92
Kana.
temp. 13), ,hat uns das Sacrament desneuen Kelches vorgebildet. 1 Und der hl.Cyrill von Jerusalem schreibt (Cat. myst.XXII, c. 11): ,Christus hat zu K. Wasserin blutähnlichen Wein verwandelt, wie sollteer nicht Glauben verdienen, wenn er Weinin sein Blut verwandelt hat? 1 Noch mehraber werden wir uns überzeugen, dass dieDarstellung des Ilochzeitswunders zu K.einen symbolischen Charakter hat, wennwir es mit anderen Wundern, besondersmit der wunderbaren Brodvermehrung (sei-nem Correlat) zusammengestellt finden.Denn auch die Brodvermehrung wurde alsVorbild des hl. Abendmahls angesehen. Derhl. Ambrosius sagt, wo er (Comm. in Luc.IX) von der Thätigkeit der Apostel beiderselben spricht, dass sie ein Vorbild derkünftigen Spendung von Christi Leib undBlut gewesen sei. Auch Papst Liberiasstellt in einer vom hl. Ambrosius (De virg.III, c. 1) citirten, auf Weihnachten vorge-tragenen Homilie die Verwandlung dosWassers in Wein und die Speisung derViertausend als Vorbilder der Eucharistiezusammen. In Berücksichtigung dieserStelle des Liberins’. ,bonas, filia, nuptiasdesiderasti. Vides quantus ad natalem sponsisui (Christi) populus convenerit, et nemoimpastus recedit? Ilic est qui rogatus adnuptias aquain in vina convertit . . . Ilicest qui quinque panibus et duobus piseibusquattuor millia populi pavit . . . Denique adnuptias tuas plures vocavit; sed iam nonpanis ex liordeo, sed corpus ministratur ecoelo‘, gewinnt auch der Ausspruch deshl. Augustinus (Tract. VIII in loh.), derden Bräutigam zu Iv. als Figur Christi(illarum nuptiaruni sponsus personam Do-mini figurabat), erst volle Klarheit.
In der mündlichen wie bildlichen Neben-einanderstellung der beiden Wunder isteine Anspielung auf die beiden Gestaltendes hl. Altarssacramente8 nicht zu verken-nen. Darum fügen Bilder auf Goldgläsernder Brodvermehrung und Weinverwandlungdie Auferweckung des Lazarus hinzu alsIllustration der Worte (Job. (i, 55): ,wcrmein Fleisch isst und mein Blut trinkt, derhat das ewige Leben und ich werde ihnam jüngsten Tage auferwecken. 1 Mit Be-ziehung auf diese die Auferstehung durchdas Sacrament des Altars zusichernde Stelleist das Ilochzeitswunder ein beliebtes Sujetauf Sarkophagen.
Gewöhnlich berührt Christus mit einemStabe sowol die Krüge als die Körbe, undauf letzterwähnten Bildern auch den La-zarus. — Zum Zeichen, dass nicht die Dar-stellung des historischen Wunders, sonderneines Symbols beabsichtigt ist (aber nicht,aus Kaummanger), brachten die altchrist-lichen Künstler bald einen ( liottari Tav.
XIX; Martigny 244), bald zwei ( BottariTav. XXXII; Martin Hagioglypt. 246),bald drei ( Bottari Tav. LXXXV), baldfünf {Bottari Tav. LI u.LXXXVIII), baldsieben (Garrucci Vetri pl. VII 5 ) Wasser-krüge an, obgleich das Evangölium derensechs erwähnt. Auch die Gestalt derKrüge ist verschieden; seltener kommenzur Darstellung die bSpi'at xscra tov xaila-pup.ov tüiv ’louSauov, welche Sedulius (Carm.III 9) lacus nennt, sondern meistens sindes kleine, topfähnliche Gefässe mit weiterOeffnung oben.
Da das Ilochzeitswunder ein Symbol derEucharistie war, so wurde es vielfach aufden eucharistischen Kännchen (urceoli) an-gebracht. Ein solches, dem 4. Jahrli. an-gehörig, von Silber in feinster Ausführung,beschreibt Blanchini in seinen Noten zumLeben des hl. Urban (Anast. in s. Urban.,dessen Abbildung vgl. Fig. 146, I 438).Als historisches Bild ist wol die Hoch-zeit zu K. in Basreliefs auf einer — wahr-scheinlich an dem ravennntischen Bischofs-sitz — von Mamachi, Gori, Bottari edirtenElfenboinplatte in zierlicher Ausführung an-gebracht. Die Abbildung dieser wol dem7. Jahrli. zuzuweisenden, der Kirche zuRavenna gehörigen, von Bandini (In tabu-lam eburneamobservationos,
Florent. 1746)erklärten El-fenbeintafelfolgt in Fig. 61.
Christus, denrunden Nimbusum das Haupt,mit der Lin-ken ein griechi-sches Vortrag-kreuz haltend,hat eben dasWunder voll-bracht. Ihmzur Seite istder Arehitricli-nus, der zumZeichen, dasser spricht, denrechten Zeige-finger erhebt,in der Hand eine Schale, welche er stau-nend betrachtet. In dieser Persönlichkeitwill Bandini den Bräutigam sehen; bes-ser wird man sic indessen wol als Die-ner auffassen (Job. 2, 5). Jedenfalls istder Momont des Wunders zur Darstellunggekommen, wo der Diener von dom ver-wandelten Wasser geschöpft, es zu Weingeworden sieht und nun auch dem er-staunten Speisemeister hietot. — DasselbeSujet ist dargestellt auf einem Elfenbein-
Kijf. 01. Klfonbehi (von dei- Ka-thedru zu Ravenna).
Daneben steht ein Mann,