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Gastmähler — Gebet.
784, 2. A. 810. Ganz besonders wurde dieG. in den Klöstern geübt und hierfür in deneinzelnen Ordensregeln, die theilweise spe-ziell von einem magister liospitum reden,ausführlich Sorge getragen, z. B. in Reg. s.Benedicti; Cassian. Collat. II 21. Ygl. meineChristi. Alterthumskunde, Regensb., Manz,I 284 ff.; Arnold Wahre Abbild, d. erstenChristen, Frankf. 1800, III. Buch, Kap. 12,S. 444 f.; Siegel II 166 f. krüll.
GASTMlHLER, s. Mahlzeiten.
GAZOPHYLACIUM, -Ko^uXaztov, ist dasGemach, in welchem die Schätze (thesauri)der Kirche (Matth . 15; Luc. 21) oder dasinventarium ecclesiasticum hinterlegt wird.Dieses Thesaurarium lag in dem Diaconicummagnum, also in einem Anbau oder Neben-gebäude der Kirche, wiewol es oft demDiaconicum geradezu gleichgesetzt wird.Von seiner Bestimmung hatte das G. auchdie Benennungen axeootfuXdz.iov (von uxeoy]SsTito-ce/.dc, welche darin aufbewahrt wurden,Conc. Laod. c. 21 mit Zonar, und Balsam.),•/.sip.T)Xiap-/eTov (xstp^Xta, cimelia, kirchlicheKleinodien), Philostorg. H. e. VII 3; Du-cange Comm. ad Paul. Silent. 597; Cod.Theodos. 1. XVI de haer. 1, 30. DieseSchätze waren die liturgischen Kleider (ve-stes sacrae), Gefasse (vasa sacra), wozu diecimelia, d. i. vasa aurea und vela, sov r iedie dvaÖ7)|Aata oder Weihegeschenke gehör-ten, ferner Bilder u. A., was man zeitweiseaus der Kirche entfernte. Die Gewänderhatten oft eine besondere Abtheilung in derSchatzkammer, die camera paramenti. Auchder Name secretarium wurde dem G. bis-weilen beigelegt. Wenn das Carthag. IV,can. 93 sagt: oblationes dissidentium fra-trum neque in sacrario neque in gazophy-lacio recipiantur, so ersieht man, dass dasG. vom Sanctuarium verschieden und einOrt war, wo diejenigen Oblationen, welchenicht auf den Altar kamen, deponirt wur-den ( Const. apost. IV, V). Ueber den Reich-thum einzelner Thesaurarien s. Anastas.Vit. Silvest., wo das Inventar der constan-tinischen Basilica (Lateran) aufgeführt ist.Aus dem G. durfte nur zur Loskaufungvon Gefangenen etwas veräussert werden{Balsam. Ad can. 12 Conc. Nicaen. II undin Collect, const. eccl. 1. III; vgl. die Art.Diaconicon und Sceuophylax.
[Im MA. bildete sich von dem Wortethesaurus das althochdeutsche trisu, trise =Schatzkammer {Tristan 4481) und trisehüs= sanctuarium; triseläre war der Gazophy-lax und triskamere oder triskamerhort dieSacristei, triskameräre der eleemosvnarius.]
Ungenau steht G. bisweilen für Exedra ,Pastophorium und Diaconicum; Hieron. inEzecli. 40, 17 u. 42, 1. krieg.
GEBET. Mit der Gottheit verkehren, zuihr in irgend eine Beziehung treten, ist einder menschlichen Natur angebornes Be-dürfnis, das in den Religionen aller Völ-ker eine Berücksichtigung gefunden. Die-sem Bedürfnis musste selbstverständlichauch das Christenthum Rechnung tragen,und zwar in einer Weise, die nicht minderder einzig wahren, absoluten Religion, alsder Natur des Menschen entsprach. Eindem Christenthum echt eigenthümlicher Zugist es nun, dass es vorzugsweise als eineReligion des Gebetes auftrat, als eine Re-ligion, in w r elcher das G. zur Hervorbrin-gung und Sicherung der realen Lebensver-bindung des Menschen mit Gott, sowie zurVerpflanzung des himmlischen ,Staates 1 aufdiese Erde (vgl. Phil. 3, 20) als unerläss-liche Bedingung erscheint. Von der dog-matischen und metaphysischen, als nichthierher gehörigen Seite der Frage abge-sehen, soll in Folgendem der Nachweis ge-liefert werden, dass die Kirche, die recht-mässige Erbin der Lehre und HeilsgnadeChristi, sich von Anfang an als eine be-tende Heilsanstalt betrachtet, und dasssie in dieser Eigenschaft von den Christender ersten Jahrhunderte thatsächliclie An-erkennung gefunden hat.
Anlangend den ersten Theil der Frage,so hat bereits der Prophet (Is. 56, 7) dieZukunftskirche als ein ,Bethaus für alleVölker 1 vorausverkündigt, eine Bezeichnung,die, obgleich nichts im Wege stand, siegelegentlich auch auf den jüdischen Tem-pel zu beziehen (vgl. Matth . 21, 13; Marc.11, 17), doch erst in der neutestamentlichenHeilsökonomie ihren vollen Begriff erreichthat. Des Propheten Voraussagung ist durchChristus in Erfüllung gegangen, dadurchnämlich, dass er das G. zu einer der gei-stigen Grundlagen seines Gottesreiches er-hob. Vor Allem betete er selbst und brachteoft ganze Nächte im G. zu, nicht für sichselbst, wie die Kirchenväter bemerken, son-dern ,für unsere Sünden 1 . Das G. war mit-hin in den Augen des Heilandes eines derWerke, durch welche er uns erlösen wollte,es war nach dem Willen seines Vaters einTheil der stellvertretenden Genugthuung.,Wenn nun er, der frei von Sünde war,betete, um wieviel mehr müssen die Sün-der bitten! 1 {Cgpr. De dom. orat. c. 29).Hat Christus, will das heissen, zu unsererErlösung unter anderen Mitteln sich auchdes Gebetes bedient, so gehört zu dem, wasim Werke der Rechtfertigung der Menschselbst zu thun hat, ohne Zweifel auch dasG. Um uns noch mehr hievon zu über-zeugen, hat Christus seinem Beispiel auchnoch das positive Gebot hinzugefügt, dasso klar und deutlich war, dass die Aposteldie Aufforderung an ihn, sie beten zu leb-