Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Liturgie.

storius' (für Epiphanie, den Freitag Jo-hannis des Täufers, das Fest der griechi-schen Lehrer und Gründonnerstag); alsWerke der angeblichen Autoren könnensie wegen ihrer Zugehörigkeit zum ost-syrischen Ritus kaum gelten, obgleichTheodor schon von Leontius Byzant. alsUrheber einer L. bezeichnet wird und fürdie Authentie der Nestorius-Anaphora gel-tend gemacht ist, dass sie den byzantini-schen Zusatz zur Epiklese p.£xaßaXu>v xiöllvsup.axt <tou T(ö ö'(’-(o enthalte. Der Pa-triarch Marabbas (im 6. Jahrh.) soll beideaus dem Griechischen in das Syrischeübersetzt haben.

Eine eingehende Analyse der ostsyri-schen, wie auch der übrigen Liturgieengehört nicht in diese, auf die sechs erstenJahrhunderte beschränkte Encyklopädie;doch mag ein Ueberblick über die Be-standtheile derselben nach ihrer Reihen-folge hier Platz finden, welcher die unsaus Drucken und Handschriften zugäng-lichen liturgischen Texte durch die Zeug-nisse der weit älteren nestorianischen Li-turgiker controllirt und so mit grössterWahrscheinlichkeit die durch Jesujab fixirteForm der L. wiedergiebt. Mit Uebergehungmancher secundären, die einzelnen Func-tionen begleitenden Gebete und des rei-chen Ceremoniells stellt sich uns folgenderGrundriss der ostsyrischen L. dar: einewechselnde Marmitha (kleinerer Abschnittdes Psalters, entsprechend der byzantini-schen sxacnc); das gleichfalls wechselndeResponsorium (Strophen, denen Versikelaus den Psalmen und Gloria Patri vorher-gehen) der y.6~c/ol i; Incensation währenddes Gesanges der Strophe Te Domineomnium und des Trishagions; pentateuchi-sche und prophetische Lection; Schuraja(ähnlich dem Zumara ); apostolische Lec-tion; Zumara (Graduale); Evangelium;Incensation, Eingiessen, Mischen und Ein-legen der eucharistischen Elemente in derProthesis (Credenz); gleichzeitig Litaneides Diakons mit Oration und Benedictiondes Celebranten (für Seelenmessen ist eineeigene Litanei und Oration bestimmt);Entlassung der Katechumenen undBüsser;Händewaschung; wechselndes Responso-rium der Mysterien während der Oblationder Elemente und ihrer Aufstellung aufdem Altäre; Schuldbekcnntniss des Cole-branten; Credo; Mahnung des Diakons* zum Gebete; Orate fratres und Secreta;Pax; Verlesung der Diptychen (geschahim 6. Jahrh. aucli zu Konstantinopel andieser Stelle); Mahnung des Diakons zurEhrerbietung und Andacht; Praefationmit Sanctus; Kanon mit dem Dankgebetefür die Herrlichkeit Gottes an sich, dieSchöpfung und Erlösung, welches nur die

Nestorius-Anaphora theilweise schon in diePraefation verlegt, der dadurch eingelei-teten Wiederholung der Einsetzungsworte,Anamnesis, Aufopferung, Memento, Epi-klesis und Schlussdoxologie; Psalm Mise-rere während der Incensation; Fractiound Commixtio specierum; paulinischerSegen; eine vom Diakon vorgebetete undvom Volke acclamirte Aufforderung zuwürdiger Communion und Bitte um Sün-denvergebung und geistliche Güter, anwelche sich das Voreommuniongebet desCelebranten anschliesst (die ursprüngliche,vollständige Form dieses Gebetes hat sichnur in Cod. Vatic. syr. 303 erhalten);Paternoster mit Einleitung und Embolis-mus; Sancta Sanctis; wechselndes Respon-sorium des Bema während der Commu-nion; Postcommunio mit vorhergehenderAufforderung des Diakons; Benediction.

Abgesehen von einigen Zusätzen, vonVervielfältigung der Psalmodie (aber nochnicht, wie im byzantinischen Ritus, auchder Litanei-Oration) und von der Ver-setzung der Katechumenen-Entlassung undder Pax stimmt die ostsyrische L. auf dasGenaueste in ihrer ganzen Anordnung mitder vornicaenischen gemeinschaftlichenüberein, wie denn auch ihre Diction undAnschauungsweise einen höchst alterthüm-lichen Charakter bewahrt hat. Das ost-syrische (chaldäische) Missale ist zu Rom1767 und zu Urumia 1876 für die katho-lischen Chaldäer (Nachkommen der be-kehrten Nestorianer) in der Türkei undPersien, zu Rom 1774 —1775 und 1844für die in Indien gedruckt worden. BeideKlassen von Drucken weichen vielfachvon einander ab; so ist in der ersterendie ursprüngliche Antocommunio ganzdurch ein dem westsyrischen Ritus ent-lehntes rhythmisches Gebet verdrängt, jadie Communion zufolge eines groben Ver-sehens der Postcommunio und ßenedictionnachgestellt. Aber in allen diesen katho-lischen Missalen fehlen die nach Theodorund Nestor benannten Anaphoren, sowiealle wechselnden Bestandteile mit Aus-nahme der apostolischen und evangelischenLectionen; überall auch findet sich dieunglückliche Ergänzung der in der Apostel-Anaphora fehlenden Einsetzungsworte erstunmittelbar vor der Fractio. Dasselbegilt von dem auf der Synode von Diam-pur 1599 für die indischen Thomaschristenunter Angabe der vorgenommenen Ver-änderungen festgestellten Texte der ost-syrischen L., dessen Uebersetzung wieder-holt veröffentlicht ist (Gouvea Jornada doarcebispo do Goa Alcixo de Menezes, Co-imbra 1606; J. F. Raulin Ilistoria eccle-siae malabaricae cum Diampostina synodo,Rom. 1745; Magn. Bibi. Patrum VI; P. Te-