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Zweiter Band. I - Z.
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Martyrerblut.

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cilia, die Ruinart nicht einmal in seineSammlung glaubte aufnehmen zu sollen.5) Da so viele Martyeracten verlorengingen, von vielen Blutzeugen, die ja viel-fach ohne gerichtliches Verfahren quasiiure belli (Euseb. Yit. Const. 113) haufen-weise ermordet wurden, keine Acten ver-fasst wurden, so sind die Berichte, welchewir hei den Yätern und alten Kirchen-schriftstellern, denen theilweise die authen-tischen Acten noch Vorlagen, namentlichin Homilien und Hymnen finden, um sowerthvoller. Die Sammlung ßuinarts ent-hält unter ihren 106 Stücken 52 Reden,Hymnen oder Briefe der Kirchenväter übereinzelne M. 6) Falsche Martyreracten wur-den von den Häretikern schon früh im In-teresse ihrer Secten verfasst, deren Lesungdie Trullanische Synode (692) c. 63 denGläubigen verbot. Auch die echten er-litten aus denselben Gründen, wie dieHeiligenacten überhaupt, in späterer Zeitmanche Interpolationen, Erweiterungenund Ueberarbeitungen. Die genauereKenntniss der Denkmäler der Martyrerzeitgestattet, das Wahre von den späterenfalschen Zuthaten in ihnen auf eine frühernicht geahnte Weise zu unterscheiden (deRossi Bull. 1863, 19—22. 90. 91; 1865,20; 1869, 15; 1871, 83—93. 128. 129;1875, 31).

Sammlungen der Martyreracten.Die älteste Sammlung legte der Kirchen-historiker Eusebius im 4. Jahrh. an in sei-nen beiden Werken De martyribus Palae-stinae und Synagoge martyriorum; erste-res ist als Anhang des 8. Buches seinerKirchengeschichte auf uns gekommen,letzteres verloren gegangen. Theodor Stud.(f 826) sah zu Constantinopel eine zweitegrosse Sammlung, welche wahrscheinlicheine Hauptquelle für das Leben der Hei-ligen wurde, das der Kanzler des KaisersLeo d. W., Simeon Metaphr., im 10. Jahrh.bearbeitete. Dasselbe wurde später viel-fach interpolirt und durch Beifügung an-derer Martyrerleben erweitert ( Leo Ällat.De Simeon, script. dissert.; Papebroch InEphem. Graeco-Mosc. XL, Act. SS. t. I,Maii). Im 13. Jahrh. verfasste der Do-minicaner Jac. de Voragine, Erzbischof vonGenua, die berühmte Legenda aurea oder(von dem Schlussabschnitt) Historia lom-hardica, von welcher über 100 Ausgabenund Uebersetzungen in verschiedenen Spra-chen vorhanden sind. Um die Mitte des16. Jahrh. erschienen die Vitae Sanctorumdes Bischofs Al. Lipomanni (Venet. 1551)und das gleichnamige Werk des KölnerKarthäusers Laur. Surius (Col. 1570—75),welche viele Passiones martyrum enthal-ten. Epochemachend wurde des MaurinersTh. Rumart Werk: Acta martyrum col-

Real-Encyklopiulie. II.

lecta, selecta et illustrata, Par. 1689 (diebeste Ausgabe ist die von Yerona, neuherausgegeben Augsb. 1802 durch Galura,und Regensb. 1859), welches den kriti-schen Text der Acten mit gelehrten Ein-leitungen (admonitiones) und Koten giebt.Ruinart sagt selbst, dass er nur die Actasinceriora geben wolle, und in der Thathat er viele unzweifelhaft echte nicht auf-genommen. Der Maronit Steph. EvodiusAssemani veröffentlichte 1748 zu Rom dieActa ss. martyrum Orientalium et Occi-dentalium. Die reichste Sammlung ent-halten die Acta Sanctorum der Bollan-disten, von denen Ruinart nur die 18 erstenBände benützen konnte. Ueher kleinereSammlungen des MA.s und der neuerenZeit s. Ruinart Act. mart. praef. general.§ 1, n. 8; Binierim Denkw. Y, 1, 109 ff.

Litteratur. Ruinart Act. mart. (bes.die Praef. generalis) und Historia persec.Yandal. Binterim Denkw. V, 1, 74—119.Mamachi Antiquit. Christ. 1. II 8. P. Ho-noratus a S. Maria Animadv. in regul. etusum critices t. I. diss. 4 De act. mart.[Gess Das christl. Martyrth., in Zeitschr.f. histor. Theol. 1859. Am ausgiebigstenist die an neuen Gesichtspunkten sehrreiche und viele in dem Obigen nicht be-rührte Punkte mehr historischen Charak-ters zum erstenmal beleuchtende Schriftvon E. Le Blant Les actes des martyrs.Supplement aux Acta sincera de DomRuinart. Extr. des Mem. de l’Acad. desInscr. et belles-lettres, t. XXX, 2® p. Pa-ris 1882, 4°. K.] HEUSER.

MARTYRERBLUT. Durch das Blut desSohnes Gottes, welches mächtiger als dasBlut Abels zum himmlischen Vater ruft,erlöst, betrachteten die Christen es vonAnfang als die grösste Ehre, ihr Blut fürden Herrn als treue Zeugen Christi (Apg.22, 20; Apoc. 2, 13; 6, 9) zu vergiessen.Sie wussten, dass das heidnische Rom sichberauschen werde in dem Blute der Zeu-gen Jesu (Apoc. 17, 6); aber sie wusstenauch, dass dieses Sterben für den Glau-ben ein Kampf sei, in welchem der Ge-tödtete der Held und Sieger, die Richterund Henker die Besiegten seien. Weit ent-fernt, für die Kirche eine Erschöpfung ihrerLebenskraft durch dieses Blutvergiessenzu fürchten, betrachteten sie dieses Blutder Märtyrer als den Samen, aus demzahlreiche neue Christen erwüchsen, san-guis martyrum semen Christianorum ( Tert.Apolog. I). ,Die Güter erhalten wenigerFruchtbarkeit durch das Begiessen, als dieKirche durch das Blut ihrer Märtyrer*(Chrysost . Ilom. de s. luvent. et Maxim.).Darum priesen sie auch die Städte, welchebesonders von M. geröthet wurden; so

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