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Ciborium.
befand. Weil dieses Dach für den hl. Opfer-tiscli ein Schutz und eine Ehre war, sofehlte es auch in den altchristlichen Kir-chen nicht. Doch sei ferne, zu behaupten,alle Altäre seien von Anbeginn an mit Ci-borien geschmückt gewesen. Ueber dieForm dieser Baldachine sind wir ziemlichgenau unterrichtet, obwol Exemplare ausden ersten sieben christlichen Jahrhundertennicht erhalten sind, weil Beschreibungen jund ein paar Mosaikbilder uns eine klareVorstellung geben, f Boldetti 14 signalisirtedie Existenz eines C. in einer Krypta desCoemeterium S. Pietro e Marcellino, Bosio359 die eines andern in der Katakombe S.Pamfilo an der Via Salaria , und jüngst Ste- \venson ein drittes in S. Zotico; s. dessen jCimitero di Zotico, Moden. 1876, 31. Vgl. jdazu de Rossi R. S. II 234; Labus MarmiBresciani 102; Garrucci Vetri Tav. 39 10 ,221. K.| Anastasius erzählt von Kaiser
Constantin, er habe die Krypta des hl. Pe-trus hergestellt und ,darüber zum Schmuck ,Porphyrsäulen gesetzt und gedrehte Säulen jaus Griechenland ". Dass es sich in diesen'Worten um ein C. handelt, erwähnt ganz jklar, auf Urkunden gestützt, Petrus Mal-lius (12. Jahrh.) in seiner Beschreibung der jPeterskirche, indem er anführt, Constantin jhabe auf Bitten des Papstes Sylvester ,ein \C. anfertigen lassen aus Porphyrsäulen undreinstem Golde 1 und vor den Altar 12 Säu-len aus Griechenland gestellt ( Boiland, . Act.SS. Ian. VII 37). Auch von Papst Gregord. Gr. erwähnt Anastasius , ,er habe demhl. Apostel Petrus ein C. gemacht mit vierSäulen aus reinstem Silber 1 . Diese Anga-ben wird man nicht widersprechend finden,wenn man bedenkt, dass in der alten Pe-terskirche ein Altar über der Confessio deshl. Petrus, ein anderer am Eingänge desPresbyteriums stand (Näheres de Waal Ruhe-stätte des hl. Petrus 1871, 75—87). Deut-licher drückt sich über die Form der alt-christlichen Ciborien Johannes, Erzbischofvon Thessalonich (7. Jahrh.), aus in einemBerichte über die Wunde' 1 am Grabe desMärtyrers Demetrius. Nach seiner Erzäh-lung kam um das J. 600 ein Mann durcheine Vision geleitet in die Kirche des hl.Demetrius zu Thessalonich und ,sah jenesheilige und überaus schöne Werk in Mittedes Schiffes nach links hin im Sechseck er-richtet, aus sechs Säulen und ebensovielenWänden aus reinem und bearbeitetem Sil-ber gebildet, und ähnlich das Dach, wel-ches, auf sechs Seiten ringsum unterstützt,wie vom Boden aus in eine einzige rundeK u p p e 1 ausläuft und darüber eine silberne,nicht gar kleine Kugel trägt, unter wel-cher wunderbare Blätter, wie jene des Kür-bis, hervorsprossen. Ueber allem diesembefestigt, strahlt die Trophäe über den Tod,
blendet durch die silberne Arbeit die Au-gen des Körpers und erleuchtet durch dieBetrachtung Christi die Augen des Geistesmit himmlischer Gnade, ich meine das leben-spendende und ehrwürdige Kreuz unseresGottes und Erlösers 1 . Dieses Werk, fügtErzbischof Johannes bei, führe den NamenC.; leider wurde es 584 bei einem Einfalleder Avaren durch Brand zerstört. Bolland.Act. SS. 8. Oct. 133; eine Reconstructionbei Texier Archit. byzant., Londres 1864,135. Eine andere ausführliche Schilderungvon einem C., welches einen Altar über-deckte, giebt Paulus Silentiarius in seinerBeschreibung der Sophienkirche zu Con-stantinopel (6. Jahrh.). Seine Worte lau-ten nach der neuesten Uebersetzung vonKreutzer (Lpz. 1875): ,über dem unbefleck-ten goldenen Altartische erhebt sich einhoher Thurm in die weite Luft, auf viersilbernen Bogen ruhend. Getragen wird ervon silbernen Säulen, auf deren Häupterdie vier Bogen ihre Füsse stellen. Ueberdiesen Bogen er ebt er sich, einem Kegelähnlich, nur dass die Basis nicht ganz rund,sondern achteckig ist; und so erhebt ersich unten breit, immer schmäler werdend,bis er in eine Spitze endet. Acht silberneSeitenflächen zeigt er; aber schön zusam-mengefügt bilden diese eine hohe Spitze.Und zwar ist jede Seite ein Dreieck, aberso laufen sie zusammen, dass sie eine Spitzebilden, auf welcher der Künstler einen B e-cher anbrachte, dessen umgebogene Rän-der die Gestalt von Blättern haben. In derMitte desselben aber machte er die Gestalteiner II i m m e 1 s w ö 1 b u n g, aus Silberglänzend, und über dieser erscheint dasKreuz, das uns gnädig sei. Unmittelbarüber den Bogen, die die Basis bilden,schlingt sich um denFuss des Kegels Laub-werk, aus welchem hin und wieder auf-recht stehende Spitzen hervorragen, gleichder Frucht des schönbelaubten Birnbaumes,und ihren Glanz von sich geben. Wo aberdie Ecken der Basis sich berühren, da sindwieder Becher angebracht und in jedemBecher eine Kerze oder vielmehr das Bildeiner Kerze; denn sie sind nur zur Zierde,nicht, um Licht zu geben, sind aus Silbergemacht, das herrlich glänzt und geben nureinen Silberstrahl, keine Flamme von sich 1(v. 720—754).
Mit diesen Beschreibungen von Ciborienstimmen die Mosaikbilder überein in deruralten (4. Jahrh.) St. Georgskirche zuThessalonich (Texier 1. c. pl. 32, 34), inS. Ambrogio zu Mailand ( Biraghi I tre se-polcri 1844, 9) und in S. Giovanni in fonte(5. Jahrh.) zu Ravenna ( Ciampini Vet. Mon.(I, Tab. 43). a. schmio.
[Die beigegebene Fig. 103 veranschau-licht das C. in S. Clemente , das zwar einer