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Erster Band. A - H.
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Goldgläser — Gott.

GOLDGLÄSER, s. Glasgefässe.

T0NYKAIN0NTE2, s. Busse.

GOTT . Es ist von den Tagen Fr. Span-heims (Opp. II 714) bis auf die Gegenwart(vgl. d. Art. Darstellung Gottes und derDreifaltigkeit in der Kunst, in LuthardtsZeitschr. f. kirchl. Wissensch. u. kirehl.Leben 1881, II 851) oft wiederholt worden,dass das Alterthum keine Darstellung Got-tes gekannt habe, und man hat den viel-berufenen Kanon des Concils von Elviragerne in dem Sinne ausgelegt, als solltendurch denselben speziell die Darstellungender Gottheit verboten werden. Nun lag jadas auf der Hand, dass der christliche Spi-ritualismus die Gottheit als solche nicht ab-zubilden unternehmen konnte. Eine Reihevon Aeusserungen der Kirchenväter (vgl.Petav. De incarn. lib. XV, c. 14) lässt anihrer Ansicht über diesen Gegenstand kei-nen Zweifel, und Augustin (De fide et sym-bolo c. 7) fasst die gegen einen solchenVersuch sprechenden Bedenken also zu-sammen : nec ideo tarnen quasi humanaforma circumscriptum esse Deum Patremarbitrandum est, ut de illo cogitantibusdextrum aut sinistrum latus animo occurrat,aut idipsum quod sedere Pater dicitur fle-xis poplitibus fieri putandum est, ne inillud incidamus sacrilegium, quo execraturApostolus eos qui commutaverunt gloriamincorruptibilis Dei in similitudinem corru-ptibilis hominis: tale enim simulacrum Deonefas est Christiano in templo colloeare (vgl.De catechiz. rud. c. 35; Tract. III in Ioan.§ 17; Confess. VI 3). So dachte man nichtnur im 5. Jahrh., sondern auch im 8. und9. Jahrh. P. Gregor II (717) erklärte:öeou tpuaiv döuvaTov ia-coprjaai xal ^wypacprjaai,und ähnlich Paschal I (817) : dSuvccrov -yapsixovtCEadai töv ösöv xov aiToadvTS xal avsixal dTispq'pairrav, und Johannes Damascenus (Opp. ed. Paris . 1712, I, Or. 2 de imag.).Damit war aber jede Abbildung Gotteskeineswegs ausgeschlossen. Da im A. undN. Test, sich G. wiederholt geoffenhart undMenschen gezeigt hatte (Is. 6, 9; Act. 28,25; Joh. 12, 38 u. s. f.), so lag es nahe,den Herrn so zu bilden, wie man glaubte,dass er von den Propheten, Patriarchenoder Aposteln geschaut worden war.

Zunächst stellt sich nun die DarstellungGottes in den drei Personen dar, für welchewir auf den Art. Dreifaltigkeit verwei-sen. Für das Relief des Sarkophags ausS. Paolo (jetzt im Lateran ) ist nachzutra-gen , dass Garrucci jüngst dasselbe, wieüberhaupt die Darstellungen Gottes, in sei-ner Storia dell’ arte crist. I 284 f. ein-gehend behandelte und seine von der deRossi’schen Ausdeutung abweichende Inter-

pretation ausführlich begründet hat. Dergelehrte Jesuit sieht in der sitzenden Per-son nicht den Vater, sondern den Sohn;den Vater erblickt er in der hinter demThrone des Sohnes stehenden, den hl. Geistin der die Hand auf das Haupt der Evalegenden Gestalt. Garrucci (eb. 291) istdann weiter geneigt, auf demselben Sarko-phage eine fernere Darstellung Gottes indem bärtigen Manne zu erkennen, welcherdie Hand auf den Kopf Habakuks legt.Zwar spricht der Text Daniels (14, 33. 35.38) von einem Engel, der den Prophetengetragen; aber Garrucci verweist als Pen-dant auf das Relief eines Sarkophags inBrescia (Storia tav. 23 2 ; Odorici Ant. crist.di Brescia tav. XII 3 ), wo eine vom Himmelherabreichende Hand den Habakuk an denHaaren fasst.

Ehe wir uns dieser letztem Darstellungzuwenden, muss auf eine weitere Darstel-lung hingewiesen werden, in welcher Bot-tari (III 40, zu tav. CXXXVII) G. Vatererkennt. Abel und Kain bringen ihre Ga-ben einem bärtigen Manne dar, welcherauf einem geflochtenen Stuhle sitzt; derKopf eines zweiten bärtigen Mannes schautaus dem Hintergründe hervor. Letztemweiss Bottari nicht zu erklären; aber auchin Bezug auf die sitzende Figur ist höchstzweifelhaft, ob damit der Vater dargestelltist; wir vermuthen, es handle sich um diezweite Person der Gottheit; Smith’s Dictio-nary 738 meint einfach die Gottheit (Deity).

Eine zweite Darstellung der Gottheit istbis jetzt nur in wenigen Exemplaren nach-gewiesen. Die bekannte Lipsanothek vonBrescia ( Odorici 1. c. tav. VI 17 ) zeigt, wieMoses das Gesetz empfängt; das Buch desGesetzes liegt am Boden, von der Höhe er-scheint ein bartloser Kopf mit Hals als An-deutung des Alten der Tage (vgl. Exod.17, 6). Ein zweites Beispiel giebt der vorwenigen Jahren aus den Katakomben vonSyrakus gezogene schöne Sarkophag, wolinks oben eine jugendliche und kleine Ge-stalt die Hand nach dem Felsen erhebt,und ein Mädchen das Wasser in ein Ge-fäss schöpft, während zwischen den Felsenein grosser bärtiger Kopf herausblickt. LeBlant (Rev. archeol., Dec. 1877, und Sar-coph. d’Arles 12) sieht in ihr eine Dar-stellung Gottes; Garrucci (Storia V 95 zutav. CCCLXV) dagegen eine Personificationdes Berges Horeb. Es lassen sich ernsteGründe für letztere Ansicht beibringen, in-dessen spricht doch die Analogie ähnlicherDarstellungen für Le Blants Interpretation.Zum Dritten lässt sich dieselbe Darstellungnachweisen auf einem Mosaik der BasilicaLiberiana (S. Maria Maggiore), abgebildetbei Ciampini Vet. mon. I 212, tab. L 1 ;Garrucci Storia dell’ arte cristiana, wel-