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Erster Band. A - H.
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Fossores.

conus, presbyter, episcopus). De Rossi istder Ansicht, die Fossoren seien ursprüng-lich von den Ostiariern nicht verschiedengewesen, und in der Statistik des römischenKlerus, welche P. Cornelius im J. 251 gab,unter der Rubrik derselben mit aufgeführt,obgleich die Zahl 52 jedenfalls zu kleinangegeben sei. Ihren Unterhalt erhieltendie Fossoren zunächst durch die freie Pri-vatwohlthätigkeit, welche die sepultura mor-tuorum gerade als eine besonders verdienst-liche Handlung betrachtete {Lact. Inst. VI10—12), so dass benefacere soviel als dieTodten bestatten hiess (Bull. 1873, 133);später müssen Massregeln für eine geregel-tere Besoldung getroffen worden sein; derunbekannte Verfasser der Schrift De septemgradibus ecclesiae bei Hievon, (ed. VallarsiXI 115) fordert, dass die Fossoren gleichden übrigen Klerikern aus der arca eccle-siae ernährt werden (eget . . . fossarius,moriuntur fame qui alios sepelire mandan-tur; poscunt misericordiam qui misereri aliissunt praecepti); hier sieht man also die alteFreigebigkeit erlahmen. Vielleicht hängtes damit auch zusammen, dass wir seit dem4. Jahrli. die Fossoren, was früher nichtder Fall ist, die Loculi förmlich verkaufensehen, so in der Inschrift von S. Ciriaca{Boldetti I 53; Kraus R. S. 2 109), in wel-cher zwei Damen sich zu Lebzeiten einBisomum von zwei Fossoren kaufen; in derandern {Kraus a. a. 0.), wo Quintus derFossor erwähnt wird, in der von 382, woder Satz vorkommt: quod multi cupiuXtET RAR! ACCIPIVXT (eb.; de Rossi In-script. I, n. 319). Andere Beispiele habenMarini Arval. II 695 (förmlicher Contractmit Angabe des Preises: EMPTVM LOC VMAB AR || TEMISIVM VISUM VM || HOCEST ET PRETIVM || DATVM FOSSORIIIILA || RO ID EST FOL X 0 PRAE-|| SENTIA SEVER1 FOSS • ET LAVREN-TI. Einen Sixtus als Fossor nennt ein Epi-taph bei Marchi Architett. 165: CVMPA-RAVI SATVRNINVS A || SVSTO LOCVMVISOMVM AVRI SOLID || OS DVO INLVMINARE MAIORE QVE PO || SITAEST IBl QVE FVIT CVM MARITO ANXL; und aus dem J. 400 erzählt eine auchdurch ihre Symbole berühmte Inschrift, dass ■ein gewisser Calevius, ohne Zweifel ein jFossor, einem Avinius den dritten Theil'eines Bisomum verkaufte, dessen beide an-!(lere Plätze bereits durch Calvilius und Lu-

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u. d. A. Katakomben. Es gehört, wie ge-sagt, erst der zweiten Hälfte des 4. unddem 5. Jalirh. an, der letzten Excavations-periode der Katakomben; in den erstenJahrhunderten sind nur äusserst selten Con-cessionen von Gräbern an Lebende gegebenworden; man wollte damals offenbar dieConstruction des ungeheuren Werkes nichtdurch derartige Gefälligkeiten stören.

Dass zu den Fossoren nur tüchtige undzuverlässige Männer taugten, liegt auf derHand und wird ausdrücklich bezeugt (vgl.Boldetti 59 ff.; Marchi 87 ff.): so durchdie oben erwähnte Stelle des von A. Maiedirten Chronicon. palatin. und durch denVerfasser der Abh. De sept. grad. eccl. a.a. 0.: tales fossarios esse ecclesiae convenit,qualis Tobias propheta fuit . . . eius fidei,eius sanctitatis, eius scientiae atque virtutis{Ilieron. Opp. XI 115).

Die oben angeführten Acta purgationiserwähnen zweier Fossoren, welche, vor Ge-richt geführt, nach ihrem Stande gefragtwerden — inductis et adplicitis VictoreSamsurici et Saturnino fossoribus — dieAntwort gaben — der eine, er sei fossor,der andere, er sei artifex. Mit Recht fol-gert de Rossi (R. S. III 539) daraus, dassden clerici laborantes, welche Fossorenhiessen, weil sie fodiebant sepulcra, Künst-ler beigegeben waren, die verschiedene Ge-schäfte hatten. Zunächst war unter diesender mensor, der Geometer, welcher die tech-nische Anlage der Katakomben zu leitenj hatte (s. d. A. Katakomben; de Rossi R.S. TH, p. II; Michele Stefano de Rossi’s| Ausführungen; Kraus R. S. 2 406 f.). DieI Coemeterialgemähle zeigen uns eine Reihe' von Abbildungen von Fossoren, wie siej eben den Tut' bearbeiten, um die Kata-komben anzulegen {Bosio 505, 529; Bol-detti 62; Perret I, pl. XXXIX, XXH). Aufeinem derselben siebt man den Namen desArbeitenden, Trophimus mit der Angabeseines Geschäfts FOSRO {Bosio 529). EinFresco von S. Pietro e Marcellino {Bosio

CALEVIVS BEN-

cius besetzt waren:

DIDIT AVIN(/o) TRlSOMV(w) VBI PO-!SITI ERANT VINI ET CALVILIVS ET_ LVCIVS IN PA(ce) COS STIL {icone}. .Vgl. über dieses Verkaufswesen Marchi 115; |de Rossi R. S. III 542; Kraus R. S. 2 110;

Fig. 191. Freeco aus S- Pietro e Marcellino.