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Erster Band. A - H.
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537
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Fondi d’oro — Fossores.

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FONDI D’ORO, s. Goldgläser.

FONS, s. Taufe.

FORMA. 1) = ToTos, das Siegel, mitdem amtliche Schreiben versehen sind; sobei Ulpian und im Cod. Theod., demnachauch das Schreiben selbst; Lada nt.De mort. persecut. 48, wo das Edict (Kon-stantins und Licinius’ von den Kaisern selbstso genannt wird; vgl. andere Stellen ausLucifer Calar., Liberatus Diaconus, Facun-dus Hermian., welche Ducange i. v. gesam-melt hat. Danach heissen litterae forma-tae die mit solcher F. versehenen kirch-lichen Amtsbriefe, s. d. A.

2) F. für Eucharistie, Hostie ist mit-telalterlich, ebenso kommt in diesem Sinneformatu vor, wie Ducange i. v. nachgewie-sen hat (Ord. Rom.). Ob der Ausdruckbis ins christliche Alterthum hinaufreicht,ist sehr fraglich.

3) F. für Kirchenstuhl, Chorstuhl, gehörterst dem MA. an.

4) In den überirdischen Coemeterien heisst

forma die Grube, welche wieder in einzelneNischen oder (Kompartiments eingetheilt war.Ygl. de Rossi R. S. III 410 f. und die da-selbst mitgetheilte Inschrift: ANNIBONIVSFECIT SIBI ET SVIS || LOCVM IIOMRW)BVS N (umero) VIII INTRO FORMAS;Kraus R. S. 2 127 f. kraus.

FORMARIUS, FORMARIA, in den Klö-stern beiderlei Geschlechts eine die Auf-sicht über die Andern in geistlicher Be-ziehung führende Person. Der älteste BelegRegul. s. Caesarii ad virgines c. 37. Ygl.Reg. s. Bened. c. 58 und dazu Ducange i. v.

FORMELN, epigraphische, s. Inschriften.

FORNICATIO , s. Unzucht.

FOSSORES, FOSSARII , '/ottuTjvtec , '/.o-Ttaxat. Das Geschäft der Todtenbestattungwurde im römischen Altcrthum von demLibitinarius, dem Tempeldiener der YenusLibitina, bei welchem die Anzeige des To-desfalles gemacht wurde, besorgt und durchdie Vespillones ausgeführt, welche die ge-ringeren Leute auch auf den Sandaptlahinaustrugen ( Sueton . Domit. 17; Eutrop.VII 23; Paulus s. v. Vespae 368; Sidon .Apoll. Ep. II 8; vgl. Marquardt Privat-alterth. I 301; Ders. Das Privatleben derRömer 345). Der in der christlichen Ge-meinde ausschliesslich eingehaltene Ritusder Beerdigung und die Anlage der gross-artigen unterirdischen Nekropolen gab denTodtengräbern in ihr eine ganz be-sonders wichtige Stellung und machte dasInstitut derFossoren schon früh nothwendig,wenn die Bezeichnungen desselben auch zumTheil erst seit dem 4. Jahrli. aufkommen.

Letztere Bemerkung gilt von dem 1.1. xo-TiüivTSf, y. 0 Tta-at, der, in unserm Sinne, erstseit dem 4. Jahrh. in Gebrauch ist undnicht, wie Gothofredus zu Cod. Theodos.XIII, 1, 1 will, dato xoü xotuat — quiespost laborem — oder dito toö -/.otrexoö, vorder /Trauer 1 , sondern, wie dies de Rossinachwies, von xoTtiaaftai,arbeiten 1 abzuleitenist. Die Copiaten waren die Arbeitsleuteder Kirche, wie dies mit Anerkennung sol-cher Thätigkeit hervorgehoben wird in derGrabschrift des DEBESTVS MONTANA-RIVS 1| QVI LABORAVIT PER OMNIVM|| CLIMITERIYM (= per totum cimite-rium) • MERITVS FECIT (worauf auchder y.oTtdoavTt sic xaüxa xd ytopix einer In-schrift des 3. Jahrh. anspielt, R. S. III 534).Cojnatae kommen im Lateinischen zuerstin einem Gesetz des Constantius von 357(Cod. Theod. XIII, 1, 1) und in einem an-dern von 360 (Cod. Theod. XVI, 2, 15) vor,und zwar zeigt der Text des letztem, dassdiese Benennung noch jung ist: copiatasrecens usus instituit nuncupari. Dagegenist fossor, fossarius älter. Muratori zuTlies. Inscr. 1969 3 meinte, der t. eigne aus-schliesslich den Christen, wogegen de Rossieine vorchristliche Inschrift (Orelli-Henzenn. 7403) beibringt, welche gleichfalls einenFOSSOR aufweist.

Unhaltbar ist die Ansicht Onorato’s undZaccaria’s (Lupi Diss. lett. I 288), dass dieFossoren erst von Constantin oder Constan-tius instituirt worden seien. Für den älternBestand derselben sprechen, abgesehen vonden Monumenten, eine Reihe von Texten.So das Inventar der domus, in qua Chri-stiani conveniebant, vom J. 303 (Gesta pur-gat. Caecil., in Optat. Milev. Opp. ed. Du-pin 168): sedente Paulo episcopo, Montanoet Victore, Deusatelio et Memorio presby-teris, adstante Marte cum Helio et Martediaconis, Marcuclio, Catullino, Silvano etCaroso subdiaconis, lanuario, Ileraclo, Fru-ctuoso, Miggine, Saturnino, Victore Samsu-rico et ceteris fossoribus. Die Fossorenzählen nach dieser wichtigen Urkunde zuden Klerikern; ebenso in dem Briefe desHieronymus Ad Innocentium de mulieresepties icta (Ep. 49), wo clerici diejenigenheissen, welche officium linteo cadaver ob-volvere, fossam humum lapidibus construen-tes ex more tumulum parare bestimmt sind;ebenso in dem apokryphen Brief des Igna-tius an die Antiochener, in der Epist. 13ad Rusticum Narbon., bei Hieron. (IX), inden Not. Tiron., bei Epiphan. Com]), doctr.in Euchol. gr. 39 (vgl. Ducange i. v. fos-sarius) und in dem von A. Mai Spie. Rom .IX 133 edirten Chronisten des 6. Jahrh.(Christus in se consecrando ecclesiam gra-dus eius singulos commendavit . . . qui suntostiarius, fossorius, lector, subdiaeonus, dia-