Band 
Erster Band. A - H.
Seite
580
JPEG-Download
 

580

Gefässe.

25, XLI 54, L 25, LY 32; III, tav. XXII16, 18, 19; tav. XXIY 10, 25.

2) Auf anderen Grabschriften erblicktman auf den Gefässen eine oder zwei Tau-ben, welche daraus trinken {de Rossi In-script. 741, 1370; R. S. III, tav. XX 50,XXX 33; Le Blant I, pl. XXII, XXXVI,XXXIX; s. unsere Fig. 201). Wie dieTauben Symbol der zum Himmel einge-gangenen Seelen, so ist hier das GefässSymbol Christi, der mystischen Speise undder Quelle des ewigen Lebens für dieSeligen. Diese Bedeutung tritt noch klarerhervor, wo aus dem Gefässe ein Weinstock,das Sinnbild Christi (s. d. A. Weinreben),hervorwächst, von dessen Früchten die Tau-ben kosten {Le Blant Inscr. pl. XI 41;de Rossi Bull. 1868, 93; Tonini Att. e mem.della dep. di stör. patr. di Romagna, an.II 83); auch auf einem Trierer Sarkophag{Wilmowsky Archäol. Funde in Trier undUmgegend, Trier 1873, 31). Wo dieselbeDarstellung nicht auf Grabsteinen, auf wel-chen die Anspielungen auf das gegenwär-tige Leben selten sind, sondern auf ande-ren Denkmälern, wie auf einem Altar zuRimini aus dem 5. oder dem Anfang des6. Jahrh. {de Rossi Bull. 1864, 15; Tonini1. 1.), sich findet, ist darin ein Symbol desErlösers als der eucharistischen Speise zuerkennen. Die Taube, im Begriff, sich ausdem Gefäss emporzuschwingen, also dieSeele im Begriff, den Leib zu verlassen,stellen einige Lampen vor; eine vom Coe-meterium des Praetextat bei Marangoni

Act. s. Vict.17, eine ehe-mals im Be-sitze Mar-tigny’s (s.Dict. 2° ed.771, und Fig.202 ).

3) Auf ei-nem Grab-stein des Jah-res 488 {deRossi Bull.1868, 84, 91bis 94) er-scheinen indem Gefässdürre Zweigeohne Trau-ben ; ver-mutlich istder abge-schnittene

Rebzweig, der, in die fruchtbare Erde ge-pflanzt, wieder ausschlägt, hier, wie beiCyrill (Catecli. 18), ein Bild der Auferste-hung des Leibes, und sind ähnlich die aufanderen Grabschriften {de Rossi Inscr. 510,

n. 1119) vorkommenden abgeschnittenenRebzweige zu deuten. [? K.]

4) Auf einem Grabstein {de Rossi R. S.III 185, tav. XXX 2) steht eine Amphorazwischen zwei, Jünglingen, die den Reif(trochus) mit einem Stabe schlagen, wäh-rend die Linke das flabellum hält. DieDarstellung gehört zu den von den gym-nastischen Spielen hergenommenen Bilderndes christlichen Lebens und des ewigenSiegeslohnes; die Amphora ist hier als Sie-gespreis Symbol des ewigen Lebens, unddie Darstellung gewährt so auch einen Be-weis, dass die in der griechischen Palästraals Lohn des Siegers gebräuchlichen Fest-gefässe auch bei den römischen Kampfspie-len vorkamen, bei welchen die alten Schrift-stellen sie nicht erwähnen {de Rossi Bull.1865, 184; 1867, 82 f.).

5) Auf dem Titulus der VINCENT IA {Ma-machi Orig. III 60; Boldetti 208) erblicktman eine sitzende Frau, welche in demlinken Arm ein Gefäss hält, während dierechte Hand einen Becher erhebt, ebenfallseine Hinweisung auf das himmlische Gast-mahl (cfr. August. Confess. IX 3).

6) Auf mehreren Lampen findet sich einemännliche oder weibliche Person in einemGefässe stehend dargestellt, ähnlich wie inetwas späteren Gemälden der Taufe. DieseLampen sind wol als Taufgeschenke unddie Darstellung als Erinnerung an die Taufezu betrachten {de Rossi Bull. 1867, 27).

7) Auf dem Grabstein der LAN VARIA{de Rossi R. S. HI, tav. XXVHI 22) stehteine brennende Lampe zwischen zwei Ge-fässen, von denen das eine mit einem Hen-kel versehen ist, das andere entweder einOelgefäss oder einen Trinkbecher vorstellensoll. Die beiden G. deuten entweder, wiedie brennende Lampe, an, dass die Ver-storbene zu den klugen Jungfrauen gehörte,die ihre Lampen brennend erhielten undOel in ihren Gefässen hatten; oder wenndas zweite Gefäss ein Trinkbecher, so sindsie eine Hinweisung auf das himmlischeGastmahl, zu dem die klugen Jungfrauenaufgenommen werden {de Rossi a. a. O.353 f.).

8) Wie der Apostel (I Theas. 4, 4) nachder Erklärung vieler lateinischen Väter denLeib als Gefäss bezeichnet, so hat man auchdas Gefäss auf den Grabsteinen, wo nebendemselben eine oder mehrere Tauben er-scheinen , als ein Symbol des entseeltenLeibes erklärt {Lupi Dissert. II, I 203;Martigny Dict. v. Vases ) und wo zwei Tau-ben Vorkommen, darin das Grab von Ehe-leuten zu erkennen geglaubt. Letztere An-nahme ist wol sicher unrichtig, da zweiTauben auch auf den Gräbern einzelnerPersonen abgebildet sind {Le Blant Manueld’epigraphie ehret. 55, 86; de Rossi R. S-

Fig. 202. Lampe aus dem BesitzeMartigny’s .