Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Kampf.

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des Kampfes zu behandeln, welche seltenersind. Zu diesen dürfen wir auch diejeni-gen Symbole rechnen, welche sich zunächstauf die Circusspiele, die Wettrennen be-ziehen, wie die Bigae, die Quadrigae oderauch die Pferde allein. Solche Darstellun-gen kommen auf heidnischen Grabdenk-mälern ziemlich häufig vor und deuten zu-weilen den Stand und Beruf des Verstorbenenan, sind aber öfter einfache Hinweisungenauf den Lauf dos menschlichen Lebens undauf die Flüchtigkeit der Zeit, gerade wie dieDarstellungen der vier Jahreszeiten. Auchbei den Christen hatten die von den Cir-cusspielen hergenommenen Bilder eine ähn-liche allgemeine Bedeutung, aber es ver-band sich damit der Begriff des Wetteifersunter den Wagenlenkern, zum Ziele (meta)zu gelangen, der Hindernisse, auf welcheman während des Rennens stösst, endlichdes Preises, der dem Sieger zu Theil wird.All diese Dinge passten sehr gut zu demmühe- und gefahrvollen Leben eines Chri-sten und zu dem ewigen Lohn, den ernach dem Tode im Himmel erwarten durfte.Nicht häufig, aber auch nicht sehr seltensind christliche Denkmäler mit solchen Dar-stellungen. Dahin gehören einige in denCoemeterien der Via Appia aufgefundeneSarkophage, die im Museum des Vaticanauf bewahrt werden und von E. G. Visconti(Museo Pio-Clement. vol. V 234, ed. Mi-lan.) bescln’ieben worden sind. Ein an-derer diesei' Art mit einer von mir ent-deckten sehr seltenen christlichen Inschrift,von welcher ich im Art. Magistratus chri-stiani handeln werde, befindet sich im Pa-lazzo munieipale von Terni. Zum gleichenIdeonkroise gehören auch die Bilder vonBierden, welche man zuweilen als Graffitiaut den Grabsteinen der alten Christenfindet. Das laufende oder am Ziel ange-kommene stehende Pferd kann ein monu-mentaler Commentar genannt werden zuden schönen Worten des hl. Apostels Pau-lus: cursum consummavi, fidem servavi(II Tim. 4, 7). Einige Beispiele solchersymbolischer Pferde kommen aus dem Coe-meterium der hl. Agnes und dem anstossendenOstrianum (vgl. Annellini Cripta di s. Eme-renziana 94). Im letztem fand sich kürz-lieh eine Variante von einiger Bedeutung,nämlich ein Graffit mit zwei Pferden, dieauf einen zwischen beiden befindlichen, mitGetreide gefüllten Scheffel zulaufen. DiesesGetreidemass kann ein Sinnbild der Einheitdes Glaubens, der von den Menschen zuerstrebenden Vollkommenheit und des Massesder Gnadenfiillo Christi sein und so jene”'orte des hl. Paulus bildlich ausdriieken:donec oecurramus omnes in unitatem fideiet agnitionis filii Doi, in mensuram aetatisjdonitudinis Christi (Eph. 4, 13).

Wenn schon die dem Circus entnomme-nen Symbole nicht häufig sind, so findetman nur äusserst selten solche Sinnbilder,welche direct auf das Amphitheater undauf die Athletenkämpfe im Stadium sichbeziehen. Der Gladiator ist einzig auf einemtunisischen Wassereimer, welchen de Rossi(Bull. 1867, 77) edirte, dargestellt, und wirfinden ihn da mit einem Kettenhemd be-kleidet und von den Zeichen des Sieges,Palmen und Kränzen, umgeben. Dieses sehrwerthvolle Denkmal stammt aus dem 3. Jahrh.und derselben Zeit gehört ein ebenfalls werth-volles africanisehes Document an, aus demhervorgeht, dass in jener Epoche das Sym-bol des Ringers von den Christen gebrauchtwurde. Es ist dies die Erzählung des Mar-tyriums der hl. Perpetua, die zum Theilvon ihr selbst im Gefängnisse niederge-schrieben wurde. Es wird darin eine Vi-sion oder ein Traum beschrieben, den siekurz vor ihrem Tode hatte (Ruinart Act.I 89). Sie sah sich darin in einen Gladiatorverwandelt und hatte gegen einen Aegyp-tier von ausserordentlicher Grösse zu käm-pfen. Nachdem sie ihn bezwungen, erhieltsie von dem Kampfrichter die Siegespalme.Gewiss hätte Perpetua nicht ein solchesTraumbild gehabt, wenn sie mit dem Ge-brauche, den Kampfspielen des Amphithea-ters eine symbolische Bedeutung zu geben,nicht vertraut gewesen wäre. Mit dieserVision stimmen treffend überein die er-regten Worte Tert-ulliuns an Diejenigen,welche sich auf das Martyrium vorbereite-ten : bonum agonem subituri estis, in qu oagonothetes Deus vivus est, xystarehes Spi-ritus sanctus, coronae aeternitatis brabiuinetc. (Ad mart. 3). Diese Stelle ist sehrbemerkenswertli aus dem Grunde, weil hiermit Absicht die termini technici der Wett-kämpfe in symbolischer Bedeutung ge-braucht werden.

Die Gladiatorenkämpfe und Wettrennenwaren somit in der allegorischen Spracheder Christen ein Bild des geistigen Kampfes,den jeder von ihnen gegen seine Leiden-schaften aufnehmen musste; ganz vorzüg-lich aber sah man darin ein Bild jenesblutigen Kampfes für Christus, zu dem Allejeden Augenblick gerüstet sein mussten. Da-rum schreibt der hl. Paulus an die Korin-ther : ncscitis, quod ii, qui in stadio currunt,omnes quidem currunt, sed unus accipitbravium ? Sic currite ut eomprehendatis(I Kor. 9, 24). Von dieser Vergleichungnimmt der Apostel Anlass, die Gläubigennach dem Beispiele der Ringkämpfer zueinem Leben der Selbstverleugnung und desOpfers zu ermahnen: omnis autem, qui inagone contemlit, ab omnibus se abstinet, etilli quidem ut corruptibilem coronam acci-piant, nos autem incorruptam (1. c. 25).