Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Litureieen.

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Evangelienbuch, von sieben Leuchterträ-gern umgeben, zum Ambon (analogium)schritt, das Trishagion, welches am Schlussdes Evangeliums zum drittenmal ertönte.Wie in den anderen L. ist jetzt die Zeitfür die Predigt, die Gebete und Entlas-sung der Katechumenen und Biisser.

Zum Beginn der Gläubigenmessejverkündete der Diakon abermals silentium jfacite und trug dann ausser dem Kelch.zur Messe die Eucharistie in einem thurm- jförmigen Gefässe (turris, Greg. Tur. De >glor. mart. I 86) auf den Altar, ein Ge- ibrauch, den auch der Ordo Rom. I er- j'wähnt, nur wurde dort das Sacrament ineiner geöffneten Pyxis (eapsa aperta) demCelebranten schon beim Hingang zum Altarvorgetragen (vgl. erste Synode von Orangea n. 441, c. 17). Ein Gesang, Sonus ge-nannt, wahrscheinlich mit den Laudes der |niozarabischen Liturgie ( Conc. Tolet. IV. \a n. 633, c. 12) identisch, aus dreimaligen 1Alleluia und wol auch dreifachem Psalm-Ye rs bestehend, begleitete den feierlichen^■ct und dehnte sich vielleicht noch über |nie Oblation des Brodes und Weines aus, |bei welcher nach c. 4 der zweiten Synode i^?n Macon (an. 585) alle Anwesenden,Männer und Frauen, sich wenigstens anRenntagen zu betheiligen hatten. Was da- jv °n conseerirt werden sollte, wurde aus-1geschieden, auf die Palla corporalis (lino-stln >a, reine Leinwand ohne Verzierung) 1gelegt und mit einer seidenen, häufig gold-°der perlengoschmiickten Decke (palla se-riea , pallium) verhüllt. Von Oblations-gebeten wird nur ein einziges, das mitüer römischen Liturgie gemeinsame Venikanctificator etc., bezeugt. Sofort aberWerden, ganz abweichend vom Ritus der?PMischen Kirche, die Diptychen verlesen,amen Lebender und Verstorbener, fürj. le man betet und opfert, sowie der Hei-’? en i deren Fürbitte angerufen wird,•p 61180 der kirchlichen Vorsteher, z. B. desPapstes (Conc. Vais. an. 529, c. 4). Dießrlesung seliliesst die Collectio post no-^)na, worauf der Friedenskuss ertheilta ' r d, auf den sich ebenso die Collectiopacem bezieht. Wie bei der römischen( i Cre h l bildet der Schluss dieser Orationhilf Übergang zur Praefation, die zwar] ve . r c °ntestatio, illatio und immolatiodas S r '^ ec ^ e ^ esse eine besondere, aufTv 15 es tgelieimniss oder das Leben des1 äffesheilisren Bezug ’ ' ”

o-oucmgen iiezug nehmende FassungijM, im fiebrigen aber mit ihrem römischen

Hegenstück Eingang, Schluss und Zweck~~ ’ft' 0 des alten Dankgebetos — gemein-sa ®. bat. Eine Vorschrift über das ab-schliessende Trishagion giebt wieder daszweite Concil von Vaison c. 3.htatt dor ausgedehnten Gebete des rö-

mischen Kanons hat die gallicanische Li-turgie zunächst einen einzigen, meist dasTrishagion paraphrasirenden Satz, an wel-chen sich die Oration Qui pridie mit derConsecration reiht. Die Consecrations-worte sind nicht überliefert, wol aber dieBenediction der Elemente durch ein mitder ausgestreckten Rechten gebildetesKreuzzeichen (Greg. Tur. De vit. Patr. 16).Schnell folgen jetzt auf einander eine kurzeOration Post mysterium, die Brechungder Hostie, wie es scheint, ohne Gebetdes Priesters, aber vom Gesang einerAntiphon begleitet; sodann nach einer ver-änderlichen Einleitung, welche der Priestersang, das Vaterunser, welches die An-wesenden laut recitirten (Greg. Tur. Demirac. II 30) und ein wiederum sehr kur-zes Gebet des Priesters abschloss.

Der Communion geht die Einsegnungdes Volkes vorbereitend voran (ut in vasbenedictum benedictionis mysterium in-grediatur, sagt Germanus treffend), in ein-facherer Weise, wenn ein Priester cele-brirt (pax, fides et charitas et communi-catio corporis et sanguinis Domini sitsemper vobiscum), in dreifachem, jeweilsmit Amen erwiedertem feierlichen Segens-wunsch, wenn der Bischof die Messe hält.Vorher fordert der Diakon zur Inclinationauf. Die Communion fand in ähnlicherWeise statt wie anderswo. Alle traten zumAltäre, wo die Männer das Sacrament indie Hand, die Frauen auf ein Tuch (do-minicale) erhielten, welch letzteres dasConcil von Auxerre (an. 578, c. 36 u. 42)ausdrücklich vorschreibt. Während odernach der Communion sang man das räth-selhafte Trecanum, welches jedenfalls drei-theilig war und sich auf die Trinität bezog(Trecanum vero, quod psalletur, signumest catholicae fidei de Trinitatis creduli-tate procedere. Sic enim prima in secunda,secunda in tertia et rursum tertia in se-cunda et secunda rotatur in prima, Ger-manus). Zwei Collecten beschlossen Com-munionfeier und Liturgie, weswegen dieletzte auch Consummatio missae heisst.

Speciallitteratur: Morinus Sacra-mentaria et ritualia ex parte Gallic., inseinen berühmten Comment. de sacr. ord.,Par. 1655. Die liturgischen Bücher beiThomasius Cod. sacram. nongentis annis| vetustiores, Rom. 1680, und in seinenOpera, bei Muratori 1. c. und am besteni bei Mahillon De liturg. Gallic. libr. III,

| Par. 1685, und Mus. Ital. t. I. ]). 2, mitvortrefflichen Commentaren. Martbie u.Durand Thesaur. anecdot. t. V, Par. 1717.Mone Latein, u. griech. Messen, Frankfurti 1850. Neale and Forbes The ancient Li-i turgics of the Gallican Chureh, Burntis-i land 1855.