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Erster Band. A - H.
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Getreide — Gichtbrüchigen, Heilung des.

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Apuleius (De mundo II 276, Bip.): namquehabitus orantium sie est, ut manibus ex-tensis in coelum precemur. Zu den Erd-göttern jedoch betete man, indem man dieErde mit den Händen berührte. Bei Sup-plicationen liegen namentlich die Frauen mitaufgelöstem Haar auf den Knieen. Auch be-tete man still, den Finger auf den Mundlegend (s. die Quellenbelege bei MarquardtHeiligthümer 466). Von den Therapeutenberichtet (Pseudo-) Philo , dass sie sub-latis in coelum oculis et manibus gebetethätten, und dass auch die Juden dieselbeHaltung beim Gebete kannten, lehrt unsschon das Gebet des Moses beim Kampfegegen die Amalekiter. Wenn nun dieChristen dasselbe beobachteten, so war diesnicht nur der natürliche G. des Hülfe-flehenden, sondern es hatte für sie nocheine tiefere, symbolische Bedeutung, indemsie nach Tertullian (De orat. c. 11) so denam Kreuze mit ausgebreiteten Armen han-genden Jesus nachbildeten und bekannten.Den Heiden gegenüber erklärt er die Hal-tung der Christen dahin, dass sie betetenmanibus expansis, quia innocuis, capitenudo, quia non erubescimus, denique sinemonitore (der bei den heidnischen Opfernzur Sammlung mahnte), quia de pectoreoramus. Man richtete sich beim Gebete nachOsten — ad orientem regionem precari,sagt Tertullian (Apolog. c. 16) — knieendoder stehend. Nur Sonntags und von Osternbis Pfingsten sollte man nicht knieend be-ten, weil diese Tage Erinnerungstage andie Auferstehung des Herrn sind, durchdessen Auferstehung wir selber aufgerichtetworden sind. Sitzen beim Gebete erklärtTertullian für unanständig; denn thue mandas nicht, wenn man mit einer höhern Per-son spreche, quanto magis sub conspectuDei vivi, angelo orationis adhuc adstante,factum istud irreligiosissimum est (De orat.c. 12).

Was die Liturgie betrifft, so vgl. obenS. 557 ft'. (Art. Gebet).

Für den Empfang der Sacramente warenbesondere Gesten und körperliche Haltun-gen vorgeschrieben; so mussten sich dieTäuflinge bei der abiuratio nach Westen,als dem Sitze der Sünde, bei dem Bekennt-nisse nach Osten wenden; erst nach domEmpfange der hl. Taufe durften sie mitausgebreiteten Armen beton; die Biisserbeteten knieend, das Angesicht zur Erdegebeugt ( Clemens Rom. in I Cor. c. 57),und so bekannten sie auch ihre Sünden.Itaque, sagt 'Tertullian, exomologesis pro-sternendi et humilificandi hominis disciplinaest . . . presbyteris advolvi et caris Deiadgeniculari. (Das Nähere s. bei ProbstSacramente.)

DE WAAL.

GETREIDE ( annona, ivrfsvx, jtTrjpsat«),sollte nach einem von TJnodoret. I 11 undSozom. V 5 erwähnten Gesetze Constantinsden Klerikern, Jungfrauen und Wittwen,welche dem Dienste der Kirche geweihtwaren, aus dem Staatsschätze geliefert wer-den. lulian schaffte dies Gesetz ab, Io-vian gewährte indess wieder die Lieferung,jedoch, in Anbetracht der schlechten Zei-ten, nur den dritten Theil des von Con-stantin festgesetzten Masses (Tpirqp-opiov),und dabei scheint es auch bis auf auf lu-stinian d. Gr. geblieben zu sein, welcherMarcians Gesetz in seinen Codex (Lib. I,tit. 2 de sacrosanct. eccl. leg. 12) aufnahm.Ygl. Bingham II 272 f.

GEWERBE, s. Handel und Gewerbe.

GICHTBRÜCHIGEN, H e i 1 u n g d e s. Eineauf den Wandgemälden und ,Goldgläsern 4 ,häufiger noch auf den Sarkophagen derKatakomben vorkommende biblische Sceneist die Heilung des G., welche der Klasseder sog. liturgischen Bilder angehört. Diehl. Schrift erzählt von zweimaliger Heilungje eines Paralytischen. Die erste hatteStatt zu Kapharnaum, als vier Träger dendes Gehens Unfähigen durch das Dach vorJesum herabliessen (Matth . 9, 1—8; Marc.2, 1—12; Luc. 5, 17—26). Die andere ge-schah zu Jerusalem am Teiche Bethesda(Joh. 5, 1—16). Da zu dem in Kaphar-naum Geheilten Jesus sagte: ,sei getrost,mein Sohn, deine Sünden sind dir verge-ben, 4 so fassten die Apostol. Constitutionen(II, c. 19, ed. Pitra; Inst. iur. eccl. graec.monum. I 156) diese Heilung als ein Sym-bol des Busssacramentes auf. Dieser Auf-fassung schloss sich P. Marchi in der Er-klärung des Fresco, das die Heilung einesG. in der Katakombe der hl. Agnes dar-stellt, an. Seiner Deutung folgten An-dere. Die körperliche Heilung sei Sinnbildder geistigen Heilung, das Aufstehen ausdem Bette Symbol der Auferstehung derSeele, die häufig nackte Darstellung desGeheilten ein Fingerzeig, dass die Busseeine geistige Neugeburt vermittle. Höchstbeachtenswerth sei noch der Umstand, dassdie Heilung des G. auf den altchristlichenMonumenten in der Regel mit irgend einereucharistischen Scene, z. B. der wunder-baren Brodvermehrung oder der Hochzeitzu Kana, in Verbindung gebracht sei, ge-rade wie noch jetzt nach katholischer An-schauung und Praxis die Sacramente derBusse und des Altars sich bedingten undergänzten. Die Darstellungen der Kata-komben sind aber nicht auf Grund vonnoch so berechtigt scheinenden Hypothesen,sondern nach den Anschauungen der da-mals Lebenden zu erklären. Nun haben