Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Ministern sacra —• Ministra.

ed. Ratisb.). M. C. nennt der MärtyrerAemilianus sich und seine Leidensgefähr-ten (Ruin. 271); als ,generosissimus pugilChristi 1 wird der Märtyrer Maturus in demencyklischen Schreiben der Gemeinde vonVienne charakterisirt ( Euseb. Hist, eccles.V 1). [Unser] ,Stationsfasten hat von einerEinrichtung beim Militär — denn wir sindja auch Streiter Gottes (militia Dei su-mus) — seinen Namen bekommen 1 , schreibtTertullian (De orat. c. 19). Und in seinerExhort, ad mart. c. 3 sagt er von denChristen: ,wir sind zum Kriegsdienste deslebendigen Gottes berufen . 1

Die Aufnahme als Streiter in denHeerbann Christi fand statt in der Taufeund der meistens damit verbundenen Fir-mung. Daher die dem militärischen Sprach-gebrauche entlehnten Ausdrücke: ,Christoadscribi' — ,sponsio seu stipulatio obe-dientiae erga Christum 1 — .auv-rdaascdlaiX P isTiih (Coust. apost. VII 41; Basil. Ilom.13 ad bapt.; Chrysost. Hom. 6 in Coloss.).,Der Fahneneid, den der Christ nach-spricht' ( Tertull. Ad mart. c. 3), ist dieabrenuntiatio satanae und das Gelöbnissder Treue gegen Christum. ,Ich bekennemich zur Zahl deiner Streiter, o Christus,und zum Gehorsam gegen deine Gesetze',lautete eine der Formeln dieses Eides(vgl. Bingham Orig. p. IV, 1. XI 7). ,DerFeld oberste ist Jesus Christus, der[den Christen] mit dem hl. Geiste gesalbtund auf den Kampfplatz geführt hat'

( Tertull. Ad mart. c. 3). ,Das gereinigteKrieger ge wan d‘ ist ,das weisse Lin-nengewand' der Taufe ( Victor Vit. V 9).Die kennzeichnende Marke (signaculum,sigillum, crcppa 71 ;, Hermas Past. simil. IX16; Tertull. De coron. milit. c. 3), welcheder Streiter Christi empfing ( Chrys. Hom. 3in II ad Cor.), ist das lil. Kreuzzeichen;(Tertull. De resurr. c. 5). Der Feind ist jhauptsächlich der Satan. ,Quemadmodum !Christus post baptismum et sancti Spiritusin se adventum egressus debellavit adver-sarium; ita et vos post sacruin baptismaet mysticum unguentum, induti totam jsancti Spiritus armaturam, adversus ap- ipositam potestatem consistitis eamque de- jbellatis' (Cyrill. Hierosol. Catech. 21).

M. C. und Agonistici betitelten sich selbstdie aufgeregten donatistischen Schaaren,welche, gewöhnlich Circumcellionen ge-nannt, in Numidien und Mauretanien dieKatholiken überfielen, plünderten undmisshandelten.

Sorores de militia Christi nannte derhl. Dominicus den weiblichen Zweig seinesOrdens. münz. !

MINISTERIA SAC 11 A s. ecclesiastica, die jgottesdienstlichen .Utensilien, der liturgi-

sche Apparat; so schon in der Iustiniani-schen Gesetzgebung Cod. de Sacros., beiGregor. Tur. Hist. Franc. III, c. 10; Lib.Pontif. Vit. Urbani I ad a. 230; Baron.Ann. ad a. 303; bes. Vict. Vit. De persec.Vandal. I; Ducange-Henschel IV 419.

MINISTERIALKELCHE, s. Kelch.

MINISTERIUM hat in der spätem Kir-chensprache ausser dem sub Ministeriasacra angegebenen Sinn mannigfache Be-deutungen, welche indessen für das christ-liche Alterthum nicht nachzuweisen sind.Dazu gehören: 1) M. = Credenztisch;2) M. divinum = die hl. Messe; 3) derDienst in den Häusern der Fürsten undGrossen; 4) der District, innerhalb dessendie Officialen und Ministerialen ihre Be-fugnisse ausübten; 5) jedes Amt, daherdas franz. mestier; 6 ) ein Benefieium;7) der District einer Vicarie; 8 ) villa, prae-dium rusticum.

Die Aufsicht über die Confessoren heisstbei Gypr. Ep. 20 M. floridiorum.

MINISTRA, als Name für eine miteinem kirchlichen Dienst betraute Frauens-person, begegnet uns in dem Briefe Pli-nius d.- J. an Kaiser Traian über dieChristen. Nach längeren Untersuchungenüber Leben und Sitten der Christen wen-det er zuletzt die Folter an und schreibtdarüber an Traian: ,quo magis neeessa-rium credidi, ex duabus ancillis, quae mi-nislrae dicebantur, quid esset veri, et pertormenta quaerere' (Plin. Ep. X 97). Ancillaeund Ministrae dürfen hier nicht als vollkom-men synonym aufgefasst werden, denn einesolche unnöthige, leere Wiederholung derBegriffe verträgt sich weder mit dem per-sönlichen Stil des Plinius, noch mit demErnst eines amtlichen, kurzgefassten Re-ferates. Das ,quae ministrae dicebantur'bezieht sich nach dem im Briefe des Pli-nius Vorausgegangenen offenbar auf einenDienst, welchen die beiden Ancillae nebenihrer allgemeinen bürgerlichen oder socia-len Stellung ausserdem innerhalb der christ-lichen Kirchengemeinschaft bekleideten.In dieser Beziehung konnte der Name ,M.‘dem Plinius nicht auffallend sein. DenRömern waren ja ,Ministri‘ und ,Ministrae'als Diener und Dienerinnen einer Gottheitoder beim Götterdienste wol bekannt.Vgl. Salmas. ad Vopisci Aurel, c. 35. Ovidnennt uns die Vestalin Sylvia als die ,pa-riens ministra'. Uebor die Natur des weib-lichen Kirchendienstos der beiden gefol-terten Ancillae kann kein Zweifel bestehen.Dass der Dienst ein untergeordneter war,liegt schon im Worte M. selbst; denn Mi-nistri und Ministrae als Cultpersonen be-zeichneten bei den Römern die untere dritte