Band 
Zweiter Band. I - Z.
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KavovfCsiv — Katakomben.

Abteien Corvey und S. Germain-des-Presgehörenden, heute in der kaiserl. Bibliothekzu Petersburg befindlichen Codex aufgefun-den. Der letztere, eine willkürlich zusam-mengetragene Collection von lateinischenGedichten, enthält u. A. auch eine Grab-inschrift des Papstes Damasus auf den hl.Märtyrer Hippolytus in seinem Coemeteriuman der tiburtinischen Strasse. Damasusfeiert darin denselben, weil er nach lang-jähriger Betheiligung am Schisma des No-vatus vor seinem Tode zur Kirche zurück-gekehrt sei und auch Andere dazu ermun-tert habe. Die Inschrift (Bull. 1881, 26)ist I 665 nach der Restitution de Rossi’sabgedruckt. bellesheim.

KANONIZEIN hat bei Socrat. H. e. II 8u. 17 in dem Zusammenhang den Sinn vondefiniren; an letzterer, der berühmtenStelle aus dem Briefe des P. Iulius heisstes: l-Gj SsTv 7 vujfj.T)v ImaxoTrou 'P<op.rjj

xavovijeiv xd{ exxXrjmac. Es ergiebt sich dar-aus, dass derselbe Sinn c. 8 anzunehmenist, wo von dem Concil Rede ist, welchesEusebius unter dem Vorwände einer Kirch-weihe in Antiochien zusammenzubringensuchte. Ganz falsch haben daraus dieCorrect. Rom. zum Decret. Grat. p. III deConsecrat. Dist. I, c. 5 geschlossen, Socratessei als Beleg für den in c. 4 u. 5 des De-crets enthaltenen Satz: sineauctoritatesummiPontißcis nova non dedicetur ecclesia ange-rufen. Der betr. Satz konnte überhauptnur auf die italienische Kirchenprovinz An-wendung finden.

KANZEL, s. die A. Cancelli (Alter, n. 8),Kathedra und Predigt. Das Wort ist vonCancelli herzuleiten, von denen, bez. vonden an ihren Seiten stehenden Ambonenherab in der alten Kirche die Lesungenund, seit Priester an Stelle der Bischöfepredigten, auch die Predigt gehalten wur-den. Kanzeln im heutigen Sinne bcsass diealte Kirche nicht; sie entstanden als selb-ständige Tlieile des kirchlichen Mobiliarsnicht vor dem 11. Jahrh. (Salerno, Amalfi,Venedig S. Marco) und werden eigentlicherst seit dem Auftreten der Bettelorden,also in der Zeit der üothik, gewöhnlich. —Im Englischen ist Chancel, gleichfalls vonCancelli abgeleitet, als Bezeichnung für diedurch die Schranken abgetrennten üsttheile,also gewöhnlich den Chor, im Gebrauchgeblieben.

KARFREITAG, KARWOCHE, s. d. A.Feste I 486 f.

KATABA2ÜI- (catabaticum) soviel als In-troitus ad martyres, s. d. A. und de RossiBull. 1880, 127.

KATAI’üriA, die Wohnungen der denGrabstätten, bez. den Basilikon beigogobe-

nen Wächter oder Thürhüter. Euseb. Vit.Const. IV, c. 59.

KATAKOMBEN. I. Name. Die Grab-stätten der alten Christen heissen im All-gemeinen Coemeteria, Hypogea, Martyria,Areae (s. d. Artt.); die Bezeichnung Kata-kombe ist verhältnissmässig jung und bezogsich ursprünglich nur auf ein einziges Coe-meterium. Sie kommt zum erstenmal vorbei dem Chronographen 354 ( XIII Kal.Feb. Sebastiani in catacumbas, in der De-positio martyrum), dann in einem Verzeich-niss der römischen Coemeterien aus dem6. Jahrh.: Coemeterium catacumbas ad S.Sebastianum in via Appia). Bereits im4. Jahrh. wird der nahe bei S. Sebastianogelegene Circus des Maximus bezeichnetals Circus in catacumbas. Auf Inschriftenbegegnen wir dem Ausdruck nur einmal:auf der Grabschrift eines Eusebius Antio-chenus, jetzt in Mailand ( Orelli n. 4574).Johannes Diaconus (9. Jahrh.) ist der Erste,welcher in seinem Chronicon der Bischöfevon Neapel die Bezeichnung verallgemei-nert. Welches die Etymologie und die ur-sprüngliche Bedeutung des Wortes ist, stehtkeineswegs fest. Die anonyme Historiatranslationis s. Sebastiani c. 6 sagt: milia-rio tertio ab urbe loco, qui ob stationemnavium catacumbas dicebatur. Ducange lei-tete das Wort von camba ab, so dass Ka-takombe soviel als Höhlung, Schlucht wäre.Marchi 209 dachto an cumbo und xaxa =:ad, cum, de, mit dem Begriff von iacere.De Waal erinnert an die Senkung des Ter-rains bei S. Sobastiano und meint, es könneein Wirthshaus da gestanden haben mitdem Schild ad cumbas. De Rossi R. S.III 427 weist den Gedanken an cymbe (=Schiffe) zurück und erinnert daran, dassCatacumba die örtliche Bezeichnung desThoiles der Via Appia war, wolcher diewichtigsten und umfangreichsten Graban-lagen bot; er leitet dann das Wort voncubare mit Einschiebung von m ab, so dasscata cumbas soviel wäro wio cata accubi-toria (= ad coemeteria) christianorum. V.Schidtze (Dio Katakomben etc. 40) führtden Ausdruck wieder auf dio Sonkung derappi8chon Strasso zurück ( cumba = xup.jhr],Schlucht, Abhang).

II. Erforschung der K. Ge-schichte diosos Studiums. Nachdemim MA. dio K., mit Ausnahme derjenigenvon S. Sobastiano, in fast gänzliche Ver-gessenheit gerathon waren, öffnete am31. Mai 1578 ein Zufall don Zugang zueiner derselben, welche an der Via Salariagelogen war. Zwar waren auch schon vor-her nicht allo K. unzugänglich goblioben.Pomponio Loto und seine Gonosson von derbekannten römischon Akademie hatten un-