Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Liturgieen.

Die Liturgie der spanischenKirche. Unter diesem Namen verstehen■wir die Liturgie, wie sie seit der Chri-stianisirung Spaniens üblich (hispanica)war, unter den Einflüssen der gothischenHerrschaft sich fortbildete (gothica), nachdem Untergang der letztem bei den unterden siegreichen Arabern wohnenden Chri-sten (mozarabica) sich forterhielt, seitPapst Gregor VII aber der römischenLiturgie weichen musste und, auf sechsPfarrkirchen in Toledo beschränkt (tole-tana), nur durch die Stiftung des Cardi-nais Ximenes vom Untergang bewahrtwurde. Es genügt eine Darstellung ihresVerlaufes, um zu erkennen, dass dieseLiturgie, der römischen fremd wie die galli-canische, mit der letztem bis zur Aehn-lichkeit zweier Recensionen eines Werkesübereinstimme.

Der Priester beginnt das Stufengebetmit einem Ave Maria. Darauf: in nomineDomini nostri Iesu Christi, Amen. SanctiSpiritus adsitnobis gratia und der 42.Psalm.Vor dem Confiteor ist aber, wie in derMailänder Liturgie, der erste Vers vonPsalm 127, überdies eine Invocation derhl. Jungfrau eingeschoben: V. Ora pronobis, sancta Dei genitrix. R. Ut digniefficiamur promissionibus Christi. DasFolgende, wie das Gebet beim Besteigendes Altars, entspricht ungefähr dem römi-schen Ritus. Vor dem Altar angekommen,bezeichnet ihn der Priester mit dem Kreuzund grüsst das Kreuz Christi mit Anti-phon, Versikel und vier Orationen. Sofortwerden unter begleitenden Gebeten dieOpferelemente auf den Altar gesetzt, derKelch bereitet und der Wein mit Wassergemischt. Jetzt erst wird der Introitusgebetet; er gleicht dem römischen, nurlautet die Doxologie: gloria et honor Patriet Filio et Spiritui sancto in saecula sae-culorum. Nach dem Gloria, welches imAdvent und in der Fastenzeit ausfällt, demTäufer zu Ehren auch einmal durch dasBenedictus ersetzt wird, folgt die Oration;vor und nach derselben grüsst der Priester,wie in der gallicanischen Liturgie, mitDominus sit semper vobiscum. Nach kur-zem Zwischengebet (dasselbe lautet hierund später gewöhnlich: per misericordiamtuam Deus noster, qui es benedictus etvivis et omnia regnas in saecula saecu-lorum. Amen) folgen die Lesungen, anFasttagen vier, sonst drei, wie in Gallien.Nach der ersten steht ein Responsorium,Psallendo genannt, die zweite wird mitSilentium facite und Sequentia epistolaePauli etc. eingeleitet, worauf Deo gratiasund am Ende Amen rospondirt wird. DemApostolus folgt Vorbereitungsgebet, prie-sterlicher Gruss und Evangelium, das mit

Lectio bezeichnet wird. Der Chor ant-wortet: gloria tibi, Domine, und am Ende:Amen. Erst jetzt kommt nach aberma-ligem Grusse, gemäss c. 12 der viertentoletanischen Synode (633), das römischeGraduale, Psalmvers und Alleluia, hierLaudes genannt. Inzwischen ist das Mis-sale offerentium, welches den Kanon ent-hält, zum Altar gebracht worden, und derPriester opfert die Elemente mit vier Ge-beten, deren letztes mit dem römischenIn spiritu humilitatis gleichlautet. DemOrate fratres entspricht gleichfalls einGebet, wenigstens dem Sinne nach, ihmfolgt das Seitenstück des römischen Offer-toriums, Sacrificium genannt, hierauf dieHändewaschung und ein Gebet für denI opfernden Priester, womit die Katecliu-menenmesse schliesst.

Die Gläubigenmesse bringt nun die; sieben Orationen, aus denen sie nach demhl. Isidor von Sevilla (De offic. eccl. I 15)besteht, und zwar zuerst die Oratio xar££o-/-qv oder missa, eine Admonition an dasVolk mit der Aufforderung zu Gebet undernster Feier, nach Form und Inhalt mitder gallicanischen Praefatio identisch. Nachkurzem Zwischengehet singt das Volk:agios, agios, agios, Domine Deus, rexaeterne, tibi laudes et gratias. Nach einerFürbitte für die Kirche folgt unter demNamen alia oratio (die zweite isidorische)I eine Invocation zu Gott um Annahme derGebete und Opfergaben. Abermals Zwi-schengebet und dann dieCommemorationen,des Papa Romensis voran, der Apostel undMärtyrer et omnium pausantium, Leben-der und Verstorbener, welche die (dritteisidorische) Oration post nominabeschliesst.Nach dem Zwischengebet bittet die (vierteisidorische) Oration ad pacem um dieseGabe, worauf nach einem feierlichen Wech-selgebet zwischen Priester und Volk undder Doxologie der Kuss ertheilt wird. Involler Uebereinstimmung mit dem galli-canischen Ritus feiert die (fünfte isido-rische) Oration Illatio ausgedehnt undwortreich mit dem Lobe Gottes auch dieHerrlichkeit der Heiligen; die einleitendenVersikel stimmen dem Sinne nach, dasTrishagion wörtlich mit dem römischenüberein; der lateinischen Form ist diegriechische beigefügt: agios, agios, agioskyrie o theos. Eine kurze, nach Tagenveränderte Oration, post Sanctus, ist im-mer eine Umschreibung des Trishagion,worauf unmittelbar die Consecration folgt-Nach der Anrufung des Heilandes, dieOblation zu heiligen, heisst die Consecra-tionsform: hoc est corpus meum, ü u dpro vobis tradetur, und: hic est ca ixnovi tostamcnti in meo sanguine, qm P*vobis et pro multis effundetur in reim