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Gemeindebildung und Gemeindeverfassung — Genium imperatoris.
cultu foem. II 11), auch von Verehelichten,im Hinblick auf I Kor. 7, 29 mit gegen-seitiger Einwilligung, ohne dass die Ehegelöst wurde ( Tertull. Ad uxor. I 6). ZuTertullians Zeit und wol schon viel früherbildeten die mulieres, virgines sacrae odercanonicae, so geheissen, weil sie in denKanon, die Matrikel der Kirche, einge-schrieben waren, bereits einen eigenen Stand(flos ecclesiastici germinis, illustrior portiogregis Christi, Cypr . De habitu virg. § 3,Maur.-Ausg. 409), entsagten den Adels-titeln (de Rossi Bull. 1863, 74), lebten zwarin den Familien (in Rom entstanden Con-vente erst um 350, ibid. 77), standen aberunter spezieller Aufsicht des Bischofs. IhrG. war ein einfaches, aber auf Lebensdauerbindendes ( Constit. Apost. III 2, IV 14).Doch sagt Cyprian (Ep. LXII ad Pompon.):si (in voto) perseveraro nolunt vel non pos-sunt, melius est nubant, quam in ignemdelictis suis cadant. Solche, Jünglinge wieJungfrauen, die die gelobte Virginitiit bra-chen, wurden der Strafe der Digami (s. d.A.) unterworfen ( Conc. Ancyr. c. 19; Va-lentinum c. 2), nach erstandener Busse aberwieder in die Gemeinschaft aufgenommen.Die Unterscheidung von v. simplex undsolenne lässt sich, wenn auch nicht demAusdruck, so doch der Sache nach bis ins3. Jahrh. zurück verfolgen und zeigt sichzunächst in der Verschiedenheit der aufdie Verletzung gesetzten Strafen. Die Ver-letzung des feierlichen Keuschheitsgelübdeswurde mit Anathem bestraft (Concil vonElvira a. 306, c. 13), in der ganzen Kircheseit dem Concil von Chalcedon (c. 15, 16).Deutlich scheidet v. simplex und solennePapst Siricius (Ep. X ad Gallos c. a. 390)in den "Worten: ,si virgo velata iam Christo,quae integritatem publico testimonio pro-fessa, a sacerdote prece fusa benedictionisvelamen accepit, sive incestum commiseritfurtim, seu volens crimen protegere adul-tero mariti nomen imposuit, tollens membräChristi, faciens membra meretricis. 1 Nebendiese virgines velatae stellt er dann dienon velatae, welche ebenfalls Virginität ge-lobt haben. Ebenso das Decret Gratians(c. 8, D XXVII). Die Ausbildung des v.solenne ging Hand in Hand mit der Ent-wicklung des Mönchslebens, dessen Ergrei-fung die Ablegung des Armuths- ( Hieron.Ep. 125, ed. Vallarsii), Keuschheits- (Can.poenitent. Basilii 40) und Gehorsams-Ge-lübdes ( Hieron. Ep. 22; Sulp. Sever. Dial.12) voraussetzte. Die Ablegung der ein-fachen G. war in sehr frühem Alter ge-stattet; ein Epitaph vom J. 401 lautet:puella virgo annorum XU tantum ancillaDei et Christi {de Rossi Inscript. Christ. I213, n. 497). Der Schleier aber, das Zei-chen des feierlichen Gelöbnisses, wurde erst
nach längerer Probezeit verliehen. Ein Mo-nument , in Mailand zwei gottgeweihtenJungfrauen, Principia und Deuteria, im J.409 gesetzt, nennt die erste, die 14 Jahre4 Monate alt starb: virgo et neophyta inChristo; erwähnt aber bei der zweiten, die21 Jahre alt wurde, den Schleier: IACETCVM CAPETE VELATO (de Rossi Bull.1863, 78). Basilius (Ep. ad Ampliiloch. c.18, 19) verlangt das 16., das Conc. Arelat.II, a. 353 (c. 52) das 25. Lebensjahr fürbindende G.-Ablegung. Verheiratete konn-ten nur mit Zustimmung des andern Theilsdurch das G. der Enthaltsamkeit sich bin-den ( Paulin. Nol. Ep. 14 ad Celant.), Skla-ven nur mit Zustimmung der Herren dieKlostergelübde ablegen (Conc. Chalced. c. 4).Die Ablegung der Klostergelübde nach drei-jährigem Noviziat machte nach einer insDecret Gratians (c. 2, D 54) aufgenomme-nen Constitution Iustinians jeden Sklavenabsolut frei (penitus non inquietari), daseinem Herrn Gelegenheit genug gegebengewesen, während des Noviziates sein Rechtan ihn geltend zu machen. Das Gelübde-wesen gehörte vor das Forum des Bischofs.Zur Vollstreckung des bischöflichen Spruchsaber nahm man auch den weltlichen Armin Anspruch (Conc. Turon. III, a. 567, c.15). Das beweist auch die Aufnahme derSätze des Ulpian über die Gelöbnisse indie Digesten (Fr. 2, D 50, tit. 12 de pol-
licit.). WANDINGER.
GEMEINDEBILDUNG und GEMEINDE-VERFASSUNG, s. Verfassung.
GEMELLARIUM, ein Gefäss, erwähnt beiAugustin. In Ps. 80; wie es scheint, einDoppelmass.
GEMELLIO, wol dasselbe wie Gemella-rium, erwähnt Ord. Roman.: aquam manus,patenam quotidianam, calicem, scyphos etpugillares et alios aureos et gemelliones ar-genteos cum colatorio aureo et argentoo.Das Nämliche sind ohne Zweifel die gemi-liones, welche Anastas. Bibi, in Greg. IVPP. p. 166 mit amae und scyphi aufführt.Vgl. Ducange i. v.
GEMMEN , s. Steine, geschnittene.
rENEBAIA MAPTYPCON, s. Märtyrer.
GENETHLIACI (Aug. Doctr. Christ. H 20),s. Mathematici.
GENIEN, s. Mythologie der christlichenKunst.
GENIUM IMPERATORIS (CAESARIS),
iurare per, der gewöhnlich in den Verfol-gungen von den Christen geforderte undihnen unmögliche Eid. Euseb. II. e. IV 15,betr. Polykarp ; Min. Fel. c. 29, 7; Tertull-