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Flüsse.
thatsächlich vorhandenen Anschauung derkirchlichen Schriftsteller, dass der F. einSegen sei. Denn hier gilt, was Cyrill. Hie-ros. Catech. 4 vom Exorcismus sagt: wendeihn mit Eifer an xa't aoxrjpi'avoi xo upa^piavop-uov Eivai, cpEU'/Ei piv fap 6 eytlpo? 6atp.u>v,irapapivsi 6s fj au)xr]pia xal -apajxsvsi fjäXlClC XXj C «ilOVl'ou £<orjj.
2) Anordnung. Christus hat den F.hinweggenommen und ist rj x5js xctxapacXujt? (Gal. 3, 10) und die euXo-pa izäoiv(Epiphern. Haer. 42); auch soll nach Jac.3, 9 aus demselben Munde nicht suXo-pa xalxaxapa kommen. Allein der kirchlicheF. soll ein Mittel zum Heile sein und hatseine positive Begründung im A. und N.Test. Vgl. den F. Bileams Num. 22; denJosua’s über Jericho Jos. 6, 26 und Elisa’sII Reg. 2, 24; ganz besonders aber diePsalmen und unter ihnen den sog. Fluch-psalm 109 (psalmus imprecatorius) mit denmaledictiones Scarioticae, so genannt, weilder Psalm auf Judas gedeutet wurde, einPsalm, der auch in die kirchlichen Formelnüberging (Greg. Turon. II. F. 5, 19; Mar-tine I)e antiq. eccl. rit. III 423). Im N.Test, hat der Herr einen F. verkündet überden Feigenbaum (Matth . 21, 17) und eineArt F. sind seine Weherufe (Matth . 23,23—38; 26, 24; Luc. 6, 24). Namentlichaber wurde das Vorgehen des hl. PaulusVorbild für die kirchliche Disciplin. DerApostel stösst nicht nur aus der Kirche aus(Act. 23, 3, gegen Alexander; I Kor. 5, 5und Gal. 1, 8: 7;apa6oüvai x<p aaxava), son-dern wendet auch förmliche Verwünschungenan I Kor. 16, 22, wo das vielbesprochenemaranatha cfr. Bened. XIV De synod.; na-mentlich aber ist II Tim. 4, 14 (dixooipr)aux<7> 6 xupio? xaxa xd sp'/a auxoü) ein wahresParadigma eines kirchlichen Fluches, wieschon Theophyl. z. d. St. und Eulog. Alex.bei Photius Cod. 280, 1617 erkannt haben.Ueber die traditio satanae vgl. Tert. Apol.39; De pudic. 13 u. 20. Aehnlich Hilarius,Ambrosius, Augustin, Origenes und Cliry-sostomus. Endlich kann sich die Kirchenoch auf das Beispiel der Märtyrer be-rufen , die öfters von dem F. Gebrauchmachten. — Dass geschichtlich der Syna-gogalritus mit seinen drei Abstufungen vonBann auf die kirchliche Praxis Einfluss ge-übt bat, ist unleugbar (Seiden. De synedr.Hehr. I, c. 8). Nur brachte bei den Judender F. bloss den bürgerlichen Tod, bei denChristen den geistigen: Entziehung allerTrostmittel.
3) Sittliche Bedeutung. Diese istin Obigem schon angedeutet. Der F., wieer in den Evangelien und apostolischenBriefen zu Grunde gelegt erscheint und inder alten Kirche zur Hebung kam, ent-spricht durchaus der Idee der Kirche als
der allein wahren und heiligenden Anstalt,und des Leibes Christi, welcher kein faulesoder todtes Glied an sich duldet; denn dasChristenthum ist keine lahme, indifferenteReligion, sondern weist allen religiösen undsittlichen Indifferentismus, als seinem inner-sten Wesen zuwider, von sich und scheidetaus, was nicht der Idee des Reiches Christigemäss ist. Einen doppelten Zweck ver-folgt daher die Kirche durch Anwenden desFluches: erstens Sicherstellung der Herde ge-gen Ansteckung und zugleich Abschreckungvor der mit dem F. bezeiclmeten bösenThat, und zweitens sittliche Besserung desIrrenden: ut qui prece et exhortationibusad nullam frugem reduci nequeunt, seve-riorem disciplinae castigationem experian-tur . . . (Martine III 433), damit sie, wieder Apostel I Tim. 1, 20 sagt, ,die LehreChristi nicht mehr zu lästern lernten 1 . DieBesserung des Irrenden als Zweck des Flu-ches heben besonders Augustin. De corrept.et grat. c. 15 und Ambros. De offic. min.
II 27 hervor. Auch die schwersten Fluch-
formeln, welche über hartnäckige und un-bussfertige Sünder, die insordescentes, wieder t. t. lautet, gesprochen wurden, solltenabschrecken und zur Besserung antreiben:7va xo -v£Üp.a I Kor. 5, 5. Der F.
der Kirche zielt also niemals auf den Un-tergang des Sünders, sondern auf dessenRettung.
4) Formeln. Diese waren ursprüng-lich einfach, wie die biblischen: anathema,maran-atha. In dem Grade aber, als dieFeierlichkeit, mit welcher die Kirche dieAusstossung aus ihrem Schoosse vornahm,wuchs, nahmen auch die Fluchformeln einenernsteren, feierlicheren Charakter an unddie Kirche beschränkte sich nicht mehr aufdas Aussprechen der Sentenz, sondern suchtemöglichst durch Erweiterung und Ausdeu-tung des im Anathem liegenden Gedankenssittlich zu wirken, bis im MA. die Ver-wünschungen zu weitläufigen Formeln sichsteigerten. Eine ausführliche Formel schonhei Gregor I Ep. 1. 4, 20; vgl. Si/nes. Ep.58 (al. 57), Bannformel gegen den Präfec-ten Andronicus, und Innocenz’ I F. überArcadius und Eudoxia. Ueber Fluchfor-meln gegen etwaige Uebertreter von Er-lassen und Urkunden s. Mabillon Diplom. 2,c. 8. Der hl. Hieronymus Ep. Gal. c. 3macht darauf aufmerksam, dass im A. Test,bei den hnprecationen niemals der NameGottes genannt werde, so Gen. 9, 25; Jos.6, 26, und ebenso nicht in den betreffendenPsalmen. Vgl. Tlieodoret. In Ps. 34; s. d.A. Anathema und Greffer De bened. etmaled. (1. III), Ingoist. 1615; Auqusti Hdb.
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