Gebet, liturgisches, und Gebetsformularien.
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1729. Toepfer Scrutinium orat. dom. philol.,Yiteb. 1693. Walch De usu orat. dom. ap.veteres Christianos, Jen. 1729, rep. in dess.Miscell. sacr. 333. Wernsdorf Vindiciaeorat. dom., Yiteb. 1708. Wildvogel De eoquod iustum est circa orat. dom., Jen. 1712.Steinert De peculiari indole precum Dom.nostri, quarum in N. T. fit mentio, Ossit.1817. Vgl. Bingham Lib. V; Augusli Hdb.II 58 ff. K.] PETERS.
GEBET, LITURGISCHES , und GEBETS-FORMULARIEN. 1) Schon im A. Test, bil-deten Gebet und Opfer die beiden Grund-bestandtheile des Cultes und nicht minderwar selbst im Heidenthum der öffentlicheGottesdienst, d. i. die Darbringung desOpfers, mit Gebet begleitet. Denn das re-ligiöse Bewusstsein als Bewusstsein der Ab-hängigkeit von Gott drängt von selbst zumGebet und letzteres ist sonach eine Aeusse-rung der Religion und ein nothwendigesCorrelat zu derselben. In wahrer Weisespricht sich aber jenes Bewusstsein nur daaus, wo der Mensch um einen persön-lichen Gott weiss: im Judenthum undreiner im Christenthum. Daher konnte dasHeidenthum nicht in christlichem Sinne be-ten, weil die Gottheit bei ihm unter demNaturzwange stand und es nie zur vollenPersönlichkeit brachte. Sehr bezeichnendwurden darum die Christen von den Heidenkurzweg cultores Dei genannt als diejenigen,die allein den wahren persönlichen Gott inwahrer Weise verehren. So Vlpian bei Lad.Inst. Y, c. 11. Auch darum konnte erstim Christenthum das Gebet sich in seinerganzen Wahrheit und Sittlichkeit entwickeln,weil ausser der Erkenntniss vom wahrenWesen Gottes zugleich die Idee von derSünde und der Versöhnung zur vollen Ent-faltung kam und dadurch, wie das Bewusst-sein der eigenen Schuld, so das Gefühl desVertrauens auf die vollbrachte Erlösungwach erhalten wurde. Die hl. Schrift setztdas Beten als so nothwendig zur Idee derReligion gehörig voraus, dass weder dasA. noch das N. Test, ein directes Gebot:,du sollst beten 4 , enthält; es wird nur ge-boten, dass wir ,ohne Unterlass 4 und wiewir beten sollen (Matth . 6, 5 ff.). Christusund die Apostel haben durch Wort undBeispiel das Gebet aufs nachdrücklichsteempfohlen (Matth . 19, 13; Marc. 1, 35;Luc. 6, 12; 23, 24. 46; Joh. 11, 41 u. ö.),und der heidnischen Battologie gegenüberempfiehlt der Herr das innerliche Gebot alsein aus dem Herzen kommendes Opfer (vgl.I Petr. 2, 5). Die junge Kirche, das prie-st er liehe Amt Jesu auf Erden fortsetzend,begann ihre Laufbahn recht eigentlich mitbeharrlichem Gebet (Act. 1, 44; 2, 46; vgl.Luc. 24, 53); es stärkten sich die Gläubigen
zu ihrer Mission in regelmässigen Gebets-zeiten (Act. 10, 9; 16, 25), und Gebets-stätten, nicht Lehrschulen, waren dieersten und regelmässigen Versammlungsorteder Christen. Kurz, das Beten war dascharakteristische Merkmal der wahren Got-tesverehrung der Christen. Eine ganz vor-zügliche Stelle musste dem Gebet im Cultuszu Theil werden; denn Anbetung und Lob-preisung Gottes erscheinen seit den aposto-lischen Tagen als höchstes Stadium desCultes. Es ist darum eine tiefsinnige Idee,wenn die Katakombenbilder, wie oben aus-geführt, die Kirche als die Orans darstellen.Denn sie umkleidet alle ihre Functionen —Opferung, Sacramentenspendung und Seg-nungen — mit Gebetsformeln, vermittelt dieGnaden unter Gebet und weckt wiederumdas Gebet in ihren Gläubigen; Gebet ist dasalle Culthandlungen beherrschende und ver-geistigende Element, die subjective Seitedes Cultus, vor Allem des Opfers und selbstein subjectives Opfer (vgl. Ps. 49, 14. 15.23). Desswegen schon in der ältesten Kircheder Weihrauch das Symbol des Gebets-opfers, der fiosji'a alvsaeuK (HI Mos. 7, 1[Septuag.]) und das Händewaschen vor demGebete wie vor dem Opfer ( Clern . Strom.IV, c. 22, 628). Die Idee aber, dass dieKirche die Vermittlerin des gemeinsamenGebetes aller Gläubigen ist, gleichsam dieZunge Aller, drückt sich seit apostolischerZeit darin aus, dass der Priester als Organder Orans vor jedem gemeinsamen Gebetdie Gläubigen mit dem Grusse ,Dominusvobiscum 4 aufruft und dann die Gebete Allermit dem Rufe ,Oremus‘ zusammenfasst, wo-rauf die Gemeinde am Schlüsse ihr ,Amen 4spricht.
2) Namen, Arten und Zweck desliturgischen Gebetes. Der allgemeinsteName im Griechischen ist £u'/_Vj, was indes-sen auch Messe, bez. Consecration bedeutet;ferner ~po ssoyr, und litaXr)atc (Anrufung).In der griechischen Liturgie wurde einTheil der Messgebete zwischen Diakon undVolk alternirend oder litaneienartig, indemletzteres respondirte, verrichtet, wobei derDiakon zuerst die Gemeinde zum Gebeteaufrief und dann Satz für Satz das Gebetvorsprach (itpos'-pouvEtv), worauf das Volkmit Kopie IXiirpjov antwortete, während derBischof am Schlüsse ein die einzelnen Bit-ten zusammenfassendes Gebet sprach. JenesGebet des Diakons heisst ^poaipiovirjaic(Zurufung), das des Bischofs cruvair-nj, auchimxXr]jic, ^TCoy/jcnt und napdfisaij, lat. col-lecta (= collectio, quia fidelium vota quasicolligebantur, Microl. c. 3), seltener com-mendatio oder oratio schlechtweg. Biswei-len hat in der Kirchensprache sowol dasWort XsiToopyia als missa die Bedeutungvon Gebet. Epiphonem (Ln<pcovr)p.a) ist
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