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Liturgieen.
letztenmal von den uralten Messbüchernmore Gallico spricht, nach welchen manvon der Einführung des Christenthums anbis zur Annahme des tenor Romanus diehl. Geheimnisse gefeiert habe (Vorrede zuseiner Schrift Areopagitica). So erwähntz. B. Caesarius (Iiom. 12) die prophetischeLection neben den beiden neutestament-lichen als Bestandteile der ,missarumsollemnia 1 , während Gregor die Vorlesungaus dem Leben des Festheiligen inter,missarum mysteria 1 testirt (Mirac. I 64.II 16). Seit vollends die liturgischen Bü-cher entdeckt sind, kann ein Zweifel nichtmehr bestehen.
Wer ist aber Urheber der gallicani-sehen Liturgie? Man hat an Hi 1 a-rius von Poitiers und seinen Aufent-halt im Orient gedacht und letztem zurErklärung der Liturgie beigezogen. Etwasspäter ordnete (wie sein Landsmann Gen-nadius De script. eccl. c. 79 bezeugt) derPriester Musaeus von Marseille (f 461) imAuftrag des Bischofs Venerius das Lectio-nar mit den Zwischengesängen, und unterEustathius, dem Nachfolger des Venerius,das ganze Sacramentar. Auch SidoniusApollinaris (f 482) schrieb ,Contestationes‘(d. h. Praefationen), vielleicht ganze Mes-sen, wie Gregor von Tours (Hist. Franc.II 22) andeutet. Da aber alle diese Schrif-ten von Hilarius’ kostbarem Buch De my-steriis an verloren sind, ist ein Urteilüber die Autoren der gallicanischen Li-turgie unmöglich. Uebrigens muss letzterean verschiedenen Kirchen erheblich diffe-rirt haben, weswegen schon das Concilvon Vannes (an. 465, c. 15) und nach ihmdas von Agde (an. 506, c. 13. 30) dieGleichförmigkeit des Ritus vorschreibt, undjenes von Epaon (an. 517, c. 27) die Got-tesdienstordnung des Metropoliten als Normfür die ganze Provinz erklärt.
Die Monumente, welche uns nunmehrdie gallicanische Liturgie darstel-len, sind:
a) Drei von Cardinal Tommasi unter denTiteln Missale Gothicum, M. Francorum undM. Gallicanum vetus edirte Messbücher.Ersteres, mit 81 Messformularien, stelltden Ritus der Gallia Narbonnensis dar,welcher den griechischen (und mozarabi-schen) L. am meisten unter den lateinischennahekommt. Ausser den älteren römischenfinden sich nur fränkische Heilige (Satur-nin, Ferreol, Symphorian, Leodegar, Martinvon Tours) erwähnt. Jünger und wenigerwichtig ist das kurze Missale (richtigerPontificale) Francorum, welches wiederden römischen Kanon hat, wogegen dasaltgallicanische, aus einem ehemali-gen Heidelberger Codex entnommen undmuthmasslich den Ritus des mittlern Frank-
reich darstellend, mit dem gothiselienübereinstimmt. Sein Hauptwerth bestehtin der Osterliturgie mit dem Katechume-natsritus, den der Codex vollständig ent-hält. Bemerkenswerth ist der HymnusExultet zur Benediction der Osterkerze,welcher dem hl. Augustin zugeschriebenwird, und die Messe In rogationibus.
b) Das Lectionarium und SacramentariumGallicanum, beide von Mabillon zu Luxeuilund Bobbio gefunden und in der LiturgiaGallicana edirt. Das Sacramentar enthältmit den gallicanischen Messgebeten auchdie Lectionen und den römischen Kanon,ist also das vollständigste der erhaltenenDenkmäler.
c) E1 f von Mone in einem ReichenauerCodex entdeckte Sonntags- und Fe-rialmessen, vielleicht die ältesten allerbekannten.
d) Zwei Briefe des Bischofs Germanus(f 526) von Paris, welche Martine ent-deckte und im Thesaur. aneedot. t. V pu-blicirte. Alle Monumente bei Migne Ser.lat. t. LXXII.
Den genannten Quellen zufolge beginntdie gallicanische Liturgie ohne Stu-fengebet mit einer Antiphon nebst Psalm-vers und Doxologie, worauf das Concilvon Agde c. 30 anspiolt. Darauf folgte,wenigstens seit der zweiten Synode vonVaison (an. 529, c. 3), das Kyrie eleisonund wol auch das Gloria (was übrigensMartine bestreitet). Unter dem NamenPraefatio erscheint jetzt ein dieser Liturgieeigenthiimlicher Festprolog, in welchemder Gemeinde als fratres carissimi derFestgegenstand meist in schwungvollerWeise angegeben wird, mit der Einladungzur würdigen Feier. Der Schluss ist, wiebei einer Oration, per Dominum nostrumIesum Christum. Nach der Praefationkündigt der Diakon Stillschweigen an(silentium facite), der Priester grüsst dasVolle (Dominus sit semper vobiscum. R. Etcum spiritu tuo) und singt, während dieGläubigen sieh tief verbeugen, dieCollecte.Eigenthümlicherweise werden jetzt dieLesungen mit dem Trishagion eingoleitet,welches griechisch und lateinisch gesungenwurde, woran sich der Lobgesang desZacharias (Luc. 1, 68 ff.) anschloss undmit dem Preis des grössten Propheten dieProphetie eröffneto. Lesungen selbst zähltdie Liturgie drei: Propheiia, Lesung ausdem A. T., deren Stelle an Ileiligonfestenein Abschnitt aus dem Leben, besondersdem Martyrium derselben, vertrat, Apo-stolus und Evangelium. Zwischen den bei-den ersten Lesungen wurde wol ein Re-sponsorium gesungen, der zweiten folgtedas Canticum trium puerorum (Dan. 3,52 ff.) und, während der Diakon mit dem