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Erster Band. A - H.
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Gebet des Herrn.

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Huldigung und Anerkennung thatsäclilichzu erkennen geben (vgl. Orig, in Levit.Hom. 9, n. 10; Clem. Alex. Strom. VII, c. 7).Die Wirkung dieser symbolischen Handlungtritt uns durch einen andern, gleichfalls imOsten gelegenen Ort noch lebhafter vorAugen. ,Wenn wir beten, 4 schreibt der hl.Basilius (De spirit. s. c. 27), ,blicken wirAlle nach Osten, aber Wenige wissen, dasswir dadurch unser altes Vaterland, nämlichdas Paradies, wieder aufsuchen 4 (cfr. Const.Apost. 1. e.; Greg. Nyss. Serm. 5 de orat.dom.). Ist endlich der Orient als die Quelledes Lichts schon an sich die vorzüglichsteder vier Himmelsgegenden ( Lactant. Inst.II, c. 10), dann ist er es für die Christenin noch viel höherm Grade, insofern Christusdort erschienen, in den Himmel aufgefahrenist und zum Gerichte wieder kommen wird.Hieran dachte wol der hl. Ignatius, als eran die Thatsache, dass er vom Orient nachdem Occident zum Martertode geführt würde,die Bemerkung anschloss: ,schön ist es, vonder Welt unterzugehen zu Gott, damit ichzu ihm hinaufgehe 4 (xocXäv vö oüvai dxd xoa-pou ~p&c Oeov, ?va el( auxov dvaxeilu). AdBorn. c. 2).

Wie also die Kirche den Gläubigen ihrenGebetsgeist eingepflanzt, so hat sie auchallen, bei Ausübung desselben nothwen-digen sichtbaren Formen eine höhere Weiheeingeprägt, so dass überall das Aeusseredurch das Innere belebt erscheint und Gottwirklich im Geiste und in der Wahrheitangebetet wird. peters.

GEBET DES HERBA. Sowol unaufge-fordert und im Interesse eindringlicher Be-lehrung (Matth . 6, 5 f.), als auch veranlasstdurch ausdrückliches Verlangen eines Jün-gers (Luc. 11, 1 f.), lehrte Christus dieApostel ein Gebet, das seiner Entstehungund ganzen Anlage nach unverkennbar dieBestimmung verräth, allen zukünftigen er-hörbaren Gebeten und Gebetsanliegen alsNorm und Muster zu dienen. Wie seinUnterricht überhaupt, so zeichnet sich auchdies Gebet durch erhabene Kürze aus (vgl.Cypr. De dom. orat. c. 28), ein Umstand,wodurch es sich für das Auswendiglernenund den täglichen Gebrauch in hohem Gradeempfahl. Ebenso ist der Inhalt ein solcher,dass nicht minder der Gelehrte als der Un-gelehrte seine Befriedigung darin zu findenvermag. Für Alle eine Quelle des Trostes,ein Spiegel des gottgefälligen Wandels (vgl.Cypr. 1 . c. c. 3), ist es für den eingeweih-ten Theologen zugleich ein ,Inbegriff desganzen Evangeliums 4 ( Tertull. De orat. c.1, 9; Cypr . 1. c. c. 9). Selbst der Zusam-menhang, in dem es nach dem hl. Matthäusvorgetragen wurde, lässt unverholen dieAbsicht erkennen, die Christus damit er-

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reichen wollte. Als Gegensatz zu den imHeidenthum und Judenthum rücksichtlichdes Gebetes kurz gekennzeichneten Ver-irrungen aufgestellt, erscheint das G. d. H.als ein in die Zeit hineingesetzter Pfeilerzur Stütze und Aufrechthaltung aller wah-ren Gottesverehrung, sowie als Probirsteinzur Erforschung der Echtheit unserer Ge-bete. Kein Gebet kann mehr ,im Geistesein, als das, welches von Christus gegeben,von dem uns auch der hl. Geist gesendetwurde 4 {Cypr. 1. c. c. 2); wenn wir, ge-stützt auf dieses ,Fundament 4 , noch ander-weitige Bitten wagen, so brauchen wir nichtzu fürchten, ,von den Ohren Gottes ebensoweit entfernt zu sein, wie von seinen Ge-boten 4 ( Tertull . 1 . c. c. 10).

Hat das G. d. H., wie eben nur in Kürzeangedeutet werden konnte, eine solche Be-deutung, so musste es auch, da das Chri-stenthum vorzugsweise als eine Religion desGebetes auftrat, von Anfang an im Ge-brauche gewesen sein, obwol dessen vonden Evangelien an bis auf Tertullian herabnirgend gedacht wird. Für diese Ansichtspricht auch die sorgfältige Behandlung,die es von jener Zeit an fand. Von dengelehrtesten und heiligsten Männern alsGegenstand eingehender exegetischer Ver-suche gewählt, diente es zugleich als Grund-lage für den Unterricht über das Gebetüberhaupt. ,Von der Nothwendigkeit, dasG. d. H. zu erklären 4 , glaubte der hl. Hi-larius (Comm. in Matth , c. 5) entbundenzu sein, weil ,Cyprian heiligen Andenkens 4ihn (durch seinen Commentar) davon ,be-freit hat 4 . Diesen Erklärungen zufolge istdas Vaterunser ,die rechtmässige und. ge-wöhnlichste Gebetsform 4 ( Tert. 1. c. c. 10),ein Gebet, das wir täglich verrichten müs-sen, weil wir ,täglich sündigen 4 {Cypr. 1 . c.c. 12, 22), ,täglicher Heiligung bedürfen 4(ib. c. 12), täglich das geistige und leib-liche Brod gemessen (ib. c. 18). Als Til-gungsmittel der täglichen kleineren Fehlerund als mächtige Schutzwehr gegen dieFeinde unseres Heils nennt es der hl. Au-gustin ,eine tägliche Taufe 4 (Serm. 213,c. 8; cfr. Enchir. c. 71). Vorschriftsmässigsollen es die Gläubigen täglich ,dreimal 4beten {Const. Apost. VII, c. 24), die Kle-riker es täglich auf die Matutin und Vesperfolgen lassen {Conc. Gerund. c. 10), eineBestimmung, die auch ins Corp. iur. can.c. 14 de consec. dist. V überging. DieVäter der Synode von Mileve beklagten sichüber die Pelagianer, dass sie den Katho-liken das G. d. II. zu entziehen suchten,indem ihrem Lehrbegriff zufolge die ,Bitteum Befreiung von Sünden 4 unnöthig schien{Aug. Ep. 176, al. 92 ad Innoc. n. 2). Nichtden Gebrauch des Vaterunsers wagten dieHäretiker zu bemängeln, vielmehr suchten

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