Band 
Erster Band. A - H.
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531
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I

Flagellum.

531

Fig. ISO. Flabeilum (Bibi. Barberini).

and Irish Mss.pl.LIII’ u. pl.XX, dazu p.

155) sieht.

Weiter sind zuerwähnen dieMosaiken vonS. Sabina; dieFresken vonSS. QuattuorCoronati zuRom , wo dasF. in zwei Dar-stellungen deshl. Silvester erscheint ( d’ Agincourt Peinturepl. CI 8 , 9 ); diese Malereien gehören dem13. Jalirh. an. Mittelalterlich sind eben-falls die von Martigny a. a. 0. berührtenMiniaturen des Menol. s. Basilii in der Yit.s. Theoctistae, 9. Ian., und das von GerbertLit. Alem. I, tab. VI 4 aus einem römischenMissale abgebildete.

V. Einige Exemplare von Flabella ha-ben sich erhalten. Von dem F. der K.Theodelinde zu Monza ist bereits Rede ge-wesen. Es ist, wie bemerkt, ein Fächer inder Art derjenigen unserer Damen, ausPurpurvelin, mit Gold und Silber verziert,mit einer Inschrift, die jetzt leider so gutwie erloschen ist. Eine mit Silber beschla-gene Ilolzkasette dient zu ihrer Aufbewah-rung, vermuthlicli eine Copie der ursprüng-lichen Iliilse (s. Beschreibung und Abbil-dung bei W. Burges Archaeological JournalXIV 17—19 und danach Smith Dict. 677 f.,Fig. 8). Von liturgischen Flabella hat sichausser einem 'sceptergleichen Elfenbeinstockeines solchen in der Sammlung Carrand(12. Jalirh.? S. Westwood Catal. n. 141,61), dem Fragment eines zweiten Elfen-beinstocks eines F. (oder.Aspergillum?) imBritish Mus. (12. Jalirh.? S. Westwood n.145, 61 f.) nur das berühmte F. der Abtei!Tournus erhalten, von welchem Stücke indem Musee Clugny zu Paris ( Westwood n.135—136, 59 f.) und in der Collection Car-rand (ein n. 139, 140, 60 f.; s. o. unsereStatistik der Elfenbeine S. 403) erhaltenhaben (Abb. bei Sommerard Arts du moyen-äge II 195, III 251, V 231; Atlas ch. XIV,pl. 4; Album LX ser., 17, und danach beiSmith Dict. 678, Fig. 9). Es ist eine kreis-förmige Scheibe an einem Elfenbeinstab,mit den Bildern von 14 Heiligen geziert(Madonna mit Kind, Lucia, Agnes, Caecilia,Peter und Paul, Andreas auf der einen,Mauritius , Dionysius, Pliilibert, Hilarius,Martinus, mit einem Judex 1 und einem ,Lo-vita‘ auf der andern Seite); Distichen er-klären den Gebrauch des Instruments, wel-ches wol ins 8. Jahrli. zu setzen ist (S.Pliilibert f 684).

VI. Gebrauch und Bedeutung der

Flabella ist tlieils in dem oben Mitgetheil-ten ausgesprochen, tlieils in den eben an-gezogenen Inschriften des F. von Tournus weiter ausgeführt. Es heisst da u. A.:

sunt duo quae modicum confert estate : fla-bellum

infestas abigit muscas et mitigat estum,et sine dat tedio gustare manus ciborum (! Ipropterea calidum qui vult transire per annumet tutus cupit ab atris existere muscis (!)omni se studeat estate muniri flabello (!)boc quoque flabellum tranquillas excitat aurasestus cum favet (fervet?) ventum facit atqueserenum

fugat et obscenas importunasque volucres.

Mit Recht hebt Martigny 2 323 hervor,dass der liturgische Gebrauch des F. sichoffenbar hauptsächlich auf die Eucharistiebezieht, deren heilige Species das F. vorden Fliegen u. s. f. schützen soll. Was eraber eb. 325 über die symbolische Bedeu-tung des F. sagt, welches dem Papste vor-getragen wird und bei der päpstlichen Messenoch in Anwendung kommt, halte ich fürunhaltbar und in die Sache hineingetragen.Ebenso die Symbolik, welche er im An-schluss an Apoc. 4, 6—8 in den Pfauen-federn findet, welche zu den F. zuweilenverwendet wurden und in denen er Sinn-bilder der christlichen, ganz besonders derdem Papste vorgeschriebenen Wachsamkeiterblickt. Für solche Ausdeutungen fehltjeder ernste Beweis.

Vgl. zur Litteratur ausser den oben an-geführten Quellen: Durand. De rit. eccl.catli. lib. I, c. 10; Mubillon Mus. it. II 297,305; Krazer Lit. oecid. 211—212; MartignyDe l’usage du F.; Bingham VIII 6, § 21;XV 3, § 6 (VI 306 ed. lat.); Bona Rer.lit. I 25, § 6; Augu&ti Ilandb. III 536;Archaeol. Journ. V 200, XIV 17; GerbertLit. Alem. I. kraus.

FLAGELLUM — Geissei — ist als Werk-zeug körperlicher Züchtigung der altchrist-lichen Kirche nicht fremd. Schon Augustin.Ep. CL1X ad Marcellin. und Serm. CCXVde temp. erwähnt der Schläge mittelst vir-garum und flagellorum, welche von denLehrern der freien Künste, von Eltern undseihst von Bischöfen als Strafmittel benutztwurden. Von dem Bischof Caesarius vonArles erzählt sein Biograpli bei Surius suh27. Aug., dass derselbe nöthigenfalls strengei auf der Strafe der Flagellation bestanden,aber auch angeordnet habe, dass Niemandmehr als 39 Streiche erhielt. Unter demVorsitze dieses Bischofs wurde die wichtigeSynode von Agde ( Conc. Agathense) 506gehalten, deren can. 38 verordnet, dassKleriker und Mönche, bei denen Ermah-nungen nichts nützen, mit Schlägen ge-' züchtigt werden sollen, ebenso nach c. 41

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