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Mappula — Maria.
durch die Kaiser selbst. So wurde die M.eine Insignie der Würde gewisser Per-sonen und fand darum auch Platz in künst-lerischen Darstellungen der alten Römer.Beifolgende Fig. 201zeigt, nach einemElfenbein aus Mai-land (Gori Thesaur.
II, tab. XVIII), ei-nen Consul mit derM., aber nicht mehrin ihrer ursprüng-lichen Form, son-dern in der der Aca-cia , einem läng-lichen , mit Staubgefüllten Kissen (Co-din. De offic. VI 37sieht darin eine Er-mahnung zur De-muth für den Für-sten ; vgl. DucangeDissert. med. aev.tab. VI; Famil. By-zant. n. 60). DieImagines clypeataeunserer altchristlichen Sarkophage habenzuweilen die Bildnisse vornehmer Per-sonen, welche durch den Laticlavus unddie M. eharakterisirt sind, wenn BottariI 73 hierin Recht hat und wir nicht anein Volumen (s. d. Art.) zu denken haben.Dagegen ist die M. noch sichtbar auf eini-gen Consulardiptychen, welche, profanenUrsprungs, in kirchliche umgewandelt wur-den und wo dann aus den Consuln Heiligeoder kirchliche Würdenträger gewordensind. Vgl. d. Art. Diptychen I 369. Dassin älterer Zeit auf christlichen Darstel-lungen Mappae nicht mit Sicherheit nach-gewiesen werden können, erklärt sichtheilweise wenigstens aus dem Umstand,dass die heidnischen Mappae mit den Chri-sten meist peinlichen Scenen geschmücktwaren; vgl. Tertull. De spect. c. 16: nonvident missum quid sit; mappam pu-tant, sed est diaboli ab alto praecipitatifigura.
KRÜLL U. KRAUS.
MAPPULA. Auf dem unter der VignaCassia bei Syrakus vor etlichen Jahrenaufgedeckten, bei de/fossiBull. 1877, 150 f.beschriebenen und tav. X u. XI abgebil-deten Fresco sieht man am linken Armder Defujicta, Marcia, einen mit zweirothen Pönkten besetzten Manipulus. DeBossi 156 sieht hierin das Taschentuch,die puli'i linoslima , pallium linostimum,welches der Liber Pontif. Vit. s. Silvestrlund Vit. Zosimi erwähnt (. . . ut diaconeslaevas tectas haberent hora sacrificii).Marcia trägt es im Augenblicke, wo sievon dem Herrn den Lohn ihrer Thatcn
empfängt. Später wurde diese M. einZeichen der Würde; in Gregors d. Gr.und Conons Zeiten (Greg. M. Ep. II 54. 55;Lib. Pont, in Conon. § 4) stritt man sichum das Vorrecht, siezu tragen, und einneuerer Gelehrter(Colombier La do-nation deConstantinin den Stüdes relig.1877, 826 f.) meintesogar, aus diesemStreite die Entste-hung der constanti-nischen Schenkungableiten zu dürfen.Andere halten diein diesen Contro-versen erwähnte M.für einen Pferde-schmuck , wogegenJoh. von Ravenna beiGreg. M. Ep. II 55sie für ein Kleid derGeistlichen bei denliturgischen Hand-lungen erklärt. De Rossi, welcher diesenGegenstand in neuerer Zeit zuerst wiederberührt hat (a. a. O.), giebt zu, dass eineerschöpfende Behandlung desselben nochaussteht. kraus.
MARANATHA. Den I Kor. 16, 22 vor-kommenden syrochaldäischen Ausdruckp-apav aha (nris n:-im) hat bereits Ilesychiusmit 6 xopioc vjXOsv richtig (an einer an-dern Stelle auch unrichtig = eTSov tovy.upiov) übersetzt. Mit ihr wird das end-gültige Urteil dem Herrn, wenn er zumGericht kommt, überlassen. Man vergl.Weiteres Augusti Hdb. III 11. 15. 405.
MARIA, die Schwester des Moses undAaron, von welcher es heisst (Exod. 15,20 f.): sumpsit ergo Maria prophetissa, so-ror Aaron, tympanum in manu sua, egres-saeque sunt omnes mulieres post oam cumtympanis etchoris, quibus praecinebat etc.,wird vom hl. Ambrosius als Typus der sei.Jungfrau aufgefasst: tune etiam Mariatympanum sumens choros virginales ex-citabit cantantes Domino, quod per maresaeculi sine saecularibus fluctibus trans-ierunt; und De virginit. I: nonne eccle-siae quae religiosos populi coetus qui car-mina divina convincunt immaculato virgospiritu copulavit. Vielleicht hat diese Auf-fassung mitgewirkt, wo M. in den Dar-stellungen des Durchgangs der Israelitendurch das rotho Meer erscheint: so auf demSarkophag-Fragment zu Metz (BknedictinsHist, de Metz I 263; Prost Mem. Mos.XIII 133) und zwei Sarkophagen zu Arles
Fig. 201. Elfenbein aus Mailand.