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Liturgie.
L.en geben den besten Aufschluss diebeiden monumentalen Werke von J. Goar(Euchologion s. Rituale Graec., Par. 1647)und das schon erwähnte von Swainson.Letzterer druckt die drei byzantinischenL.en zuerst nach dem Barberini’schen Co-dex aus dem 8. Jahrli. und anderen, diesemgleichartigen Handschriften ab; dann so,wie sie nachweisbar im 11. und 16. Jahrh.beschaffen waren. Die armenische L. er-schien im Druck für die Häretiker zu Con-stantinopel 1823, für die Katholiken zuRom 1642 (auch mit lat. Uebersetzung) und1677. In deutscher Uebersetzung erschiendie armenische Messe zu Tübingen 1845,in italienischer (theilweise mit Beigabe desUrtextes) zu Venedig 1826, 1837, 1854,1873. Für kritische Vergleichung ihrer ver-schiedenen Textgestaltungen und sonstigeErläuterungen findet man am meisten inLebrun Explic. de la s. messe; Daniel Cod.liturg. und Hammond Ancient Liturgies.
VIII. Das älteste Denkmal des alexan-drinischen Ritus ist ein von A. Giorgi(Fragment. Evang. S. Ioan. graeco-copto-thebaicum, Rom. 1789) herausgegebenesFragment einer koptischen Anaphora; denndas bereits erwähnte griecli.-kopt. Diako-nikon (enthaltend das vom Diakon, sowievom Volke in der L. zu Sprechende) isteher byzantinisch, jedenfalls das ältesteZeugniss für die starke Beeinflussung derägyptischen L. von Constantinopel aus.Wenn auch j'enes Anaphora-Fragment, wel-ches die Theotokos und die hhl. Basiliusund Gregor commemorirt, nicht mit demebenso unkritischen als geschmacklosenHerausgeber dem 4. Jahrh. zugeschriebenwerden kann, so erweist es sich doch durchseine vermittelnde Stellung zwischen derlangen Danksagung für Schöpfung und Er-lösung im Kanon der apost. Const. und de-ren auszugartigen Abkürzung in den späte-ren L.en als uralt. Es beginnt mit vier Seitenaus dem Memento für Lebende und Verstor-bene (die also damals schon im alex. Ritusin die Praefation gerathon zu sein schei-nen); dann fehlen vier Seiten, worauf eben-soviele aus dem Kanon sehr ausführlich überSchöpfung des Menschen und Sündenfallberichten, von da aber ganz kurz zu der Er-lösung und zu der Einsetzung der hl. Eucha-ristie überleiten; das Kanonstück schliesstmit der Consecration, wie das Praefations-stück mit Verlesung der Diptychen (6vo-jxa-a). Bemerkenswerth ist die grosse Be-stimmtheit, mit welcher in diesem Frag-ment hervorgehoben wird, dass man für dieHeiligen nicht bitten wolle, sondern ihrerFürbitte theilhaftig zu werden begehre.
Auch für die alexandrinische L. hat manbisher, wie für die westsyrische, irrig dienach Inhalt und Anordnung durch und
durch byzantinisirte Form, in der sie beiden dortigen Orthodoxen üblich ward, alsGrundlage angenommen. Es ist dies die sog.Marcus-L., welche der koptischen Cyrillus-Anaphora entspricht. Die monophysitischenKopten gebrauchen nämlich drei nach Cy-rill Alex., Gregor Naz. und Basilius be-nannte Anaphoren, mit deren letzter in denHandschriften der Ordo missae verbundenwird; während die Marcus-L. nur griechischvorhanden ist, werden die monophysiti-schen L.en von den meisten Handschriftenin koptischer Sprache, jedoch vielfach unterBeibehaltung des Griechischen für das lautzu Recitirende, geboten. Abgesehen vonmanchen anderen Einschaltungen aus dembyzantinischen Ritus, unterscheidet sichauch bei den Aegyptern wie bei den Syrerndie orthodoxe und daher byzantinisirteForm der L. dadurch von der monophysiti-schen, dass sie die Brechung erst nach demSancta Sanctis, statt an ihrer ursprünglichenStelle alsbald nach dem Kanon, ansetzt.
Mit Ausnahme der nach Gregor und Ba-silius benannten Anaphoren haben alle an-deren Documente des alexandr. Ritus dieMemento nicht nach der Consecration, son-dern mitten in der Praefation, eine Ano-malie, welche nicht nur bereits von JakobEdess. bezeugt wird, sondern auch in dererwähnten uralten koptischen Anaphoravorzuliegen scheint. Sie findet sich ebensoim äthiopischen Ritus, welcher nureine etwas eigenthümlich entwickelte Ab-art des alexandrinischen ist; so hat er dasVaterunser nach der Communion und feh-len meistens (jedoch nicht bei Dillmann undBezold) die Responsorion vor der Praefa-tion. Die Aethiopier verbinden ihre derkoptischen Cyrill-Anaphora entsprechendeAnaphora von allen Aposteln mit dem ge"meinsamen Ordo missae, haben aber ausserden bei den Kopten üblichen noch mehrals ein Dutzend eigener Anaphoren.
Für die orthodoxe griechische Marcus-L-genügt es jetzt, auf die alles Material kri-tisch zusammenfassende Ausgabe in Sivain-sons Werke zu verweisen. Das koptischeMissale erschien 1736 zu Rom; die Original-texte der alexandrinischen L.en enthält auchJ. A. Assemani’s Cod. liturg. IV 4, I D,während Renaudot zwar nur die lat. Ueber-setzungen seiner koptischen Texte, abermit trefflichen Erläuterungen aus ägypL'sehen Liturgikern und Kanonisten biete •Ebenfalls auf koptischen Handschriften be-ruhen die engl. Uebersetzungen von J- •Rodwell in den Occasional Papers oj *Eastorn Church Assoc., n. 12, Lond. 1 ’
S. C. Malan (Orig. Docum. of the LoptmChurch, n. 1. 5. 6, Lond. 1872-7o) unüMarquis of Bute (The Coptic Morn. Scrj^’
Lond. 1882); das zuletzt genannte Wer