Classiker.
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metik, Geometrie, Astronomie und Musik,unter dem Zudrang vieler Schüler gelehrtwurden. Die Einführung in die griechischeund lateinische Litteratur, die Erklärungund Einübung der classischen Dich-ter und Prosaiker war der Gegenstandder Grammatik und die Aufgabe des Gram-matikers, unter welchem man sich nichtsanders, als einen Philologen im heutigenSinne zu denken hat. Die Frage, wie sichdas christliche Alterthum gegenüber denheidnischen Classikern verhielt, wird imWesentlichen mit der andern Frage beant-wortet, ob es denselben eine Stelle in demLehrpläne für den Jugendunterricht einge-räumt und welchen Nutzen es eventuellhiervon erwartet habe. Wenn wir zur Be-antwortung dieser Frage die ersten histo-rischen Spuren aufsuchen, so können wirfür die vorconstantinische Zeit nurspärliche Aufschlüsse erwarten. So langedas römische Reich officiell ein heidnischeswar und die christliche Religion mit Ge-walt zu unterdrücken, ja von Zeit zu Zeitin dem Blute der Märtyrer zu erstickenbestrebt war, konnte sich das kirchlicheUnterrichtswesen nur nothdürftig entwickeln.Die Jugend in den Profanwissenschaftenunterrichten zu lassen, konnte nicht eindringendes Bediirfniss sein, und dieses mussteum so seltener empfunden werden, je mehrdie Begüterten und Gebildeten theils ausVorurteil, theils aus Rücksicht auf die Staats-regierung sich von der christlichen Religionfernhielten. Zunächst und zumeist gilt die-ses von der Zeit der apostolischenVäter, also bis gegen die Mitte des 2. Jahrh.Wir gehen wol schwerlich irre, wenn wirderen Schriften, unbeschadet ihres unschätz-baren Werthes, in Hinsicht auf ihren un-bedeutenden Umfang und ihren rein reli-giösen Inhalt als den Typus der damaligenchristlichen Bildung betrachten. Von pro-fanen Studien der Christen oder gar vonchristlichen Schulen zur Pflege dieser Stu-dien ist uns wenigstens aus dieser Zeitdurchaus nichts bekannt. So erklärt sich,Wie die Heiden damals, als Minucius Felix seinen Octavius schrieb, den Christen denMangel wissenschaftlicher Bildung vorwer-fen konnten (Octav. c. G), ohne dass derVerfasser es auch nur versucht, diesemVorwurf die thatsächliche Unterlage zu ent-ziehen (c. 17). Dass eben dieser Vorwurfunter den Heiden gang und gäbe war, alser längst nicht mehr zutraf, und dass erAKr c * num Hieronymus die Feder zurAbfassung seiner Viri illustres als einer-Ehrenrettung der Vergangenheit in die Handnrucken konnte (Hieran. Ep. ad Dextr.),darf uns wenig wundern, wenn wir selbsteinen christlichen Apologeten des 4. Jahrh.,emen Lactantius , über die schriftstellerischen
Leistungen der Vorzeit mit einer höchstungerechten Geringschätzung aburteilen se-hen (Instit. V, c. 2, n. 1). — Einen bedeu-deutenden Fortschritt zeigt schon die z w e i t eHälfte dervorconstantinischenPeriode. Jemehr das Christenthum im Verhältniss zuseiner Ausbreitung die öffentliche Aufmerk-samkeit in Anspruch nahm, je mehr esdurch seine Lebenskraft dem Anstürmender rohen Gewalt sich überlegen zeigte,um so mehr rief es die Waffen der Wis-senschaft gegen sich auf, um so mehr musstesich aber auch in Folge dessen auf Seitenseiner Vertheidiger eine gründliche Bildungund insbesondere der Besitz der griechisch-römischen Geistescultur als wünschenswertherweisen. Eben dahin drängte auch derKampf mit der heidenchristlichen Gnosis.Dazu kam endlich, dass das Christenthumimmer mehr in die gebildeten Kreise vor-drang, so dass Arnobius den Heiden ent-gegenhalten konnte, wie hochbegabte Redner,Grammatiker, Rhetoren, Juristen, Aerzte, jaErforscher der Geheimnisse der Philosophiesich demselben zuwendeten (Am. Ad nat.II 5). Als die erste geschichtlich nachweis-bare Schule auf kirchlichem Boden, anwelcher die sog. encyklischen Wissenschafteneine Stätte fanden, ist die berühmte Kate-chetenschule zu Alexandrien zu bezeich-nen. Unzweifelhaft übte in dieser Hinsichtschon Clemens von Alexandrien alsLehrer an dieser theologischen Anstalt einenbedeutenden Einfluss aus. Es lässt sich die-ses nicht anders erwarten bei der hohenAuffassung, die er von den encyklischenWissenschaften hegte und die er in denWorten ausspricht: ,die encyklischen Wis-senschaften dienen der Philosophie, ihrerGebieterin, wie diese der Weisheit 1 (d. h.der christlichen Gnosis) . . . ,Die Weisheitist die Herrin der Philosophie, wie diesedie Herrin der Vorbereitungswissenschaften 1(Strom. I 5). Sicher ist, dass sein Schülerund Nachfolger, der von Heiden und Chri-sten gefeierte 0 r i g e n e s, die encyklischenWissenschaften in seinen Lehrplan hinein-zog, und dass derselbe insbesondere auchden Unterricht in der classischen Litteraturin den ersten Jahren seiner Thätigkeit alsKatechet persönlich ertheilte (Euseb. Hist,eccl. VI 2). Dass Origenes auch in Cae-sarea, wo er vorübergehend als Katechetwirkte, auf die encyklopädisclien Fächerein grosses Gewicht legte, und dass er ins-besondere die Lectüre der heidnischen Dich-ter und Philosophen — mit Ausnahme deratheistischen — als Vorstufe zum Studiumder hl. Schrift betrachtete, erfahren wiraus dem Panegyricus, in welchem ihn seinSchüler, der hl. Gregorius Thaumaturgus,mit so glühender Begeisterung preist (c.13—15). Die in dieser herrlichen Lobrede