits den Papst aus den Diptychenzu streichen, ja er verblieb sogar, vomKaiser Zeno beschützt, im Amte (vgl.Hefele 569). Noch weit schroffer gestaltetesich das Verhältniss zwischen der morgen-ländischen und occidentalischen Kirche un-ter Zeno’s Nachfolger Anastasius I (reg.491—518). Er hielt nicht nur am Heno-tikon fest, sondern näherte sich immer mehrdem eigentlichen Monophysitismus, so dasser als entschiedener Gegner des Concilsvon Chalcedon erscheint, gegen dessen Ver-fechter er sogar Gewalt brauchte; so setzteer z. B. den orthodoxen Patriarchen von Con-stantinopel, Euphemius, aus diesem Grundeab- Vgl. Vict. Tunn. Chron. 325: Olybrio’ • hk (Anastasii autem fide, imo perfidiaprocul iam patre nota . . . Anastasius . . .
adversus synodi Chalcedonensis defensoresepiscopos atrociter saevit . . .), ,Anastasioet Rufo Coss.‘, ,Asterio et Praesidio Coss.‘,
,Paulo V. C. Cos/, das (zweite) SchreibenGelasius’ I an die Bischöfe Dardaniens(Mansi VIII 49—71), Hefele 569 f., 617 f.,671, 688 f., Schröckh 521—534 und mei-nen Aufsatz über den Metropolitanrang derTrierischen Kirche (Forsch, z. deutschen Gesch. 1877, II. I 172 f.). Die späteregriechische Tradition übertreibt natür-lich Anastasius ’ schroffe Stellung zur Ortho-doxie; da will z. B. Theophanes (Chronogr.210 f.) (um 818) wissen, Arianer undManichäer hätten über den Regierungs-antritt dieses Kaisers gejubelt. Besserkommt Anastasius beim (zweiten) Anonym.Vales. (ad calcem des Animianus, ed. Bipont.vol. II 312) weg; freilich ist der Berichtauch durchaus sagenhafter Natur; da wirdder Imperator als gottesfürchtig geschildert,der sogar einer himmlischen Vision gewür-digt wird. Aber auch in dieser wohlwol-lenden Version erscheint die Reehtgläubig-keit des Monarchen wenigstens zuletzt alsanrüchig (nam ultima vita regni sui tem-ptans eum diabolus volens sectam Euno-mianam sequi etc.). Ein Zeno und nochmehr ein Anastasius konnten somit nicht alsVorkämpfer des katholischen Romanismusgelten. Zur Zeit Guntamunds war also eine(Konspiration der africanischen Katholikenmit dem ihrer Ansicht nach ketzerisch ge-wordenen Byzanz in keiner Weise zu be-fürchten; Hunerichs Nachfolger entsprachdemgemäss einfach den Anforderungen einerweisen, besonnenen Politik, wenn er seinenorthodoxen Unterthanen den äussern Frie-den gönnte.
4) Guntamunds Nachfolger, sein BruderTrasamund (reg. 496—523), verfolgtewieder die Katholiken, jedoch nicht in deri rohen Manier eines Hunerich, der sich die| b 1 u t i g e n Christenverfolger Decius, Gale-rius, Diocletian und Maximin II zu Vor-bildern gewählt zu haben schien, sondern,j entsprechend seiner ungleich feinem Gei-stesbildung, nach den Maximen Iulians desApostaten, ln erster Linie war er bemüht,durch s a n f t e Massregeln seine orthodoxenUnterthanen zur arianischen Staatskircheherüberzuziehen. Als Preis der Apostasiestellte er den Katholiken einträgliche Aem-ter und ehrende Auszeichnungen aller Artin Aussicht; Verbrechern sicherte er fürden Fall des Uebertrittes zum Arianismusgänzliche Begnadigung zu; andererseits gab; er sich den Anschein, überzeugungsfesteKatholiken, in welcher Stellung sie auchsein mochten, gar nicht zu kennen (vgl.Proc. I 8 mit Vit. s. Fulg. c. XXI). Auchsuchte dieser arianisehe Iulian durch ge-i schickt durchgeführte Sarkasmen den Ka-