Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Marienbilder.

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(Le Blaut- Sarcoph. d’Arles n. 36 u. n. 42).Auf dem Metzer Relief sieht man das

Monogramm auf dem Tympanum der

Jungfrau. Ygl. Le Blaut a. a. 0. n. 6 .50. 55. KRAUS.

MARIENBILDER. I. Wir besitzen keinauthentisches Porträt der hl. Jungfrau-,schon der hl. Augustinus (De Trin. VIII)schreibt: ... neque novimus faciem virginisMariae. Es bedarf wol heute keiner grossenKenntniss der altchristlichen Malerei, umdie sog. Lucas-Madonnen als solche aus-zuscliliessen, die nach dem übereinstim-menden Urteil der Kenner kaum in die Zeitder Kreuzzüge hinaufreichen und ledig-lich conventioneile Producte byzantinischerMalerei sind. Abgesehen davon, dass wirauch nicht eine einzige sichere Nachrichthaben, nach welcher der hl. Lucas dieKunst der Malerei geübt habe, wissenwir aus dem hl. Paulus (Kol. 4, 14), dassderselbe vielmehr Arzt gewesen ist. Auchist die Zahl der dem hl. Lucas zugeschrie-benen Madonnenbilder so gross, dass einMethusalem-Alter zu ihrer Anfertigungkaum hingereicht haben würde; ausser-dem spricht auch der Umstand dagegen,dass trotz verschiedener conventionellerUebereinstimmungen der Schule keinePorträtgleichheit zu sehen ist. Wenn nunauch das Porträt als solches in der altenKunst vollständig ausgeschlossen ist, be-gegnet uns doch neben dem guten Hirtenkein Bild so häufig in den Katakombenund auf den Monumenten der ersten sechsJahrhunderte, als gerade das Bild derhl. Jungfrau.

Bis zum Concil von Ephesus (431) hattedie Kunst noch keinen festen Typus inder Darstellung der hl. Jungfrau; erst alsNestorius mit seiner neuen Irrlehre auf-trat, die der hl. Jungfrau ihren wesent-lichen Charakter, die Gottesmutterschaft,absprach, gab das Concil zu Ephesus demGlauben sowol, als auch der Kunst einefeste Richtschnur. Wir haben also zweiPerioden zu unterscheiden: die vor demJ. 431 und diejenige nach dem Concilvon Ephesus, wobei jedoch festzuhalten ist,dass auch die erste Periode die hl. Jung-frau in ihrem wesentlichen Charakter alsGottesmutter auffassto, wenngleich siedafür noch keine typischen Formen hatte.In den ersten drei Jahrhunderten be-gegnen uns hauptsächlich zwei Formender Darstellung der hl. Jungfrau: diehl. Jungfrau unter dem Bilde der Orante,die stehend mit erhobenen Händen betet,und als Mutter mit dem göttlichen Kinde,auf einem Sessel sitzend. Was die Dar-

stellung unter dem Bilde der Orante an-betrifft, so ist es nicht immer möglich, mitapodiktischer Gewissheit in jedem einzel-nen Falle die Darstellung der hl. Jungfrauzu beweisen (de Rossi Imagini scelte 6 );stellten ja doch die alten Christen unterdem Bilde der Orante zuweilen die Kirche(ecclesia orans), eine Märtyrin oder eineeinfache verstorbene Gläubige dar, aber wirhaben doch unumstössliche Beweise, dassgerade in der ältesten Periode der christ-lichen Kunstentwicklung dieses Motiv vie-len sog. Oranten zu Grunde gelegt wurde.Garrucci (III, tav. CXCI 2-8 ; Vetri tav.IX 6. 7 .8. io. ii) publieirt einige Goldgläsermit dem Bilde der hl. Jungfrau (ohne dasJesuskind) in der Gestalt der Orante, woder Name Maria die Identität mehr alszur Genüge feststellt. Einmal erscheintdie hl. Jungfrau an der Seite der hl. Anna(ANNE — MARA, Garrucci XXII 2 ), ein-mal mit der hl. Agnes (AGNES — MARIA,1. c. XXII 8 ); ein anderes Goldglas zeigt

Fig. 202. Goldglas {Garrucci Vetri tav. X 6 ).

uns die hl. Jungfrau als Orante zwischenPetrus und Paulus; auch hier kann keinZweifel sein, denn die beigefügten NamenPETRVS - MARIA - PAVLVS beweisenes zur Genüge (s. unsere Fig. 202). Eineder interessantesten Darstellungen dieserArt bietet uns ein Relief von einem Grabeder Krypta der hl. Magdalena in S. Ma-ximin in der Provence (Garrucci Vetritav. IX; Macar.' Hagiogl. 36; Linas Rap-port sur les anciens vetements sacerd. 54;de Rossi Imagini etc. 5); die hl. Jungfrauist hier ebenfalls als Orante, mit erhobe-nen Händen betend, dargestellt, bekleidetmit einer weiten Dalmatica. Ueber ihremHaupte lesen wir die Inschrift: MARIAVIRGO || MINISTER DE || TEMPVLOGEROSALE (s. unsere Fig. 203). In die-ser ältern Form sehen wir das Bild derhl. Jungfrau auch in dem ältesten Cubi-culum der Krypta der hl. Lucina, wo esdas Pendant bildet zu dem Bilde des gutenHirten.