Flabellum.
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ten und mit freier Hand verwendet wurden,waren nach Lindanus Panopl. evang. IY 56noch andere im Gebrauche, welche am Bo-den des Abendmahlskelches (calix ministe-rialis) angelöthet waren und Fistutue ferru-minatae oder nasi hiessen. Letzterer Namewird in der Bedeutung von F. auch in demBriefe genommen, welchen Silo, König vonOviedo und Asturien , a. 777 an Cyxilas,Erzbischof von Toledo , schrieb, worin erberichtet, dass die Königin der von demErzbischof erbauten Kirche des hl. Thyrsuseinen silbernen Kelch, eine Patene und einBecken nebst nasus gegeben habe ( ButlerVit. SS. II 135). Noch heutzutage geniesstder Papst bei feierlichen Messen das hl. Sa-crament im Kelche durch Saugen mittelstder F. Man hat hierfür verschiedene Gründeangegeben; unter Andern wollte Rocca Desolemni communione summi Pontif. t. I 27eine allegorisch-mystische Hinweisung aufdas Rohr sehen, an welchem der mit Essiggefüllte Schwamm Jesu am Kreuze gereichtwurde (Matth . 27, 48). Allein Bened. XIVOpp. t. X 229 erklärt dies als einen zwarfrommen, aber nicht richtigen Gedanken;Papst, Diakon und Subdiakon communicirennach Benedict desshalb mittelst der F., umden alten Usus in Erinnerung zu bringen,wie ehemals dem Volke die Eucharistie un-ter beiden Gestalten gereicht worden sei.Vgl. ausser Vogt 1. c. noch Krazer Deapostolicis nec non antiquis eccles. occident.liturg. 204 sqq. krüll.
(Dazu Koecher J. Christ. Apospasmatiahistoriae fistularum eucharisticarum, Osna-brugi 1741, 4°, welcher mehrere interes-sante Belege für die Fortdauer der sumptioss. Sanguinis per fistulam bis in die neuereZeit nach weist; so z. B. aus einem Berichtdes Fürsten Georg von Anhalt an den Kur-fürsten von Brandenburg , Opp. ed. Germ,a. 1555; Wilh. Lindanus Panopl. evang.lib. IV, c. 56, f. 342: quia enim sanguiniseffusio propter incultioris populi rusticita-tem merito timebatur, calicibus canna estferruminata affabreque inserta unde Christisanguinem liceret sugere, non bibere. Ta-les duos vidimus Boltzwardiae Frisiorum.Habet et monasterium Thabor et Berghumpoculum simile, sed argentea (nam illi suntstannei) fistula , veterein in ritum factum,quo post communionem et bodie utuntur.Weiter Beat. Rhenan. in Tertullian. lib. decoron. milit., Opp. Tert. 411 ; Chr. NifaniiCarolus M. confessor veritatis evang. abimpugnationibus Nie. Schatonii vindicatur,943 f.; Rod. Hospiniani Hist, sacrament. I,lib. IV, c. 1, f. 248; Cassandri Georg. Li-turgie. c. 22, f'. 51; c. 23, f. 53; c. 31, f.78; Bona Ioan. Iier. lit. I, c. 25, § 1, p.4—70. Nach Pellican bei Beat. Rhenan. a.a - 0. bedienten sich die Karthäuser, wenn
Real-Encyklopüdie.
sie Laien die Communion spendeten, derF. K.]
FLABELLUM . I. Bekannt ist aus demAlterthum die Sitte, sich Sonnenschirmevortragen zu lassen ( Ovid . A. am. II 209von dem pedissequus: ipse tenet distentasuis umbracula virgis, || ipse face in turba,qua venit illa, locum; Claud. in Entr. I464: [eunuchi] umbracula portant virgini-bus; vgl. Ovid . Fast. II 309; Mart. XIV28; XI 73, 6 [umbella]; Iuvenal . IX 50)und sich der Fächer zur Verscheuchungder Insekten und Linderung der Hitze zubedienen (Ovid . Art. am. I 161: profuit ettenues ventos movisse flabello; Amor. III2, 37; Martial. III 72: et aestuanti tenueventitat frigus || supina prasino concubinaflabello. Ueber die flabelliferae Plaut. Tri-num. act. II, sc. 1, v. 22; beim Schlafefächelt der Sklave: Terent. Eun. III 82).Auch die Aerzte gebrauchten die Fächerbei ihren Krankenbesuchen ( Deremberg i.v.; Martigny 2 322). Bei religiösen Ritensieht man sie auf griechischen Vasen inder Hand opfernder Frauen (E. ViscontiOss. su due mosaici ant. 7).
II. - Es war selbstverständlich, dass derGebrauch eines im Orient und den südlichenGegenden so nothwendigen Instrumentesauch von den Christen im Privatleben bei-behalten wurde. Ilieron. Ep. XXVII 13:ipsa assidere lectulo, flabellum tenere, su-stentare caput etc. Die Mönche widmetenihre Handarbeit häufig der Anfertigung vonFlabellen, theils für den privaten, tlieilsfür den liturgischen Gebrauch. Die Fla-bella waren beliebte Gegenstände, mit de-nen man sich zu beschenken pflegte (Mar-cella bei Hieron. Ep. XLI). In Monzabewahrt man noch das F. der K. Tlieode-linde, ein nach Art unserer Fächer zusam-mengefaltetes Stück Leder mit Resten einerjetzt unleserlichen Schrift. Es hiess auchmuscarium und wird in einem allen Glossarals muscarium quo muscas abigimus defi-nirt, daher das fr. esmoucher, mouchoir.
III. Sehr früh wird das F. im liturgi-schen Gebrauch erwähnt. Schon nach denConstit. Apost. VIII 12 sollen zwischen Of-fertorium und Communion zwei Diakone,welche an den Seiten des Altars Platz neh-men, unausgesetzt Flabella bewegen, umdie Hitze zu scheuchen und Fliegen zu ver-hindern , sich den hl. Gefässen zu nähern.Nach den Liturgieen des Chrysostomus undBasilius findet diese Fäclielung währendder Consecration statt, nach German . (Con-temp. rer. eccl. 157) hört sie bei dem Ge-bet des Herrn auf. Als wesentlicher Theilder liturgischen Geräthe begegnet uns dasF. bei Cyrill. Scythop. c. 550 im Leben desEuthymius (als p.Daxty.r ( pi-t;), Moschus (Prat.
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