Band 
Erster Band. A - H.
Seite
621
JPEG-Download
 

Glaubensbekenntnis — Glocken.

621

gründe deutet auf den später dort errichtetenTempel. Um den Rand läuft die Inschrift:VIVAS IN DEO Z. Z ist wol mit de RossiBull. 1874, 141 als Initiale von Z11CAIC zudeuten, nicht mit Aus’m Weerth a. a. 0. 54,Note 1 als überflüssig und nicht zu erklä-ren anzusehen; dessen Grund, dass die In-schrift im Uebrigen ganz ausgeschriebensei, ist nicht stichhaltig, weil ähnliche Ab-kürzungen auch sonst Vorkommen; so ineinem Goldglas des vaticanischen Museums(Garrucci Veti'iXXVI 19 ) mit derInschrift: A SAE-CVLARE BENE-DICTE PIE Z.

Da PIE ZESESoder auch ZESESallein mit Auslas-sung des PIE deraus dem Griechi-schen in die la-teinische Volks-sprache herüber-genommene ge-wöhnliche Trink-spruch war ( Gar-rucci Vetri 14),so kann die Tau-tologie VIVASund Zrpau; auchnicht als Einwandgeltend gemachtwerden; dieselbefindet sich zudemauch in Goldglä-sern ( Garrucci

Vetri IX 8 , XII 4 , XIV 8 , XXIX 3 ).

der auch auf diesen im 4. Jahrh. häu-figen Schreibweise ZESVS statt IESVSkonnte man vielleicht auch lesen: VIVASIX DEO ZESV. De Rossi 1. c. setzt dieSchale in das 4. oder den Anfang des5. Jalirh. und hält sie für rheinische Arbeit.Aus’m Weerth a. a. 0. und v. Wilmovskya. a. 0. 44 halten sie wegen der Inschriftund der auf ihr dargestellten Vorbilderdes Opfers Christi für eine eucharistischePatene; diese werden diese Form gehabthaben, allein in den angeführten Gründenscheint uns ein Beweis hierfür nicht zuliegen. Ueber sechs Glasschalen mit ein-geschliffenen Darstellungen, darunter fünfmit Jagdscenen, eine mit dem von Meer-ungeheuern und Fischen umgebenen Nep-tun, sämmtlich in rheinischen Gräbern ge-funden, s. Jahrb. LXIX 49 ff.

2) Ein kleines Trinkgefäss, im Herbst1877 in einem Grabe vor dem Kölnthorein Bonn gefunden, mit sechs eingravirtonFiguren von so plumper und eigenthüm-licher Zeichnung, dass Aus’m Weerth (Jahrb.LXIV 128) sie für einen beginnenden Ver-

such fränkischer Werkstätten im 5. Jahrh.hält (über ähnliche Becher des 4. und 5.Jahrh. s. de Rossi Bull. 1878, 147 und diedort bezeichneten Stellen früherer Jahr-gänge). Eine Abbildung giebt Aus’m WeerthJahrb. LXIII, Taf. V 4 u. 4 a. Man erblicktzuerst Moses (oder wol wahrscheinlicherChristus, vgl. Garrucci Vetri 4, tav. I 2 ),mit dem Stabe das Wasser aus dem Felsenschlagend, Christus, den Lazarus erweckend,und das Wunder der Brodvermehrung, aus-gedrückt durchChristus mit demStabe, den Kna-ben mit den zweiFischen undeinemApostel, vielleichtAndreas(Joh.6,9).

3) Ein ähnlicherBecher, bei Strass-burg 1880 gefun-denundvonS7ra«<6(Le Cimet. Gallo-romain de Strasb.,Strasb. 1881, pl.II. III et Fronti-spice) veröffent-licht. Er stellt dasOpfer Isaaks undMoses, der an denFelsen schlägt,mit Wiederholungdes Moses zur Aus-füllung der Lücke,dar. Vgl. unsereFig. 226.

4) Eine kugel-förmige Phiole der Sammlung Discli, jetztim British Museum , mit zwei eingeschliffe-nen Fischen und der Reliefinschrift: OIEZHCAIC AEI EN APA 0O1C. Höhe IOV 2 cm.

5) Eine Anzahl doppelhenkeliger Glas-becher oder Glaskelche, theils mit einge-sehnittenen Ornamenten, theils durch ein-gelassene Würfel verziert, fanden sich zuKöln, bei Strassburg, Speier, Trier, Düssel-dorf in sicher oder doch wahrscheinlichchristlichen Gräbern. Näheres s. in denAbhandlungen des Prof. Aus’m WeerthJahrb. LXIV 119 ff.; LXIX 50, Note 1.

III. Vasa diatreta, die oben unter diesensub n. 5, 6, 13 aufgeführten, zu Köln ge-fundenen und der zu Trier gefundene Be-cher mit den Reliefdarstellungen von Fischenund anderen Seethieren. heusek.

GEAUBENSBEKENXTMSS , Ablegungdesselben, s. Taufe.

GLOCKEN. Die Glocke ist wesentlichein Product der kirchlichen Kunst. DieKirche hat die Glocke geschaffen, entwickeltund in den jetzigen Grad der Vollkommen-

226. Glasbecher aus Strassburg .

Bei