Glasgefässe.
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ministeriales oder maiores (s. d. A. Kelch)gereicht worden sei. Gegen eine andereAnsicht, die Goldgläser seien Fragmentevon Messkelchen, spricht ihre Form. Miteiner einzigen Ausnahme (Garrucci Tav.XXXIX ’) hatten die Gefässe mit Fondid’oro keinen Fuss, und auch diese einzigeAusnahme hat eine wesentlich andere Form,als die der Kelche. Es mag sein, dass diemit dem Bilde des guten Hirten verziertengläsernen Kelche ( Teriull. De pudic. VII)in ähnlicher Weise verziert waren, abervon den vorhandenen Goldgläsern ist keinesmit Bestimmtheit als Fragment eines Kel-ches zu erkennen, wenn es anderseits auchschwer fällt, anzunehmen, keiner der Fondid’oro mit dem guten Hirten habe eine Be-ziehung zu den Worten Tertullians , die sogut darauf passen (de Bossi Bull. 1864, 90).Meist von convexer Form, bedurften sieeines concaven Untevsatzes, um fest zustehen. Die Annahme, die G. seien Bestevon liturgischen Patenen, ist, wenigstensallgemein genommen, ebenfalls unzulässig.Bei den grösseren und flacheren schliesstdie Form jener diese Annahme nicht aus.Auch wissen wir, dass im 3. Jahrh. zu Borngläserne Patenen beim hl. Opfer in Ge-brauch waren (Lib. pontif. in Zephyr. § II)und dass sie, ebenso wie die Glaskelche,sich bis ins 4. Jahrh. und länger erhielten(Bianchini Anast. vitae Pontif. II 174, 179).Desslialb ist es wahrscheinlich, dass wir inden grösseren Schalen dieser Art, bei denenDarstellung und Inschrift diesen Gebrauchnicht ausschliessen, namentlich in den bei-den zu Köln gefundenen, Patenen zu litur-gischem Gebrauch oder wenigstens mit die-sen gleichartige Gefässe besitzen (de BossiBull. 1864, 90). Bei den meisten Glasge-fässen ist jedoch diese Zweckbestimmungdurch Form, Darstellungen oder Inschriftenausgeschlossen. Letztere bieten nie E201Eoder MAXI)VGA, wol aber sehr häufig:PIE, QVI SE COROXABERIXT BIBAXt,BIBE ET PBOPIXA. Form wie Inschrif-ten charakterisiren also die meisten alsBöden von Trinkgefässen ohne Fuss undzwar doppelter Art, theils von flacherenschalonartigen, theils eiförmigen, die nichtstehen konnten und die man, um sie um-gekehrt hinstellen zu können, ganz aus-trinken musste. Viele G. 'sind so klein,dass sie nicht als Boden von Trinkgefässendienen konnten; die bei S. Severin zu Köln gefundene Patene gab zuerst Aufklärungüber deren Bestimmung: sofern sie nichtals Medaillons zum Tragen gearbeitet wa-ren , dienten sie zur Verzierung grössererGlasschalen, in deren noch weiche Massesie eingedrückt wurden. Derselbe FundSab zuerst die Möglichkeit der richtigenDeutung der Darstellungen auf vielen der-
selben (de Bossi Bull. 1864, 90; s. die Art.Adam und Eva, Daniel). Mit Bücksichtauf die religiösen Darstellungen hat manwol geglaubt, dass diese Trinkgeschirrebei den Agapen an den bezüglichen Festendes Herrn und der Heiligen dienten. Hier-für spricht auch, dass ein Drittel dieserGläser das Bild der hl. Apostel Petrus undPaulus zeigen, deren Fest zu Born insbe-sondere mit öffentlichen und häuslichenMahlen gefeiert wurde (Hieron. Ep. XXXIad Eustach.; Paulin. Nol. Poem. XXXV569; Augustin. Ep. XXIX ad Alyp.). Alleines würde doch unrichtig sein, die Goldglä-ser als ausschliesslich bei den Agapen ge-braucht zu betrachten, da in jenen Zeitenes schon allgemeiner christlicher Gebrauchwar, das häusliche Geräthe mit religiösenDarstellungen und Symbolen zu schmücken(Garrucci Vetri VIII—XVII). Dies schliesstnicht aus, dass nach den Darstellungen die-selben für besondere Gelegenheiten beson-ders passten. Solches gilt nicht nur vonden mit hl. Darstellungen verzierten; sowaren die mit den Bildern der Ehegattengeschmückten besonders geeignet für dasHochzeitsfest, vielleicht auch Hochzeitsge-schenk, wie andere Geschenke für den Tag,wo ein Kind den Xamen, oder wo es dieToga virilis erhielt. An allen diesen Bödenvon Trinkgeschirren waren die Bilder inder Weise angebracht, dass man sie voninnen, also beim Gebrauche sah; Aringhi,welcher dies nicht beachtete, hat desslialbmehrere mit umgekehrter Schrift abgebildet(B. S. I 403).
II. Geschnittene und geschliffeneGläser. ,Von geschnittenen und geschlif-fenen Arbeiten sind die am häufigsten ver-kommenden die Glasperlen, die Imitationenvon Edelsteinen, welche in Born ein lucra-tives Geschäft ausmachten, und die Glas-pasten, welche, als Caineen oder Intagliosgeschnitten, statt echter Gemmen als Bing-steine verwerthet wurden und einen grossenTlieil der heutigen Gemmensammlungenausmachen. Man . . . machte auch bei derGefässarbeit von der eigentlichen Cälaturdie umfangreichste Anwendung; Gläser mitBeliefs wurden zwar gewöhnlich gegossen,aber nach dem Gusse ciselirt (Aptd. Met.II 19, p. 118 Hild.); andere Gefässe warenvertieft (als intaglio) geschnitten; . . . fernerwurden Inschriften und Zeichnungen vertiefteingeschnitten und dann mit Gold ausgefüllt,und dünn geblasene Gefässe mit oingravirtenDarstellungen geschmückt . . . Allein daseigentliche Kunststück der Glasschneiderwaren die Vasa diatrela 1 (Marquardt Köm.Privatalterth. II 339—341). Von diesen ver-schiedenen Arten besitzen wir Exemplareaus christlichen Gräberfunden, theilweiseausgesprochenen christlichen Charakters.