Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Liturgieen.

die Praefatio, wobei der Priester spricht:sursum corda, und das Volk antwortet:habemus ad Dominum (De or. Dom.). Dannbringt der Priester an Christi Statt daswahre und volle Opfer dar (Ep. 63). In un-mittelbarer Verbindung mit dem Opfer Got-tes steht das Gebet des Herrn (Ep. 64),welches gemeinsam recitirt wurde (De or.Dom.). Ebenso empfingen auch alle Anwe-senden die Eucharistie in die rechte, hohleHand (Ep. 56) zum sofortigen Genuss oderzur Aufbewahrung in der Area (De laps.),und der Diakon reichte Allen den Kelch.

Reichlicher fliessen die Nachrichten überdas ,Sacrament des Himmelsbrodes“ ( Aug.Serm. 351, 7; Serm. 4, 31 schreibt er da-für: sacramenta a tritico et vino, quod no-runt fideles) in den Reden und Briefen deshl. Augustin. Der Heilige spricht häufigvom Brustklopfen und Sündenbekenntniss(En. in Ps. 117.137.141; Serm. 29. 67. 351);ob aber die Messe damit oder mit einemIntroitus begonnen habe, ist gleich frag-lich. Dafür bezeugt er mehrere Sclirift-lesüngen (Serm. 49), die er (Serm. 165) unterden Namen Apostolus, Psalmus, Evange-lium, ein anderes Mal (Serm. 40) Propheta,Evangelium, Apostolus aufzählt und nachihrer Reihenfolge (Serm. 341) als Lex etProphetae, Epistolae apostolicae, Evange-lium bezeichnet. Den apologetischen Grundder prophetischen (richtiger alttestament-lichen) Lesung giebtSerm. 200: IudaeorumCodices recitamips, ut tollatur dubitatio pa-ganorum; ähnlich Serm. 202. Der Psalmus,den Augustin (Serm. 165) zwischen Epistelund Evangelium erwähnt und Serm. 176auch Lectio nennt, ist unser Graduale;er wurde als Wechselgesang vom Lectorund Volk gesungen ( Victor. Vit. II. persec.Vand. 114) und war in der österlichen Zeitüberall, in Africa ausserdem an den Sonn-tagen mit dem Alleluja verbunden (Serm.210. 252). Nach dem Evangelium folgte diePredigt, worauf die Katechumenen ent-lassen wurden (Serm. 49). Bei der Obla-tion, deren Augustin Ep. 111 gedenkt, wur-den auch Erstlingsfrüchte, Milch und Honiggeopfert. Die Praefation begann, wie heutenoch, mit dem priesterlichen Grusse: Do-minus vobiscum (Serm. 6, ed. j Denis), wor-auf die beiden anderen Versikel: sursumcorda und gratias agamus Domino Deonostro, mit den entsprechenden Respon-sorien folgten (Serm. 227, 68, 311 u. s. w.).Die Antwort zum Dominus vobiscum hatübrigens de Rossi (R. S. II 305) bereits auseiner Inschrift des 3. Jahrh. nachgewiesen.Das Trishagion ist bei Augustin als Be-standtheil der Liturgie nicht erwähnt, abervon Victor Vit. (Hist, persec. Vand. III 23)bezeugt, während der Heilige selbst dieCommem. der Märtyrer und Verstorbenen

im Kanon scharf unterscheidet (Serm. 159;vgl. Serm. 284). Nach der Wandlung wurdevon der ganzen Versammlung das Vater-unser recitirt, worauf Friedenskuss undCommunion folgten (Serm. 227; darauf An-spielung auf die unwürdige Communion).Der Ritus der Austheilung ist wie bei Cij-prian (Serm. 272: audis corpus Christi etrespondes: Amen). Serm. 237 bezeichnetAug. das Vaterunser als Vorbereitung zurCommunion. Nach Serm. 58 scheint es laut,aber vom Priester allein gebetet zu werden.Auch die Einleitungsformel des römischenMissale zu demselben war vielleicht schonvorhanden (Serm. 110: quod audemm quo-tidie dicere) , wie das Responsorium Deogratias (Serm. 26). Dass das Volk vom Prie-ster gesegnet wurde, sagt Ep. 179, wenndort nicht der Inhalt eines Gebetes über dieGläubigen gemeint ist. Vgl. Probst Liturgieder drei ersten christl. Jahrh., Tüb. 1870.

Von der römischen Liturgie spe-eiell fehlt uns bis ins 5. Jahrh. herabjede erweislich authentische Nachricht.Die liturgischen Formulare nützten sichim Gebrauch ab und wurden jeweils durchneue ersetzt; dass die Aufbewahrung deralten für spätere Zeiten von Wertli seinkönnte, fiel Niemand bei. Für die Schrift-steller bestand in Rom die Arcandisciplingerade so wie anderswo, überdies lag keineVeranlassung vor, über Mysterien zu schrei-ben , die man dem Ungläubigen ängstlichverbarg, dem Katechumenen mündlich er-klärte und deren Vollzug der Gläubigetäglich sah. So bleibt uns nur das Papst-buch, dessen Angaben gewiss uralte Tra-ditionen enthalten. Aber abgesehen da-von, dass kaum bei einem andern Buchedie sichere Scheidung zwischen Original-text und Interpolation so schwierig, ja un-möglich ist, wie hier, so zeigen gerade dieliturgischen Nachrichten des Papstbucheszusammengonommen die Dürftigkeit derUeberlieferung. Danach wird von Ale-xander I (109—119) der räthselhafte Be-richt erstattet: miseuit passionem Dominiin precationem saeerdotum, quando missaecelebrantur, womit vielleicht die Wortedes Kanon: pridie quam pateretur gemeintsind. Sixtus I (119—128) soll das Ab-singen des Trishagion veranlasst haben,welches vielleicht schon unter Clemensvon Rom (I Kor. 34) Bestandtlieil der Li-turgie war. Papst Telesphor (128—13 /hat das Gloria eingeführt, während es tna-sächlich erstmals in den apost. Const. (Vll /und zwar als Morgengebet erwähnt wir •Dagegen kommt die Mittheilung, j a PCo eiest in I (f 432) habe den Psalmen-gesang bei der hl. Messe ungeordnet,nigstens in Bezug auf das Graduale zu sp •Leo d. Gr. (440-461) wird der Zusatz