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Erster Band. A - H.
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Gloria — Gnostiker.

v. 22; Plin. Hist. nat. XXX, c. 2). Auchim bürgerlichen Leben bedienten sich dieRömer der Schellen. Schellen hingen überden Hausthüren zum Anzeigen und zumRufen der Diener; Schellen weckten amMorgen die Sklaven und riefen zur be-stimmten Stunde zum Essen; Schellen zeig-ten an, wann die öffentlichen Bäder zu-gänglich waren; Schellen gaben ein Zei-chen , wann die Fische auf dem Markteangekommen waren; Schellen hing manselbst Thieren (Pferden, Ochsen, Maulthie-ren u. a.) an ( Plautus Pseud . I 3, 112;Trinum . IV 2, 15; Trucul. IV 3, 8; Martial.XIV 163; Sueton . August, c. 91; SidoniusApoll. Epist. II, c. 2; vgl. Organ f. christl.Kunst VII 110). Die römischen Tintinnabulahatten verschiedene Form und ungleichenUmfang, waren doch mehr breit und rund-lich als hoch, wie die nach antiken Restengemachten Abbildungen bei Rieh Wörter!),de röm. Alterthumsk. sub v. Tintinnabulumbezeugen.

Aus dem Privatgebrauche der Heidengingen die Schellen in den der Christenüber. Die in den Katakomben gefundenenhaben dieselbe Gestalt, wie die heidnischen(vgl. Perret IV, pl. VIII 7 - 11 ). Der hl. Be-nedict (Regula c. 43) war der Erste, derdie Schellen zum Zusammenrufen der Mönchezum Gottesdienste verwerthete. In demLeben des hl. Columban ( Mabillon Acta SS.ord. s. Bened. I 346) wird berichtet, dasser mit seinen Klostergenossen sich heimSchellenzeichen (pulsante campana) zur Ab-betung der Tageszeiten (laus perennis, Mon-talembert Mönche des Abendl. II 457, d.Uebers.) in die Kapelle begeben habe. —Der Gebrauch der Schellen während desGottesdienstes kam erst im MA. auf. —Aus den Klöstern verbreitete sich die Ver-wendung der zum Beginn des Gottesdien-stes einladenden Schellen in alle übrigenKirchen, wie man wol aus den StellenGregors von Tours (f 594) Hist. Franc.III, c. 15; Vitae patrum c. 4; De mirac.s. Mart. II, c. 45; De gloria conf. c. 96folgern darf. >iünz.

GLORIA. I. Der beim Empfang vonKirchenfürsten ihnen gebührende oder ge-widmete Pomp. Anastas. Bibi. In loan.pp. 35 u. a.

II. Titel und Anrede für Fürsten undhohe Herren; Anastas. In Martino pp. 50;Greg. M. Epist. I 23, 47; X 7; Avit. Ep.

I 69 f. Vgl. andere Belege aus der Zeitder ersten Franken und gothischen Herr-scher hei Ducange i. v.

III. Der Hymnus Gloria in excelsis , abererst im MA.

IV. Die Doxologie (s. d. A.); Greg. Tur.De mirac. I 33; Cassian. De coen. inst. II 8.

V. Speziell die nach jedem Psalm zurecitirende Doxologie, so Reg. s. Benedict.

c. 17, 8 (gloria primi psalmi).

VI. In der mozarabischen Liturgie eine,

und zwar die achte, von den neun Parti-keln, in welche die hl. Hostie getheilt wurde:et sumit illam particulam, Gloriam, et om-nes reliquas per ordinem, et sumit calicem,dieendo etc. kraus.

GNOSTIKER . Ueber die Entstehung undden ursprünglichen Sinn des Hamens hatin neuester Zeit eine Controverse zwischenLipsius (Gnosticism 48, 127 f.; Quellenkrit.

d. Epiphan. 103; Zeitschr. f. wiss. Theol.1863, 425, und: Die Quellen der ältestenKetzergeschichte, Lpz. 1875) und Harnack(Zur Quellenkrit. der Gesch. des Gnosticis-mus, Lpz. 1873, und: Zeitschr. f. histor.Theol. 1874, II 143—226) stattgefunden.Jener legt dem Hamen G. ursprünglichkeine allgemeine Bedeutung bei, sondernsieht in ihm zunächst eine Selbstbezeich-nung der gewöhnlich unter dem Hamen,Ophiten‘ zusammengefassten häretischenParteien, d. h. also der ältesten syrischenVulgargnosis, während Harnack die Be-zeichnung von Anfang an weiter fasst. Vonden Selbstaussagen der Häretiker sind dieältesten die hei Iren. I 25, 6 ( gnosticos seautem vocant, von den Carpocratianern undden Anhängern der Marcellier unter PapstAnicet), Orig. C. Cels.^V 61 ( Keim Gels.74: twsc £-a‘f/E/,o|j.£vo | .' elvat rvaianxol), Phi-losoph. V 2, p. 93 Miller (ol Naaauir)vol oisauxoüs 7 v<oaix/.ou? dmoxaXoüvTS?, u. V 11,p. 123) u. s. f. Dagegen braucht Giern.Alex. (Strom. II 20, p. 490 Pott.; III 4,p. 525 u. ö.) den Hamen schon im weite-sten Sinne, und unterscheidet er den fal-schen von dem wahren G., welch letz-terer den Glauben der Kirche zur Basisseiner philosophischen Speculation macht(Strom. III 18, p. 562: xö ovxt xaxa xovixxXTjaiaaxixov xavova -fttoazixoj, vgl. VII 7,854 f.). lustin kennt den Ausdruck nochnicht; bei Tertullian und Hippolyt stehter als Gesammtbenennung fest.

In archäologischer Beziehung bieten dasLeben und die gottesdienstlichen Uebungender G. manches Eigenthümliche (z. B. inBezug auf die ihnen wahrscheinlich feh-lende Kindertaufe, Wiedertaufe, Auflegungder Hände, Gesänge, Salbungen beim Tode,Apolytrosis, Ehe, Magie), welches in diesemWerke geeigneten Orts zur Besprechunggelangt (vgl. bes. die Art. Abraxas, undSteine, geschnittene). Eine zusammenhän-gende, noch jetzt lesenswerthe Darstellungdes Gegenstandes verdankt man dem Bi-schof Munter (Versuch über die kirchl. Alter-thümer der G., Anspach 1790, 12°); späterhaben Matter (Excursion gnostique en Italie,