Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Mahle.

Yibia in Praetextat ( Garrucci Le sym-bolisme phrygien, Par. 1854, und Storiadelle arte crist. tav. CCCCXCIII f.; KrausDie christliche Kunst u. s. f., Abb. zuS. 217), wo zwei M. dargestellt sind:das irdische der überlebenden Pü , dasder beseligten Iudicati, welche durch denAngelus bonus nach dem Gericht in dieSeligkeit eingeführt sind. Auch die christ-lichen Darstellungen des Sujets müssen,wie die des phrygischen Mischcultus, einesymbolische Bedeutung beanspruchen; er-scheint doch schon in den Apost. Con-stitutionen, welche den Gemälden in S.Pietro e Marcellino ziemlich gleichzeitigsind, die Seligkeit unter dem Bilde desGastmahls: ■ • • xöv xpi'xXivov xwv dvay.eip.E-viov, xouxeaxi xr]v iepäv xal xaSloXixrjv exxXvjaiavEucppatvopevcov xüiv xXrjxcöv xal sufaXXuupevovetc. ( Consi. Äpost. II 5), und ebenso trittuns in den Martyreracten vielfach die Se-ligkeit unter dem nämlichen Bilde ent-gegen. So in dem Martyrium der MärtyrerJacobus und Marianus zu Cirta um 259(. . . quasi ad agapen spiritu dilectionis etcaritatis raperemur . . . eras nobiscum etipsi eoenabitis; Ruinart ed. Amstel. 228).In den von Aube (Rev. arch. 1881, 348 f.Xentdeckten griechischen Acten des Carpus,Papylus und der Agathonice, Märtyrervon Pergamum, sieht Agathonice die Se-ligkeit des bereits auf dem Scheiterhaufenverbrannten Carpus und ruft: xo apuxovxoüxo Ipol yjxotpduxai • Set ouv pe pexaXa-ßoöaav cpaYsTv xot> Ivooljou dpiaxoo. AndereBelege hat Le Blant (Les Sarcoph. d’Arles,p. XXXVI) zusammengestellt. Dahin ge-hören auch die Acclamationen auf Trink-gefässen, wie PIE ZESES (z. B. eine von307 aus dem Coem. Petri et Marcellini,Inscr. I, n. 29). Das refrigerium , refri-gerare der Inschriften bezieht sich gleich-

falls bei den Heiden auf die M. der Fu-neralcollegien, bei den Christen auf dieLiebes-M. Vgl. die Inschriften: IX RE-FRIGERIO ANIMA TVA VICTORINEc Fabretti 547); SPIRITVM TVVM DEVSREFRIGERET (Lupi Sev. epit. 137) unddie Bitte um den locus refrigerii in demMemento der Messe für die Verstorbenen(dazu die Bemerkungen Buonarruoti’s Vetri144). Für die biblische Grundlage dieserAnschauungsweise konnte Martigmj 2 701auf Luc. 12, 37; 22, 29; Tob. 22, 19 ver-weisen und weiter an Tertull. De idol. c. 14erinnern, wo der arme Lazarus an demFestmahle Abrahams Theil nimmt. Wielange sich die Auffassung erhalten hat,ergiebt sich aus dem ebenfalls von Mar-tigny a. a. 0. citirten Basrelief vom Grab-mal der Königin Sancia von Aragon in derKirche S. Maria della Croce in Neapel,wo neun Frauen an einer reich besetztenTafel sitzen, in ihrer Mitte wahrscheinlichdie Königin mit auf der Brust gefaltetenHänden und zum Himmel gerichteten Au-gen ( d’Agincourt Sculpt. pl. XXXI 2 ).

Palidori hatte darauf hingewiesen, dassdie Darstellung des Mahles im OstrianumXS. Agnese) als Pendant die klugen Jung-frauen mit ihren Oellampen hatte. Wasdie beiden sitzenden Gestalten der Ireneund Agape, welche die Gäste bedienen,anlangt, so war er im Zweifel, ob mansich unter ihnen nicht etwa zwei Personenzu denken habe, welche wirklich gelebthatten. De Rosst konnte im Bull. 1882,126 ankündigen, dass der ideale, symbo-lische Charakter dieser beiden Figurenjetzt ausser Zweifel gesetzt sei. Ausserj dem von Bosio entdeckten Gastmahl ( Bosioj R. S. 391; Aringhi od. Rom. II 119; Bot-\tari II 168, pl. CXXVII; Garrucci tav.I LVI; de Rossi Bull. 1882, tav. III; s. oben

Fig. 199. Fresco aus S. Pietro e Marcellino.