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Zweiter Band. I - Z.
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Matutinum — Medaillen.

liehen Stuhle ( Lib. pontif. in Paschali I,§ 30), ebenso in der Kirche der hhl. Cos-mas und Damian {de Rossi Bull. 1867, 72)und S. Severo zu Neapel (Bull. 1880, 149),eine Anordnung, wofür schon in den Ka-takomben, im Coemeterium Praetextati,eine Analogie gegeben gewesen zu seinscheint {de Rossi Bull. 1870, 46). Manvgl. die Abbildung der I 120 erwähntenBronce-Lampe Fig. 216 und den Grund-riss Fig. 217. WANDINGER.

MATUTIM’M, s. Officium.

MAUS. In dem 1544 in der kleinenRundkirche der hl. Petronilla beim Vati-can aufgedeckten Grabe der Kaiserin Ma-ria, Stilico’s Tochter und Honorius’ Ge-mahlin, fand sich unter dem die Gebeineder Fürstin begleitenden mundus muliebris,dessen Yerzeichniss uns Lucius Faumts(Antich. Rom. lib. III, c. 10; vgl. Can-cellieri De secretariis vet. basilicae Yatic.p. 995—1002. 1032—1039; dazu BullingerEp. ad Yadianum, bei Goldast Centuriaepist. philol. 332, und bei Martine Deantiq. eccl. rit. II 1033; de Rossi Bull.1863, 37. 53 f. 93) hinterlassen hat, nebstanderen kleinen Thieren auch eine gol-dene M. — sorex ex chelidonio lapillo. Ichmuss es Andern überlassen, die Anwesen-heit dieses Tliieres in einem Grabe zuerklären und die Frage zu erörtern, inwelchem Zusammenhang dieselbe mit an-tiken oder auch später nachgewiesenenVorstellungen steht. kraus.

MEDAILLEN, christliche, sind eine be-sondere Art der Enkolpien (s. d. Art.),welche nicht, wie manche Münzen des4. Jahrh. mit christlichen Symbolen, be-sonders solche des Maxentius, zur frommenVerwendung hinübergenommen, sonderndirect zu diesem Zwecke angefertigt wur-den, auch nicht durch Präge hergestellt,sondern einzeln eingravirt, und zwar, wiees scheint, mit spezieller, individueller Be-ziehung. Früher wenig beachtet und inFolge einer irrigen Auffassung zuerst vonDucange Diss. de nummis imperat. Con-stantinop. n. XXVI, dann auch von Ban-dura (Num. Imp. II 738) und von Eckhel(Doctr. Num. VIII 251) den Münzen ange-reiht, wurden diese Gegenstände christli-cher Andacht von de Rossi in ihrer Bedeu-tung anerkannt und ihre Geschichte syste-matisch dargestellt (Bull. 1869 , 33—54,48—64), auch auf der Tav. zu Bull. 1869,48, zehn in dem christlichen Museum dervaticanisclien Bibliothek befindliche Exem-plare abgebildet. De Rossi unterscheidetsie nicht nur von den durchlöcherten Mün-zen mit christlichen Symbolen, von den,Bullae 1 , die, durch ein christliches Zeichen

geheiligt, sonst den heidnischen ähnlichwaren, und von anderen christlichen En-kolpien, wie Fischen, Reliquiarien, parvaEvangelia, Kränzen u. s. w., sondern auchvon den in Relief auf nur einer Seite ge-arbeiteten christlichen Medaillons, wie desberühmten mit den ältesten Bildnissen derApostelfürsten, welche nicht als Enkolpien,sondern zum Schmuck von Möbeln u. dgl.dienten. Die chronologische Reihenfolgeder M. ergiebt sich aus ihren Darstellungen:

I. M. mit Bildern des ältestenikonographischen Cyklus. M. mitden isolirten Symbolen der ältesten Zeit,z. B. dem Fische oder dem Anker, sindbis jetzt nicht bekannt, aber Darstellungendieser Symbole wurden als Enkolpien ge-tragen (s. d. Artt. Fisch und Enkolpien).Derselben Zeitgehört aber dasBild des gutenHirten an, wel-ches sich frei-lich auch bisin die Zeitendes Triumphesder Kirche er-hielt. Wir er-blicken das-selbe auf derMedaille bei deRossi 1. c. tav.n. 1; s. unsereFig. 216, undzwar in einer

Fig. 218. Medaille mit demguten Hirten.

classischen Composition,wie wir sie auf Sarkophagen des 3. undvielleicht schon des 2. Jahrh. ganz ähn-lich finden, und es liegt kein Grund vor,die Medaille späterer Zeit zuzuschreiben.Die Schafe, in verschiedene Gruppen ver-theilt, weiden, springen oder ruhen unterden Augen des guten Hirten, welcher,auf seinen Hirtenstab gelehnt, unter demmystischen Oelbaum steht: der Hund zuseinen Füssen hat die Augen zu ihm em-porgewendet.

II. M. aus der ersten Zeit desFriedens und des T r i u m p h e s (4. und5. Jahrh.). Dieser Periode sind die M. zu-zutheilen, welche durch die offenen Zeichendes Christenthums und durch ihre Dar-stellungen als nach den Verfolgungen ent-standen erscheinen, aber noch keine Spurendes 6. oder 7. Jahrh. und der beginenndenbyzantinischen Kunstrichtung zeigen. Dieeinfachsten tragen auf der einen Seite dasMonogramm Christi, während die Rückseiteglatt gelassen ist. So die in einem Locu-lus gefundene {Aringhi R. S. II. 567 ; s. d.Art. Amulet Fig. 31); ferner eine im christ-lichen Museum der vaticanisclien Biblio-thek, welche ein lateinisches Kreuz zwi-schen A und Q zeigt (Abb. bei de Rosst