Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Aoyew — Loculus, Locus.

missae celebrentur ab Omnibus, quemProfuturus ... ab ipsa Apostolicae Sedisauctoritate suscepit scriptum). Allein schon25 Jahre später schreibt die dritte Synodevon Toledo (an. 589, anathem. 14) nichtnur eine eigene Doxologie vor (gloria ethonor Patri etc.), die sich in der Liturgieerhielt, sondern setzte auch die Recitationdes Symbolums vor das Vaterunser, woes heute noch steht, womit gewiss derKanon von Braga, wenn er überhaupt prak-tisch geworden, aufgehoben war. Schwerwar die Beseitigung jedenfalls nicht, denndas Volk hielt an der Landesliturgie, wiedenn auch 500 Jahre später selbst einGregor VII trotz der Mitwirkung des Kö-nigs und der Bischöfe nur mit der grösstenSchwierigkeit die alte Ordnung zu ver-drängen vermochte. Im Geiste der drittentoletanischen Synode gab auch die vierteunter Isidor (an. 633, c. 7—16 und bes.c. 18) zahlreiche und zum Theil vom rö-mischen Ritus weit abweichende liturgischeBestimmungen und machte die Beobach-tung einer einzigen, selbstverständlich ihrereigenen Liturgie gleich im ersten Kanonfür den ganzen Bereich der westgothischenMacht in Spanien und Gallien obligatorisch.Endlich stellt noch die elfte Synode zuToledo (an. 675, c. 3) wiederum den Got-tesdienst der Metropole als Norm für dieProvinz fest.

So sind die L. von Spanien und Gallienim Grunde ein- und dieselbe, aber vonder römischen durch tiefgreifende Ver-schiedenheiten getrennt. Eine befriedi-gende Erklärung des wirklichen Verhält-nisses dieser alten Landes-L. zu jener derPrimatialkirche von Rom giebt uns nurdie Anerkennung desselben Gesetzes, wel-ches Bickell für die orientalischen L. nach-gewiesen hat: die wörtliche Ueberein-stimmung einzelner Bestandtheile dergallisch-spanischen Liturgie mit der römi-schen , bei vollständiger Verschiedenheitin anderen Bestandtheilen, weist auf einedritte (Ur-) Liturgie, in welcher die gleich-lautenden Theile ebenmässig standen undaus welcher die römische wie die spanisch-gallische durch Verkürzung entstandensind, welch letztere durch persönliche,locale und zeitliche Verhältnisse beeinflusstwurde.

Zur Litteratur: Missale Mozarabe,iussu Franc. Ximenii per Alph. Ortizium,Canon. Tolet., Toleti apud P. Hagenbach,Alemannum, 1500, schon im 18. Jalirh.äusserst selten; zweite Ausgabe: Missalemixtum secundum reg. b. Isidori dictumMozarab., mit gelehrter Praefatio von Al.Lesley, Romae 1755. Das Brevier, Bre-viarium Gothicum, von Card. Lorenzana,erschien 1779 und brachte den, übrigens

I schon von Sabatier geführten Nachweis,dass der Bibeltext der Liturgie der VetusItala entnommen sei. Lorenzana edirteauch das Missale 1804 zu Rom; Missaleund Brevier bei Migne Ser. lat. t. LXXXVi u. LXXXVI. Dazu Pinius De liturg. antiq.j hispan. in Acta SS. mensis Iulii t. VI (zumj 25. Juli) und separat Romae 1740. Hono-\ ratus a S. Maria Animadv. in usum crit.t. III, Venet. 1739. Florez Dissertacionj histor.-chronol. de la missa antigua deEspana im 3. Bd. der Espaöa sagrada,

1 Madrid 1748. Gams K.-Gesch. von Spanien,: Bd. I, Regensb. 1862. schill.

A0XEIA, Kindbettschenkungen. DasConc. Trullan. 692, c. 79 berichtet, es ,seii an einigen Orten Sitte, dass man sich am1 Tage nach Christi Geburt gegenseitig Spei-! sen zum Geschenk mache zu Ehren derj Kindbett (Äo;sta) der Jungfrau 1 . Es fügtj dann hinzu: ,da aber das Gebären derhl. Jungfrau ohne Kindbett (d. h. ohneGeburtswehen) war, weil wunderbar, soverbieten wir diese Sitte. 1 Nach Andernwären die XoyeTa die sog. Nachgeburt, diesecundinae. Vgl. Ilefele Conc.-Gescli. III340 und Assemani Bibi, iuris oriental. V193 ff.

LOCULUS, LOCUS. Die Bedeutung derj Wörter ist im Allgemeinen in dem Art.Katakomben (II 101) erklärt worden. Lo-cus kommt auf den Inschriften ganz aus-: geschrieben oder (besonders in den Ba-1 siliken, R. S. III 411) abgekürzt L sowolfür das Einzelgrab, als für die ganzeGrabanlage für eine Familie vor (locus■sepullurae), z. B. IIVNC LOCVM CVN-CTIS FRATRIBVS FECI (R. S. I 106);selbst auf heidnischen Inschriften begeg-nen wir für die Area sepulcralis dem Aus-druck LOCVS SEPVLTVRAE (Orelli n-4093. 4502. 4826) und LOCVS SACER,auch einfach LOCVS ( Wilmanns ExempLn. 211). Der t. loculus oder locellus kommt,der erstere für das Grab ( Flin . Nat. hist.

I VII 16, 3), der zweite für den Sarg (FttT\gent. Plac. Expos, serm. antiqui; Acta s.j Alexandri, in Act. SS. Sept. VI 232), imj Alterthum zwar auch vor (so auch in derVulgata, Gen. 50, 25; Luc. 7, 14), niemalsi aber auf Inschriften, wo ausschliesslichI LOCVS, T0II0S gefunden wird. Letztermj begegnet man mehr oder weniger häutigI in Inschriften Siciliens oder Kleinasiens,j in Rom, ausserhalb desselben aber nur; ausnahmsweise (Lyon: Boissieu 597 L1A-,Le Blant I 116). Hier und da ist deiAusdruck locus weggelassen und hinzu-zudenken: PRISCIANI — PRAEIECTl(Mai Coli. Vat. V 399); VICTORIS (Ma-rangoni Act. s. Victor. 91). Dass, W1