Katakomben.
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ter Paul II, Franciscancr und andere Neu-gierige zwischen 1432 und 1482 hier undda die Grüfte von S. Callisto besucht, aberkeinem von ihnen war es eingefallen, dieseRäume auf ihre Bedeutung für die christ-liche Alterthumswissenschaft näher anzu-sehen; die Humanisten hatten für solcheDinge weder Verständniss noch Inter-esse. Erst jene zufällige Entdeckung von1578 begründete die Wissenschaft von die-ser unterirdischen Roma. Baronim, dergrosse Kirchenhistoriker, legte durch zahl-•reiche Besuche in den neu aufgedecktenK. und an verschiedenen Stellen seinesWerkes sein Interesse für diesen Gegen-stand an den Tag. Mehrere fremde, inRom weilende Gelehrte und Liebhaber desAlterthums wandten der Sache dann ihreAufmerksamkeit zu und copirten die ihnenbekannt gewordenen Bildwerke der unter-irdischen Grabkammern. Es waren der spa-nische Dominicaner Alfonso Ciacconio undzwei Flamänder: Jean l’IIeureux (Macarius)nnd Philipp de Winglie, deren Aufzeich-nungen aber erst in unserer Zeit bekannt,bez. benutzt wurden ( Garrucci Ilagioglyptasive picturae et sculpturae sacrae antiquio-res i praesertim quae Romae reperiuntur,oxplicatae a loanne l’IIeureux |MacarioJ,Paris 1856). Iler Columbus der K. wurdedann Antonio Bosio, welcher sein ganzesReben auf dieses Studium verwandte undsofort sich der richtigen Methode bediente,indem er vor Allem dasjenige festzustellensuchte, was aus den Schriften des christ-lichen Alterthums, der Martyreracten u. s. f.,über Geschichte und Lage der einzelnenDoemeterien beizubringen war. Das Werk«eines Lebens, die für alle Zukunft grund-legende Roma Sotterranea, erschien indes-sen erst nach seinem Tode, herausgegeben■durch den Oratorianer Severano (Rom 1632).Von diesem Werke giebt es einen Auszugiu 4°, mit Weglassung vieler Tafeln (Rom1650). Bosio’s Buch ist aber am verbrei-tetsten in der lateinischen Uebersetzung desAringhi (Rom 1651, nachgedruckt Kölnund Paris 1659; Auszug Arnheim 1671in 12°). Nach Bosio’s Ableben wurde die■wissenschaftliche Erforschung der K. auflange Zeit unterbrochen. Eine missverstan-dene Andacht bemächtigte sich ihrer, umvor Allem nach Martyrcrleibcrn zu suchen,"wobei zahllose Krypten erbarmungslos aus-geriiumt wurden, ohne dass über die ein-zelnen Funde Buch geführt und die Inter-essen der Wissenschaft berücksichtigt wur-den. So erklärt sich, wenn diesseits derAlpen die theologische und historische Wis-senschaft von Bosio’s Resultaten kaum Notiznahm und protestantische Schriftsteller undReisende, wie Burnet und Misson, in derabschätzigsten Weise von den römischen
K. sprachen und eine Menge von Irrthü-mern in Curs setzten. Erst das 18. Jahrh.brachte wieder wissenschaftliche Forschun-gen über unser Thema. Raffaele Fabrelli’sInschriftenwerk (Rom 1702) brachte neuesepigraphisches Material. Mabillon’s Schrei-ben De cultu sanctorum ignotornm unter-suchte zuerst die Frage, welche Reste alsReliquien der Märtyrer anzusehen seien,worauf dann Boldelti, Fabretti’s Nachfolgerin der Custodie der K., sein wichtiges, lei-der nicht immer mit der wünschenswertenAkribie und Kritik geschriebenes Werk(Osservazioni sopra i cimiteri dei ss. mar-tiri ed antichi cristiani di Roma, Roma1720, 2 voll, fol.) herausgab. Sehr werth-voll waren die Beiträge, welche um die-selbe Zeit Buonarruoti (Osservazioni sopraalcuni frammenti di vasi antichi di vetroornati di figure trovati nei cimiteri di Roma,Firenze 1716) und Marangoni (Acta sanctiVictorini, 1740; Delle cose gentilesche eprofane trasportate ad uso e adornamentodelle chiese, Roma 1744) publicirten. Balddarauf erschien Boitari’s grosses Werk(Sculture e Pitture sacre estratte dai cimi-teri di Roma, pubblicate dagli autori dellaRoma sotterranea ed ora nuovamenti datein luce colle spiegazioni, Roma 1734—1754),ein Werk, welches Bosio’s Stiche in ver-grössertem Massstabe wiedergab, sonst aber,abgesehen von der Beschreibung eines gno-stischen Grabes, wenig Neues bot. VonBottari ab ruhte die K.-Forschung wieder,bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts (1779)der Franzose Seroux d’Agincourt ihr seineThätigkeit bis zu seinem Tode (1814) zu-wandte. D’ Agincourt’ s Absicht war, Winckel-mann’s berühmte ,Studien 1 auf die späterenZeiten fortzusetzen, und so entstand seineHistoire de l’art par les monuments depuissa decadence au 5° siede jusqu’ä son re-nouvellement au 15°, Paris 1809—1823,6 vols. fol., mit 325 Tafeln. Eine deutsche,von V. Quast revidirte Ausgabe erschienzu Berlin 1840. Von den römischen Ge-lehrten aus dem ersten Viertel dieses Jahr-hunderts hat keiner sich mit den K. desNähern beschäftigt. Marini, welcher eineSammlung der christlichen Inschriften an-legte, scheint nie zu denselben herabgestie-gen zu sein; nur Settele wandte ihnen vor-übergehend seine Aufmerksamkeit zu. DerWiederaufschwung dieses Studiums in un-serer Zeit ging von dem Jesuiten Marchiaus, welcher 1841 sein grosses Werk überdie Bauanlage der K. (Monumenti dellearti cristiane primitive nella Metropoli delCristianesimo, Roma 1844) unternahm. Soverdienstvoll diese übrigens unvollendeteArbeit war, so fehlte doch ihr Verfasserdarin, dass er zu der einzig richtigen topo-graphischen Methode Bosio s nicht zurück-