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Erster Band. A - H.
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Gebet, liturgisches, und Gebetsformularien.

inschriften die häufigen Empfehlungen Ver-storbener an die Märtyrer, vornehmlich andiejenigen, in deren Nähe sie begrabenlagen (Commendo, Basilla, innocentiam Ge-melli; Basilla, commendans tibi Crescenti-num). In der ältesten, der sog. Liturgias. Iacobi XXII, lautet ein Gebetsformular:lasst uns eingedenk sein unserer allerselig-sten, unversehrten, glorreichen und gebene-deiten Herrin, der Gottesmutter Maria undaller Heiligen und Gerechten, damit wirAlle durch ihre Gebete und Fürbitten Barm-herzigkeit erlangen (ottuk sü'/at? xal itpeu-ßeiatc aöxüiv oi iravrec IXerj&cöjjtsv). Die Li-turgie Leo’s d. Gr. bei Muratori Col. 296sagt: impetret quaesumus, Domine, fidelibustuis auxilium oratio iusta sanctorum . . .,und Cyrill. Hieros. Cat. myst. 5, 9 hat fol-gende Stelle aus den Commemorationen derjerusalemitischen Liturgie: elxa p.vt)jjioveuo|j.evxal t£5v itpoxExot(j.ir)p.EV(ov, uptüxiov naxpiap/älv,upotppxuW, a-KoatoXuiv, p.apxupoiv, 6ittu? 6 fisocxaT? su^aic aiixojv xai TtpEußEiatc itpos-SE$r)xai Trjfxtuv xr;v ÖErjatv. Dabei macht Cyrilleinen Unterschied zwischen dem Gebete andie Heiligen und dem für die Verstorbenen.Vgl. ib. V 8. Die Kirche hat seit ältester Zeitin ihren Formularien immer streng zwischendem Mittler der Gnade von Natur und denMittlern durch Gnade unterschieden: dortfleht sie: miserere nobis; hier: intercedite,orate pro nobis. Ueber die Messliturgievgl. Trombelli De cultu sanct. diss. V, c. 16;Oswald Eschatol. 146; Martigny 584.

6) Gebetsformularien im Allge-meinen (Geschichte des Gebetes). Wiewolder Herr eine Ttpoaxuvqatc b TtvEop-aTi em-pfiehlt (Joh. 4, 24; vgl. Jud. 20) und derApostel in sxsvapj.(H dXdXr)xoi (Röm. 8, 26)zu beten heisst, so schliesst dies doch nichtdas Beten in festen Formeln aus. Hat unsdoch Christus selbst ein Musterformular ge-geben und wir sehen, dass auch die Apostelformelhafte Gebete kannten (Act. 1, 24;4, 24—31; 12, 5). Ansätze zu Gebetsfor-meln enthält schon das A. Test., so für dieDarbringung der Primitien (Deut. 26, 5 ff.)und des Armenzehntens (ib. 13—15). Eswar schon in der apostolischen Zeit ein un-abwendbares Bedürfnis für die gottesdienst-lichen Zusammenkünfte, für die Feier derEucharistie und der Sacramente feste Ge-betsformeln zu schaffen; Spuren von solchenlassen sich in den paulinischen Briefen er-kennen. Allein allgemein gültige Formelnwaren sicherlich in der apostolischen Zeitum so weniger vorhanden, als noch häufigcharismatisches Gebet vorkam und erstbeim Erlöschen dieses Charisma stellte sichdringend das Bedürfniss ein, für die litur-gischen Acte auch eine feste Form zu be-sitzen; und wenn anfänglich auch jederBischof bei der gottesdienstlichen Feier nach

augenblicklicher Eingebung betete, so ha-ben gewiss solche Gebete auch ohne schrift-liche Fixirung allmälig stehenden Charakterangenommen und gingen auf den Nachfol-ger über — sie wurden rituell. Ohnehinkonnte man auf die Länge den Vollzug soheiliger Handlungen nicht dem freien Er-messen eines Jeden überlassen. Es botensich indess gleich in der apostolischen Zeitvon selbst einige Formeln dar; abgesehenvom ,Vaterunser 4 , dem Gebetsformular derhöchsten Art, einem wahrhaft universa-len Gebet, das als ,oratio publica et ordi-naria 4 ( Tert .) sicherlich die früheste Verwen-dung in der Liturgie und zwar bei der Abend-mahlsfeier, unmittelbar nach den Consecra-tionsworten fand, bot sich der jungen Kirchein den Psalmen ein vortreffliches Erbtheilaus dem A. Test, dar, die denn auch eineHauptquelle für die liturgischen Gebete wur-den; in den Psalmen hatte die Kirche fürihre Metaphysik einen festen Boden undfür alle ihre Gefühle einen Ausdruck. Wiesehr die Psalmen das Grundelement derGebete und Gesänge bildeten, zeigen sehrklar die Loblieder Maria’s und Zacharias’(Luc. 1, 46 ff., 68—79; 2, 29—32) und derHymnus angelicus (Luc. 2, 14), die grossen-theils aus Psalmenstellen zusammengesetztsind; ebenso das Dankgebet (Act. 2, 24 ff.)und einzelne Gesänge der Apokalypse. Füralternirenden Psalmengesang ist Tertull. Aduxor. II, c. 8 (sonant inter duos psalmi . . .)Zeuge. Ueberdies gab die nachexilische alt-testamentliche Liturgie der christlichen man-che Anleitung. Vgl. die jüdischen Gebetebei Bingham V 120 ff. So dürfte von denPsalmen das sogen, grosse Hallel (Ps. 113bis 118), das der Herr beim letzten Mahlegebetet hatte (Matth . 26, 30; Marc. 14, 26:üp-vijaavxEj iSrjXOov) liturgische Verwendunggefunden haben; von einigen Begrüssungs-formeln aus dem Hallel und namentlich ausPs. 118 können wir den Gebrauch genaunachweisen. So sagt Tertull. De orat. c. 27:diligentiores in orando, in orationibus sub-iungore Alleluja solent et hoc genus psal-mos quorum clausulis respondeant qui simulsunt, die Anwesenden respondiren mit Klau-seln 4 , d. i. mit Formeln wie Alleluja, Amenoder einer Doxologie. Selbst in der häus-lichen Erbauung waren Psalmen üblich(Tertull. Ad uxor. II, c. 8). Sodann habenwir in den Stellen der Apokalypse (19, 1.3. 4. 6), wo der himmlische Gottesdienstbeschrieben und das Halleluja als Antiphonund Responsorium erscheint, wahrscheinlichAnklänge an die christliche Liturgie. ImN. Test, findet sich das Halleluja nur inder Apokalypse, wesswegen es ältere Litur-giker bis auf Bona für ein unerklärbaresEngelswort hielten; im A. Test, erst vonPs. 106 ab und nur im Psalter. Gregor