Christen Verfolgungen.
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tisch wie möglich; sie bedeutetennichts denn eine muthwillige, völ-lig unnütze, ja geradezu auf dieDauer dem Reiche verderblicheProvocation der orthodoxen Bevöl-kerung Africa’s. Die katholiken-feindlichen Acte eines Geiserichund Hu ne rieh waren imYerhältnisszu Trasamunds Verfahren sogarpolitisch begründet; denn jeneHerrscher hatten wenigstens eini-genGrund zu politischem Argwohngegen die mit der damals orthodo-xen Politik des byzantinischen Ho-fes auf das Innigste sympathisi-renden Katholiken Africa’s. Andersgestaltet sich dagegen die Beurteilung vonTrasamunds katholikenfeindlichem Auftretenim letzten Lustrum seiner Regierung. Seitdem Regierungsantritt des oströmischen Kai-sers lustinus I (reg. 518—527), dessen Politikbereits von seinem Netten, dem spätem Im-perator lustinian, geleitet wurde (vgl. Proc.I 9), erscheint das mit der römischen Curiewieder völlig ausgesöhnte Byzanz abermalsals der Mittelpunkt aller antigermanischenBestrebungen des orthodoxen Romanismusim Abendlande; seit 518 wird jene byzan-tinische Politik vorbereitet, die bald unterschlauer Verwertliung der katholischen Svm-pathieen der romanischen Bevölkerung Afri-ca’s den Untergang des Vandalenreichesherbeiführt (vgl. An. Val. 315 f.: cui [seil,loanni papae) lustinus imp. venienti [seil.Cpolim. | ita reccurrit, ac si B. Petro etc.,Marcellin. Chron. ad a. Chr. 525 | Magnabibl. vet. patr. VT 369] und das Näherebei lief eie 570, 089—69(5). Man wird esalso in politischer Hinsicht begreiflichlinden, dass Trasamund noch auf dem Tod-kette seinen Nachfolger Hilderich sich eid-lich verpflichten Hess, an der bisherigenkatholikenfeindlichen Politik festzuhalten(vgl. V. T. 328, ,Maximo V. C. consule 4 ).
5) Trasamunds Nachfolger, Hilderich(reg. 523—530), der hochbetagte Sohn llu-nerichs und der Kaisertoehter Eudocia , war,ähnlich wie in Italien die Königin Amala-suntha, Theoderichs Tochter, seiner vanda-hschen Nation entfremdet, sanften Gemiiths,dem Kriege völlig abgeneigt und, was dieHauptsache ist, vollständig romanisirt,dem byzantinischen Hof und zumal lustinseinflussreichem Netten und Nachfolger (seitd-7), lustinian l, aufs engste befreundetund gerirte sich demgemäss, nicht etwauus blossen Opportunitätsrücksichten der1 olitik, wie vorübergehend sogar ein Gei-serich und Hunerich, sondern aus innigsterUeberzeugung, als der aufrichtigste Freundund Beschützer des Katholicismus, wenn er«juch den Arianismus nicht abschwur (vgl.Proc. I 9 ). Gleich nach dem Tode Tra-
samunds — noch ehe er officiell vom ThroneBesitz ergriff, um seinen Eid nicht zu ver-letzen; Dahn 260 verwirft mit Rechtdiesen ,heiligen Betrug 4 , über den selbstGibbon a. a. 0. 326 zu günstig urteilt —bewilligte er den Katholiken die uneinge-schränkteste Cultusfreiheit. Er rief die ver-bannten Oberhirten aus dem Exil zurückj und gestattete, dass an Stelle des inzwischenim Auslande verstorbenen Eugenius ein ge-wisser Bonifacius im Coemeterium s. Agilei! zum Bischof der Hauptstadt gewählt wurde;j auch gab er gern seine Einwilligung zuri Wiederbesetzung sämmtlicher erledigterDiö-j cesen (vgl. Vit. s. Fulg. c. XXVIII, § 59,
! XXIX, § 60 mit Proc. I 9, App. ad Pros.
I Tir. 312 und V. T. 1. c.). Jetzt fändeni auch wieder katholische Synoden auf afri-canischem Boden statt, und zwar gleich an-i fangs 523/524 in der byzacenischen Provinzzwei, zu lunca und Sufes (vgl. Vit. s.Fulg. c. XXIX, § 67 und das Nähere bei; Hefele 702 f., § 236), und im J. 525 einegrössere Synode in der Zeugitana, zu Car-thago selbst, unter dem Vorsitze des Bi-schofs Bonifacius (vgl. Hefele 710—715,§ 238). Eine seltsame Ironie des Schick-sals liegt in dem Umstande, dass geradeder Sohn des fanatischen Arianers Hune-rich , dessen Thronfolge dieser per fas eti nefas zu befördern bemüht war, den afri-; canischen Katholiken die volle Glaubens-: freiheit wiedergegeben hat! Auf dem letz-! tern Concil sprach der Vorsitzende u. A.j seine Freude über die Wiederherstellungj der kirchlichen Freiheit aus. Höchst be-j achtenswerth zur Beurteilung des Geistes: der damaligen afrieanischen Bischöfe istfolgende Bemerkung Hefele’s (711, Anm. 5):
| ,kaum waren die afrieanischen Bischöfe ausdem Exil zurückgekehrt und von der Ver-folgung befreit, so brachen R a n g Strei-tigkeiten unter ihnen aus, wie wirbereits oben in der Geschichte der Synodevon lunca und Sufes sahen, S. 703‘.
6) Die antinationale Politik Ililderichs,der sich unkluger Weise durch sein hartesVerfahren gegen Trasamunds Wittwe Ama-lafrida mit den Ostgothen verfeindet hatte(vgl. Proc. I 9 mit V. T. 328), vor Allemseine ostensible Freundschaft mit Byzanzund seine auffallende Begünstigung der Ka-tholiken, führte eine Verschwörung allernationalgesinnten Vandalen herbei, an derenSpitze Genzo’s Enkel und Geiserichs Urenkel,G e 1 i m e r, stand, der Mann, welchem demGeiserich’schen Testament zufolge der Thronnach Ililderichs Ableben zufallen musste.
: Gelimer, selbst hochbetagt, wartete aber denTod des greisen Fürsten nicht ab, er liessi vielmehr, gestützt auf seinen mächtigen An-i hang, den schwachen Monarchen absetzen' und einkerkern und nahm selbst Besitz