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Martyrerzahl.
deutung, weil dies Martyrologien einzel-ner Kirchen waren, die nur deren Mär-tyrer und nicht einmal die der benach-barten Kirchen aufführten ( Ruinart 1. c.praef. § II, n. 17—19), zudem nur dieMartyres vindicati darin Aufnahme fan-den. Uebrigens zählt das jetzige römischeMartyrologium allein aus der Stadt Rom13 825 Märtyrer auf, und mit Recht glaubtKraus (Blutampullen, Frankf. 1868, 65;R. S. 166, Note 2) diese Angabe ,als kei-neswegs zu hoch gegriffen und unglaub-würdig erklären zu müssen“, denn (Pau-lin. Poem. XXI):
hic Petrus, hic Paulus proceres, hic martyresomnes,
quos simul innumeros magnae tenet ambitusUrbis.
Zu Rom hatte die Verfolgung besondersgewüthet, und die Verehrung, die manhier den Märtyrern, deren ,tumulorummillia circum“ man erblickte, zollte, wareine Sühne in der Erinnerung, dass dortder Boden ,sanguine iustorum innocuomaduisse“ ( Prudent . Contra Symmach. 1. I
und uns eine so wichtige Schilderung derrömischen Kirchen und Katakomben hin-terliessen (Not. eccl. urb. Rom. in AlcuiniOpp. ed. Emmeran. II 2, 597). Die Zeug-nisse dieser Schriftsteller werden durchdie Denkmäler bestätigt (s. Visconti Mem.Rom. di antifch., Roma 1825, I 112 sqq.).Zu einem solchen Grabe gehörte wol dieGrafitto-Inschrift im Coemeterium S. Cal-listo: SCS CEREALIS ET SALLVSTIACVM XXI (de Rossi R. S. I 280 u. tav.IV; unsere Abb. Fig. 209), nicht aberkönnen die Grabsteine der Katakomben,welche eine Ziffer tragen, ohne Wei-teres als Massengräber von Märtyrernbetrachtet werden, wie Martigny (Art.Martyrs, nombre des) glaubt (s. d. Art.Zahl, Ziffer, und de Rossi R. S. III 413;Inscript. Christ. 3, 8 u. 40 zu den In-schriften n. 2, 4 u. 43; Buonarruoti VetriVIII). Ebenso weisen auf solche Poly-andria römischer Märtyrer die Inschriftauf einer Säule der alten Peterskirche:LOCVS MARTYRVM CCLXVIII INCHRISTO (Bottari R. S. II 173), und dieInschrift über die von Paschalis nach
(X^hr\ XX I
Fig. 209. Gvafitto aus S. Callisto.
516). Prudentius singt auch (Peristeph.hymn. II de s. Laur., str. 136):
vix fama nata est, abditisquam plena sanctis Roma sit,quam dives urbanum solumsacris sepulchris floreat.
Derselbe Dichter, welcher der Zeit derVerfolgung so nahe stand und die römi-schen Cömeterien aus dem Augenscheinkannte, belehrt uns, dass man die Namender Märtyrer nicht sämmtlich wusste, dassaber einzelne Massengräber die Zahl derdarin beigesetzten Blutzeugen angaben:
Phirima litterulis signata sepulchra loquunturmartyris aut lioraen, aut epigramma aliquod.Sunt et muta tarnen, tacitas claudentia tumbasmarmora, quae solum significant numerum.Quanta virüm iaceant congestis corpora acervisnosse licet, quorum nomina nulla legas.Sexaginta illic, defossas mole sub una,
reliquias memini me didicisse hominum: I
quorum solus habet comperta vocabula Christus,utpote quos propriae iunxit amicitiae.(Prudent. Peristeph. XI de s. Ilippol. 5—10.)
A iele solcher Gräber sahen und verzeich-nten die beiden Salzburger, welche umdie Mitte des 5. Jahrh. Rom besuchten
S. Prassede übertragenen Reliquien: SCO-RVM OCT INGENTORVM QVORVM NO-MINA SCIT OMPS hin, sowie die Zeug-nisse über die 80 oder 800 hl. Märtyrer,welche nahe bei dem Grabe der hl. Cae-cilia ruhten (de Rossi R. S. II 155 sqq.).
! Ein noch erhaltenes Denkmal der grossenZahl der römischen Märtyrer sind die Oel-gefässe zu Monza (s. d. Art. Oel, heiliges),welche der hl. Gregor d. Gr. der KöniginTheodolinde schenkte; das Verzeichnissgiebt als Inhalt eines derselben an: ETALI(0 SANCTI MVLTA MILIA (FrisiMem. Cliies. Monz. II 62).
Dodtcell (Dissert. Cypr. XI de paucit.mart., 1684) war der Erste, welcher dieThatsache, dass die Zahl der Märtyrer imrömischen Reiche eine überaus grosse ge-wesen sei, bestritt; er wurde glänzendwiderlegt von Ruinart Acta mart. praef.§ II u. III, n. 12—64; Mamachi Origin.I 459 sqq.; Zaccaria Diss. di stör. eccl.t. XI 1 sqq. Gegen die Ansicht, welchede Buck in der Schrift De phialis rubric.,! Bruxell. 1855, aussprach, die Zahl derrömischen Märtyrer habe nur 4000 be-tragen, wurden gewichtige Gründe geltend: gemacht von Scognamiglio De phiala cru-