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Zweiter Band. I - Z.
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Marienbilder.

einer Cathedra in einer mit zwei Pur-purstreifen geschmückten Tunica, dasHaupt mit dem Schleier umhüllt, dasJesuskind auf dem Schosse haltend. Yorihr stehen drei Magier im orientalischenReiseeostüm und mit phrygischen Mützen,die ihr die Gaben darreichen.

Eine wesentliche Abweichung zeigt unsdas berühmte, von P. Marchi in einemArcosolium des Coemeterium der hl. Agnes(Ostrianum) aufgefundene Fresco. Wirsehen hier diehl. Jungfraunur in halberFigur als Oran-te mit erhobe-nen Händen;vom Hauptewallt ein wei-ter Schleiernieder , derHals ist miteiner reichenPerlenschnurgeschmückt;über der Tu-nica trägt sieein weites Pal-lium (oder Stola), das ganz symmetrischüber die Arme herabfällt; vor der Brusterscheint das Jesuskind, zu beiden Sei-ten des Kopfes zwei nach Innen ge-kehrte Monogramme Christi. De Rossisetzt dieses Bild mit vollem Recht in das4. Jahrli., in die Zeit Constantins. Dass■wir auch hier kein Bildniss einer hierbestatteten Mutter und ihres Kindes ha-ben, geht zur Genüge aus dem Umstandhervor, dass die altchristliche Kunst nie

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Fig. 207. Fresco aus S. Aguese.

klar wieder: der Halsschmuck der hl. Jung-frau, die Stellung ihrer Arme und die desgöttlichen Kindes erinnert uns zu deutlichan unser Fresco aus dem Coemeterium vonS. Agnese. Den Platz, den hier die beidenMonogramme einnehmen, behaupten später

die griechischen Siglen MP — 0Y, wie aufdem Steine Fig. 208.

Mit diesem Bilde stehen wir dem J. 431relativ nahe. Es erscheint wol überflüssig,

die Ansicht ei-niger Schrift-steller (E. Da-vid, Raoul Ro-ch ette) zu wi-derlegen, wennsie behaupten,dass erst vomJahre 432 abdie christlicheKunst Mariamit dem gött-lichen Kindedarzustellenanfing, als ha-be sie vorherdie Gottesmut-terschaft derselben nicht betont; die Mo-numente sprechen von selbst und zu lautdagegen. Gerade dieses Dogma zieht sichwie ein Grundgedanke durch alle Darstel-lungen, Fresken wie Sculpturen, hindurch;überall erscheint Maria als Hauptfigur, umdie sich alles Andere accessorisch gruppirt.Die Kunst nach dem J. 431 übernahm nurdie bereits vorliegenden Motive wie einErbe, um sie nun nach Massgabe desDogmas festzuhalten und zu erweitern.

ein solches Sujet in den Katakomben malte : Die Mosaiken von S. Maria Maggiore, un-

und dass der Künstler der grossem Deut-lichkeit halber die beiden Monogramme hin-zufügte, um jeden Zweifel auszuschliessen.Dieses Bild ist besonders interessant da-durch, dass es uns schon die spätere by-zantinische

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Fig. 208. Geschnittener Stein ans derSammlung Vettori (Num. aer.explie. 61.)

ter Sixtus III im J. 432 angefertigt, zeigenuns nur in einigen Accessorien Abwei-chungen von der alten Auffassung, wobeiäussere Einflüsse und die damalige Ver-schmelzung hierarchischer und politischerVerhältnisse des christianisirtcn StaatesManier sozu-: nicht ohne Wirkung geblieben sind. SiesagenimKei- j tragen noch nicht den starren Charakterme zeigt, die | der byzantinischen Kunst, dagegen einedem einmal | starke Verwandtschaft mit den Formenangenomme-j der alten Kunst; in ihnen vereinigen sichnen starren S alle Momente, welche die Kunst bereits vorTypus die | dem J. 431 hatte, um die hl. Jungfrau alsFreiheit der | Gottesmutter darzustellon. Es folgen sichBehandlung 1 die Darstellung der Verkündigung Mariae,opferte. Das, die Anbetung der Magier, die KindheitFresco in Jesu, der bethlehemitischo Kindermord,der Unter- 1 Die Darstellungen des 6. Jahrli. schliessenkirclievon S.j sich, was Scenerio und Auffassung an-Clemente zu ' belangt, an die Mosaiken von S. MariaRom zeigt Maggiore an. [Besonders beliebt werdenuns diesen bald die Sconen, wo Maria zwischen zweiTypus sehr; oder mehreren Heiligen geschildert wird;