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Christenverfolgungen.
tholicismus zu bekämpfen. Er stellte sich,als wünsche er aufrichtig, über die Wahr-heit der Orthodoxie belehrt zu werden, liesssieh in dogmatische Disputationen mit her-vorragenden Katholiken ein, namentlich mitBischof Fulgentius von Rüspe, spendeteeiner von dem Letztem auf seinen Wunscheingereichten schriftlichen Apologie des Ka-tholicismus ironisch begeistertes Lob u. dgl.(vgl. Vit. s. Fulg. c. XXI—XXIY). Da-gegen verschmähte er auch gewaltsameMassregeln nicht ganz, namentlich wo esgalt, den von ihm ganz richtig erkanntenimmensen Einfluss des orthodoxen Episko-pates zu brechen; docli vermied er auchhierbei stets grausame Maximen, Folter-qualen oder gar Todesstrafen. Er liess diekatholischen Kirchen wieder schliessen (vgl.V. T. 320, ,Anastasio Aug. Cos.‘: . . .[Trasamundus] . . . catholieorum ecclesiasclaudit ... Mit Unrecht citirt S. Bas-nage 588, § VIII, Hermannus Contractus ,den Chronisten des elften Jahrh. (sic!),als ,Quelle 1 für diese Thatsache; vgl. Her-manni Contracti seu Herimanni AtiqimsisChrom ap. Berts Mon. SS. V |T. VII] 85:,qui [Trasamundus] . . . ecclesias post ali-quot annos clausiC . . .), verwies den Bi-schof Eugenius von Carthago aus seinenStaaten ( V. T. 320, ,Theodoro V. C. eon-sule 1 . ,Eugenius . . . confessor moritur 1 .Wenn man in diesem Punkte dem sagen-haften Berichte Gregors von Tours |II 3|trauen darf, so starb Eugenius als Ver-bannter zu Alby in Südfrankreich ) und ver-bannte über 60 oder nach einer andern An-gabe gar 120 katholische Oberhirten, da-runter auch den hl. Fulgentius von Ruspe,nach Calaris (Cagliari) auf Sardinien , weilsie sein Verbot, die durch den Tod derbisherigen Inhaber erledigten Diöcesen wie-der zu besetzen, verletzt hatten (vgl. Vit.s. Fulg. c. XX, § 41—44 mit Vict. Tunn.1. c.). Während die Vit. s. Fulg. 1. c. nurüber 60 nach Sardinien exilirte Bischöfekennt, spricht V. T. 1. c. schon von 120dorthin verbannten Prälaten, und Heriman-nm Auyievsis (1. c.), seine Vorlage (V. T.)überbietend, lässt gar 240 Bischöfe unterTrasamund nach Sardinien ins Exil wan-dern ! Doch blieb den nach Sardinien exi-lirten Prälaten der briefliche oberhirtlicheVerkehr mit ihren Diöcesanen unbenommen(vgl. Vit. s. Fulg. c. XVI—-XVIII, § 42bis 44 incl. und hierzu Papencordt 121 undzumal Anm. 4 das. und Dahn 258 f. undzumal 259, Anm. 2). Indess verübte dervandalische Pöbel zuweilen eigenmäch-tig gegen die orthodoxe Bevölkerung ver-einzelte Oewaltacte, die mit den auf u n-blutige Verfolgung gerichteten IntentionenTrasamunds nicht im Einklang standen. Sowurden z. 11. während eines Feldzuges ge-
gen die tripolitanischen Mauren von denvandalischen Kriegern auf dem Marschenach Tripolis in der Zeugitana und in By-zacena die orthodoxen Kirchen profanirtund die katholischen Priester auf das Ro-heste misshandelt. Man beschimpfte siedurch Schläge und zwang sie zu den ge-meinsten Dienstleistungen von Sklaven (vgl.Proc. I 8). Dahn (259 u. Anm. 3 das.) be-zieht den Vit. s. Fulg. IX 17 erzähltenVorfall auf die Regierungszeit Trasamunds,während er doch selbst kurz vorher (258,Anm. 5) jene Stelle ganz richtig zur Ge-schichte Guntamunds in Zusammenhang ge-bracht hatte (s. oben S. 278).
Als Motiv der KatholikenverfolgungTrasamunds macht Dahn (258, 260) nichtmit Unrecht die Befestigung des vandali-schen Königthums durch jenen Monarchengeltend: ,mächtig durch den Bund mit denarianischen Gothen, brauchte er (auf dieKatholiken) keine Rücksicht zu nehmen 1 .Es ist richtig, dass Proc. 1. c. Trasamundden ,m ä c h t i g s t e n‘ Vandalenkönig nennt,und dass derselbe staatsklug genug war,mit dem stammverwandten OstgothenkönigTlieodericli d. Gr., mit dessen verwittweterSchwester Amalafrida er sich in zweiter Ehevermählte, freundschaftliche, ja innige Be-ziehungen zu unterhalten (vgl. Proc. 1. c.,Anon. Val. 310; weitere Quellenbelege beiPapencordt 122 f. und Dahn 1 161—163,260).Indess erhellt aus Proc. 1. c., dass geradeunter Trasamund die Vandalen die furcht-barste Niederlage durch die Mauren ander Südgrenze von Tripolis erlitten. Abernoch mehr hat religiöser Fanatismusden sonst für seine Zeit hochgebildetenKönig (vgl. Proc. 1. c.; Vit. s. Fulg. c.XXI, XXII; weitere Belege bei Papen-cordt 119 f., Anm. 4 und Dahn 161, Anm.2, 259) zu seinen Aggressionen gegen denKatholicismus bestimmt, — denn zu po-litischem Misstrauen gegen seine or-thodoxen Unterthanen lag wenigstens fürden grössten Theil seiner Regierungszeitauch nicht der geringste Grund vor. Romund Italien waren im Besitze seines ger-manischen Verbündeten, und zu Byzanzherrschte von 491—518 der Ketzer-freu n d Anastasius , der, wie bereits obengezeigt wurde, mit dem katholischen Ro-manismus unheilbar zerfallen war. Bedenktman nun noch, dass zum Ueberfluss derhäretischer Sympathieen dringend ver-dächtige Imperator mit Trasamund diefreundschaftlichsten Beziehungen unterhielt{Proc. I. c.: Ifivsro $i | 6 Tpaaap.oüv8oc|cpt'Xoj xal ’Avaatauto) ßajtXsi ic rotp.dXt<TTa), so wird man folgender Theseseine Zustimmung wol nicht versagen kön-nen: Trasamunds Katholikenver-folgungen waren bis 518 so unpoli-