Kananäerin — Kanon.
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Diptychon des 5. Jahrh., das Bugati in sei-nen Memorie di s. Celso 282 veröffentlichte.Christus, umgeben von neun Personen, be-rührt mit einem Stabe die Krüge, in dereneinen ein Diener aus einer Amphora Was-ser giesst, ‘in ähnlicher Attitüde, wie wirsie auf dem oben abgebildeten eucharisti-schen Kännchen sehen. münz.
KANANÄERIN auf altchristlichen Sarko-phagen. An zwei Stellen des Evangeliums(Matth. 15, 22 und Marc. 7, 25) wird eineskananäischen Weibes gedacht, dessen in-ständiges, ja ungestümes Eiehen, verbun-den mit einem lebendigen Glauben an dieMessianität Jesu, den Heiland bewog, ihreTochter vom Teufel, von dem diese be-sessen war, zu befreien. Matthaeus, wel-cher bei Abfassung seines Evangeliums vor-zugsweise palästinensische Christen berück-sichtigte, nennt sie 15, 22 -fuv^ Xavavou'a(mulier Chananaea), um anzudeuten, dasssie aus der Landschaft von Tyrus und Sidonstammte. Diese führte damals noch denalten Namen Kanaan (Niederland), weil dieUreinwohner von Palästina, die Kanaaniter,sich auch nach der Eroberung durch dasauserwählte Volk in den nördlichen Nie-derungen länger zu behaupten wussten(Schegg Evang. nach Matth. 548). Marcusdagegen, der für römische Christen schrieb,entlehnte die Benennung der Heimat dieserFrau dem officiellen kaiserlichen Nomen-clator der römischen Provinzen und be-zeichnet sie 7, 26 demzufolge als yovrj (rjv)E/J.rjvt't. Supa <I>oivwwaa to> “(Nei (muliergentilis Syrophoenissa genere), um damitanzudeuten, dass sie aus Syro-Phönizien, imUnterschied von Libo-Phönizicn in Nord-africa, stamme. Der Ausdruck 'EXXtjvi'« istim Gegensatz zu fou-daioc (Rom. 1, 14) zuverstehen und zeigt,dass die Frau demHeidenthum ange-hörte, wesshalb dieVulg. ,gentilis 1 über-setzt. Demnach warsie, wie Eulhymius(,Schanz Comm. zuMarc. 255) bemerkt,'EXX-r ( vk |XEV TT|V 9pr]-axsfav, 26pa ol ty; öia-Xex.to), <I>omxiJ3a di
TO) 7SVEI, SITOUV TO)EtlvSl.
Bosio 65 {ArinyhiI 297) giebt das Bildeines altchristlichenSarkophags aus demCoemeterium des Va-ti can , auf welchem
Fip. 62. Die Kananiierin. . ^ /\ • u;«.„
(Sarkophngrelief Bosio 65). GI11C BUS U1CI rl n ll-
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ren bestehende Gruppe an die genanntewunderbare Heilung erinnert. Die Gruppeschliesst rechts vom Beschauer die vor-dere Seite des Sarkophags ab. Der Bild-hauer hat (vgl. die vorstehende Fig. 62)jenen Moment vor Augen, in welchem dieJünger den Heiland bitten, dem hinter ihnenher rufenden Weibe Schweigen zu gebie-ten; verbindet aber damit zugleich den an-dern Augenblick, in welchem Jesus denGlauben der K. mit den Worten belohnt:
,ausgegangen ist der böse Geist aus deinerTochter. 1 Zur Rechten des Herrn sehenwir einen Apostel, welcher die vor demErlöser niederknieende Frau mit der Handan der Schulter berührt, um sie dem Herrnvorzustellen. Dieser reicht der Frau seineHand dar, welche sie mit der ihrigen, diesie aber aus heiliger Scheu unter ihremPallium verborgen hält {Rieh-Mit Iler Illustr.Wörterb. 440: manum intra pallium con-tinet), ehrfurchtsvoll berührt und zugleichzum Zeichen der Adoration küsst. Um dieEhrfurcht, mit welcher sie Jesus naht, kräf-tiger zum Ausdruck zu bringen, hat derKünstler ihr Haupt verhüllt dargestellt(I Kor. 11, 13: ~pE~ov Istiv vovcdza axa-a-y.aXo-Tov to) Deo) -pOTE'jysabai;). Die Figu-ren des Apostels und des Heilandes er-scheinen mit dem Pallium bekleidet undzwar in der Form der avaßoX-p {Rieh-Müller10), so jedoch, dass ausser der rechtenHand auch der rechte Arm frei bleibt.Während aber die Gestalt des Apostels dasreife Mannesalter repräsentirt, ist der Hei-land als Jüngling ohne Barthaar dargestellt;der Künstler will damit die über allem Wech-! sei der geschaffenen Dinge erhabene, ewigi jugendliche göttliche Natur Christi zur An-! schaumig bringen. Nach de Rossi Bull.1880, 83 kehrt diese Darstellungsweise inden Bildern des Erlösers auch auf christ-lichen Sarkophagen in Arles wieder; dieganze Gruppe hingegen ist, soviel bis jetztbekannt, nur auf dem von Aringhi erwähntenSarkophage vorhanden {Martigny Diet. 2° ed.162). [ In einigen Fällen ist es nicht leicht,die K. von der blutflüssigen Frau (s. Hae-morrhoissa) zu unterscheiden; so Garruccii V, tav. CCCXXXIII 1 , CCCLUI 1 , CCCLX 1 ,CCCLXX 1 , CCCLXXVD, CCCLXXVIII 5 , 4 ,jCCCCIIIh K.| HELLES1IEIM.
j KANON der hl. Schrift. Das griech.
■ Wort zavcov (cfr. xawa, n?.j5 = Rohr, Stab)bedeutet sowol im N. Test. (II Kor. 10,
| 13 ff.) als bei Profansehriftstellern: Regel,j Richtschnur, regula. In diesem Sinne wirdvon den Vätern die christliche Lehre als! zavdiv T/j; zojteok oder T?jc dXrjflsiotc be-zeichnet ( Hegesipp . ap. Euseb. II. e. III,I c. 32; Polycrat. ib, V, c. 24; Clem. Ale.r.i Strom. VII, c. 16; Iren. Adv. liaer. I, c. 9,