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Geist.
Hier erscheint er in menschlicher Gestaltsowol in der obern als in der untern Ab-theilung, dort in Verbindung mit den zweianderen Personen der hl. Dreifaltigkeit, hierhinter dem Sitze der Gottesmutter, als Ur-heber ihrer wunderbaren Fruchtbarkeit.
Nach dem Ausspruch des hl. Chrysostomus(Hom. II de Pentec.) wurde das Sinnbildder Taube zur Bezeichnung des hl. Geistesdesshalb gewählt, weil die unschuldige,fruchtbare, zahme, den Menschen befreun-dete Taube die Wirkungen des hl. Geistesin den Seelen der Gläubigen sehr schönandeutet; Tertullian schreibt, der hl. G. seibei der Taufe Christi desshalb in Tauben-gestalt herabgestiegen, ut natura Spiritussancti declararetur per animal simplicitatiset innocentiae cfuod etiarn corporaliter feilecareat columba (De bapt. 8). Den glei-chen Gedanken spricht Cyprian (De unit.eccl. 9) aus.
Auf Inschriften wird der hl. G. öfter ge-nannt, sei es im dogmatischen Sinne alsdritte Person der Trinität, sei es als Heilig-macher der Seelen im Leben und Vergelternach dem Tode; in letzterer Bedeutungauf dem Epitaph der Severa: quique ani-mam rapuit Spiritu sancto suo. || castam pu-dicam et inviolabilem semper, sowie in denAusdrücken: vibas in Spiritu sancto (deRom R. S. III 252), IIPQTOS EN AI'IllIINEYMATI ( Marchi 198) u. s. w. Dage-gen heisst es auf dem berühmten Titel desEuelpius von den Brüdern, welche zurKirche gehören: salvete fratres puro cordeet simplici Euelpius vos (salutat) satos san-cto Spiritu. Der Ausdruck satos s. Sp. er-innert an jenen Tertullians (Apolog. 30):oratio de anima innocenti de Spiritu s. pro-fecta (nur völlig zutreffend, wenn profectaauf anima bezogen wird, während es wolzu oratio gehört) und gehört zu den schön-sten Benennungen der christlichen Seele.
AVeil nämlich der hl. G. den Seelen derGläubigen sich mittheilt und in ihnen wohnt,wie an zahlreichen Stellen des N. Test.(Job. 14, 23; 15, 26; 16, 7; I Kor. 6, 19u. s. w.) verheisson und bezeugt wird undwie auch die Väter lehren (Aihanas. nenntdie Gläubigen spiritiferi; vgl. Martigny Art.Esprit), werden die Seelen der Gläubigenhäufig sogar spirita sancta genannt, indemdieser Idiotismus meistens im Plural ge-braucht wird. Hiervon führen wir folgendeschöne Beispiele an: a) CVM SPIIilTASANCTA . . . CER VONIA SILANA (deRosst Inser. Christ. U. R. ann. 291); CON-IVGA INNOCENT ISS IMA . . . REFRI-GERA CVM SPIRITA SANCTA (Boldetti87); LEOPARDVM CVM SPIRITA SAN-CTA ACCEPTYAI (Fabretti Inscr. dom. 574);VALE MIIII CARA . . . CVM SPIRITAXANCTA (Marangoni Act. s. A T ict. 105)
u. s. w. In diesen Inschriften wird den Ver-storbenen der ewige Friede bei den Seligendes Himmels gewünscht, b) SPIRITO SAN-CTO INNOCENTI (Reines. Synt. cl. XX,n. 193); REDD1DIT DEO SPIRITVM SAN-GT VM (de Rosst 1. c. n. 1192); HISPIRITOSANCTO MARCIANETI (Boldetti 419);GEMELLINVS VICTORIE BENEME-RENT1 ISSPIRITO SANCTO IN PACE(sic) (Fabretti 571), und in jener berühm-ten Inschrift mit griechischen Buchstaben:A£YK£C • <1>£A£I£ ■ C£BHP£ • KAP£CC£\l£I10CY£T£ • £A ■ EICIIEIPEITG) • TÜYG) (Leu-ces filiae Severae carissimae posuit et spi-ritui sancto tuo; Lnpi Epitaph, s. Sev. 5).In denselben wird die Seele des Verstor-benen selbst wegen der Vereinigung derGläubigen mit dem göttlichen Geiste Spi-ritus s. genannt. Marchi 198: ÜPCOTOC £NAFICO IINEYMATI 0£OY £N0AA£ KEITAI .Ganz ähnlich die schöne Formel in der vonde Rossi Inscr. prol. p. CXV publicirtenInschrift von einer vorconstantinischen Mar-mortransenna: .. . QVIQVE ANIM AM RA-PVIT SPIRITV SANCTO SVO CASTAMPVDICAM ET INVIOLABILEM SEMPER.
Auf einigen Inschriften wird auch dervon Tertullian und Cyprian auf den gött-lichen G. bezogene Ausdruck palumbus odercolumba sine feile von den Seelen derGläubigen gebraucht; so auf einem Epi-taph einer Ilasumia Cyriaca und einer Se-cunda (de Rossi R. S. II 186; Bull. 1868, 7)und auf denjenigen der Beneria und Sab-batta (de Rossi Inscr. n. 937) und einesAsellus (Marangoni Act. s. Vict. 130). Aufden zuletzt angeführten Inschriften ist derBegriff der Anmuth durch die Darstellungder Taube als Graffitto, wie bei jener derBeneria und Sabbatia, oder durch die Schriftausgedrückt.
Desshalb findet sich auch auf dem Titeldes Euelpius neben den Worten satos sanctoSpiritu eine Taube abgebildet als Symboldes hl. Geistes, von welchem sie erfülltwaren. Ganz allgemein ist dieses Sinnbildauf christlichen Inschriften und Darstellun-gen, um die Tugenden zu bezeichnen, wo-mit die Seelen der Gläubigen erfüllt seinmüssen, in denen der hl. G. wohnt. Derhl. Paulinus sagt in der Beschreibung sei-ner Basilika (Ep. XXXII): quaeque supersignum resident coeleste columbae simpli-cibus produnt regna patere Dei, und: nosquoque perficias placitas tibi Christo co-lumbas. Daher werden auch die Apostelöfter als Tauben dargestellt, wie derselbePaulinus (1. c.) bezeugt: crucem coronalucido cingit globo cui eoronae sunt coronaApostoli quorum figura est in columbarumchoro. So umgeben auf dem von Barges(Martigny Art. Autel) edirten Altar zwölfTauben das constantinisclie Monogramm. Und