Liturgie.
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auch die der armenischen Kirche ist, be-zeichnen wir am zweckmässigsten als by-zantinische L., obgleich ihr Ursprungauf Caesarea in Kappadocien zurückzufüh-ren ist, wenn der hl. Basilius mit Grund alsVerfasser der ihm zugeschriebenen Ana-phora bezeichnet wird. Es scheint dies aberzu bejahen; denn wenn man auch von dembestrittenen Zeugnisse des hl. Proclus (inGallands B. V. P. IX 630) absieht, so blei-ben doch die von Petrus Diac. und Leontiusaus dem 6., das des trullanischen Concilsaus dem 7. und das der Barberini’schenHandschrift aus dem 8. Jalirh., welche dieBasilius-L. als Norm behandelt und sie vieldeutlicher als die Chrysostomus-L. für dasWerk ihres angeblichen Verfassers erklärt.Gegenwärtig und schon seit dem spätemHA. ist bekanntlich die dem hl. Chrysosto-fflus zugeschriebene Anaphora die Normal-L. und wird auch an den meisten Tagengebraucht. Neben dieser und der Basilius-Anaphora giebt es noch eine Missa prae-sanctificatorum, angeblich von Gregor. M.
In dem Bericht über die erste Comme-moration des clialcedon. Concils und desPapstes, welche 518 zu CP. nach der Thron-besteigung lustins stattfand, wird er-mähnt, dass Psalmodie, Trishagion, Evan-gelium, Entlassung der Katechumenen undCredo der Verlesung der Diptychen vorher-gingen. Dieselbe eigenthümliclie Stellungder Diptychen finden wir auch in der Mess-beschreibung des angeblichen DionysiusA»'eoy>., welche sich eben hierdurch, sowiedurch Erwähnung des von Petrus Fullo indie L. eingefiihrten Credo als ein Werk ausdem Ende des 5. oder Anfang des 6. Jalirh.z u erkennen giebt. Pseudodionysius führtdie Bestan dtheile der L. in dieser Reihen-i?ige an: Gebet am Altar, Incensation derKirche durch den Bischof, Rückkehr des-®elben zum Altar, Psalmodie, Lectionen,Entlassung der Katechumenen, Energu-*? en en und Büsser, Credo, Herbeibringungy 61 ' verhüllten Elemente, Secreta, Pax,j ®rlesung der Diptychen, Händewaschung,' ft non, aus welchem die Danksagung fürie Erlösung und die Consecration erwähnt’ird, Gebet vor der Communion, Sanctaa nctis mit Elevation, Communion und Post-^nimunio. Im 7. Jalirh. giebt der Com-entar des hl. Maximus zu Pseudodionysiusln ige Ergänzungen hinsichtlich des Cere-( l. 0n I e ü s und setzt die Psalmodie zwischeni le Hectionen und das Evangelium; mit.lf* folgenden Jahrhundert beginnt dannSf ?, bandscliriftliche Ueberlieferung der L.ho. ‘ Uebrigens ist schon das von A. Giorgiv „' ilu ^gegeben e und, allerdings auf sehrg P e . P^boiou bin, dem 5. Jahrh. zuge-hv,*!- 61 ? 6 g r i ec b--kopt. Diakonikon mehrj-antnusch als alexandrinisch; ja der
letzte Abschnitt wird ausdrücklich als Kavo-vdpw Tuiv ßrjaavTi'iov bezeichnet. Für die ar-menische L., welche als eine im Ganzenalterthümlichere Form der byzantinischenzu betrachten ist und sich zu dieser ähnlichverhält, wie die ambrosianische zur römi-schen, haben wir die älteste zusammenhän-gende Darstellung aus dem 10. Jh. (übers,v. P. Vetter Chosroae M., episc. monophys.,explicatio precum Missae, Frib. 1880); im12. Jh. erklärte die L. Nerses von Lampron.
Eine Vergleichung der byzantinischen L.mit der apostolischen und römischen findetman in der Ztsclir. f. katli. Theol. 1880, 107.Hier sei nur bemerkt, dass der byz. Ritusdie (im armenischen erhaltene) prophe-tische Lection verloren, dagegen die Psal-modie vervielfältigt hat, indem er, ausserdem Prokeimenon (bei den Armeniern nochein ganzer Psalm) vor der Epistel, noch dieunserm Introitus entsprechenden drei Anti-,phonen zu Anfang der Messe verwendet.Ebenso vervielfältigt er die Litanei (Ekte-nie) des Diakons nebst der darauffolgendenOration des Celebranten; um die vom lao-diceischen Concil erwähnten drei Gebeteder Gläubigen vermeintlich herauszubrin-gen, ist eine suyvj p-sva ~b a-Xco&rjvai toslXrjTov (auch in den ambrosianischen Ritusals Oratio super sindonem und in den rö-mischen als blosses Oremus vor dem Offer-torium eingedrungen, aber im armenischennoch fehlend), ja sogar, da das ursprüng-liche erste Gebet der Gläubigen in den mei-sten Documenten nicht als solches bezeich-net wird, ein aller Analogie entbehrendes,zweites Gebet der Gläubigen 1 (ebenfallsim armenischen Ritus fehlend) hinzugefügt.Die Händewaschung geschieht bei den Grie-i dien jetzt nur noch am Anfang der Messe;
] bei den Armeniern findet sie sich ausser-[ dem noch an ihrer ursprünglichen Stelle,
I wo sie auch von mehreren byzantinischenLiturgikem und Handschriften bezeugt! wird. Die Diptychen werden schon längstjnicht mehr an jener Stelle, wo sie imI 6. Jahrh. vorkamen, verlesen. Das Einlei-tungsgebet zum Vaterunser ist, sehr clia-! rakteristisch für die nachträgliche Einschal-tung desselben, aus dem Vorcommunion-1 gebete der apost. Constit. entstanden. DieFractio ist von ihrer ursprünglichen Stellehinweg unmittelbar vor die Communion ge-! rückt, was bei den Armeniern, Maroniten,
I in den byzantinisirten L.en der orthodoxen; Syrer und Aegypter, sowie seit Gregor I! auch im römischen Ritus Nachahmung ge-funden hat. Abgesehen von diesen Verän-derungen ist die bvzant.-armen. Messformrecht ursprünglich geblieben, mehr als ir-gend eine andere ausser der chaldäisclien.
Ueber das Quellenmaterial an Hand-schriften und Drucken der byzantinischen