Ministri — Missa.
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Klasse der Diener der Sacerdotes und Pon-tifices, etwa entsprechend den vsojzopot derGriechen. Aus den Briefen des hl. Paulusergiebt sich, dass die Ministrae im Pli-nianischen Briefe nichts Anderes gewesensein konnten, als die Diaconissae (cd 8id-y.ovoi, Rom. 16, 1) der alten Kirche, dennin der hierarchischen Ordnung der erstenZeiten der Kirche war das Amt der Dia-konissinnen » viduae) die einzige
kirchendienstliche Stellung, zu welcherFrauenspersonen zugelassen wurden (s. d.Art. Diaconissa). Conform mit dem ,Mi-nistrae 1 bei Plinius übersetzt die Vulgatadie Stelle bei Röm. 16, 1: ,ouvto-nf)|xt Sk u|xiv•I'fußrjv ... oujcxv Sidxovov x% ey.y.Xy]:nac xrjc svKsf/pEaT? 1 durch: ,commendo autenj vobisPhoeben . . . quae est in ministerio eccle-siae, quae est in Cenchris. 1 krüll.
MINISTRI, s. Diakonen I 356.
MIRABILIA URBIS ROMAE, s. d. Art.Katakomben II 101.
MISSA. Dieser seit dem frühen MA.gewöhnlichste Name des hl. Messopfersstammt allerdings nicht, wie man frühervielfach meinte, aus dem apostolischenZeitalter, noch aus dem Griechischen odergar Hebräischen, sondern ist das latei-nische Wort missio in einer Ablautform,wie sie schon in der classischen und nochmehr in der spätem Zeit nicht selten ge-bildet wurde. Schreibt doch schon Cicerocollecta statt collectio, ebenso Tertidlian(Adv. Marc. IV 18) und Cyprian (De bonopat.) remissa statt remissio u. s. w. Da-mit ist auch die Grundbedeutung desWortes gegeben. M. ist ,Entlassung‘einer Versammlung überhaupt, einer reli-giösen wie einer weltlichen. Diese bestandbei den Römern nicht bloss im Aufhebender Verhandlung und Auseinandergehender Versammelten, sondern wurde, ent-sprechend dem juridisch-förmlichen Sinnejenes Volkes, in bestimmt fixirten Aus-drücken verkündigt. Wie darum in alterZeit die Versammlungen des Senats und derOomitien mit eigenen Formeln geschlossenwurden, so scheint auch das Wort M.ursprünglich einem ähnlichen Zwecke ge-dient zu haben, wofür Erzbischof Avitusvon Vienne am Ende des 5. Jahrh. Zeug-niss giebt, nach welchem unser Terminusbei Beendigung des Gottesdienstes, sowieauch der GerichtsverhandlungenVerwendung fand (Ep. ad Gundobald., beiGalland. B. P. t. K: in ecclesiis palatiis-que sive praetoriis missa fieri pronuntiatur,cum populus ab observatione dimittitur).
Der Gebrauch unseres Ausdrucks beiden Christen wird sich urkundlich vordem Zeitalter des hl. Ambrosius (f 397)
nicht nachweisen lassen, da zwei Briefeder Päpste Pius I und Cornelius an zweiBischöfe von Vienne, angeblich aus denJahren 166 und 252, die denselben ent-halten, seit Coustant für unecht gelten.Dafür findet sich M. bei Ambrosius selbstzweimal, und zwar beidemal zur Bezeich-nung der Messfeier (Ep. 20, ed. Migne:missam facere coepi, dum offero etc.;Serm. 25: quotidie audiat missam). Uebri-gens war letztere Bedeutung noch langenicht die ausschliessliche, nicht einmaldie gewöhnliche, wie sich schon bei Au-gustinus zeigt, der zwar einmal (Serm. 91de temp.: in lectione, quae nobis ad mis-sas legenda est) unter M. sicher das hl.Opfer versteht, sonst aber gewöhnlich fürdieses andere Namen und M. selbst einanderes Mal in der Grundbedeutung ,Ent-lassung 1 gebraucht (Serm. 49, 8, Migne,alias 237: post sermonem fit missa cate-chumenis, manebunt fideles etc.). In die-ser Grundbedeutung findet sich M. sodannmehrfach bei Cassian (f um 435 ; De inst,coenob. III 7: missa congregationis; III 8:post missam vigiliarum usque ad lucis ad-ventum; NI 15: catechumenis missam ce-lebrare), ferner in dem jedenfalls ausdieser Zeit stammenden c. 84 einer an-geblichen vierten Synode von Carthago(der Bischof soll Niemanden hindern, dieKirche zu betreten und das Wort Gottes| zu hören, usque ad missam catechumeno-rum); endlich in dem echten c. 4 derSynode von Lerida im J. 524: usque admissam cat., vielleicht auch in der Beiie-dictinerregel (cap. 17: missae fiant).Vgl. Isidor. Hisp. Etymol. VI 19: missatempore sacrificii est, quando catechumeniforas mittuntur.
Wie kommt aber der Ausdruck M. (Ent-lassung) dazu, officieller Name desOpfers zu werden ? Man hat die Arcan-disciplin beigezogen, die damit die Ver-hüllung des Geheimnisses durch einenNamen, der dem Profanen entweder ineinem andern Sinne geläufig oder schleclit-1 hin unverständlich war, bezweckt habe;
! man hat insbesondere auf die feierliche: Entlassung der Katechumenen und Büsser; hingewiesen, welche bei der heiligen Hand-j lung den meisten Eindruck gemacht und ihri so den Namen gegeben habe. Bossuet hatj blendende Worte zur Empfehlung der letz-tem Erklärung geschrieben (Explicationde quelques difficultes, Oeuvres t. XIII);gleichwol unterstellt sie den Christen, diezuerst das hl. Opfer mit M. bezeichneten,i einen Mangel an Verständniss und eineI Aeusserlichkeit des Gemüthes, die durchi nichts begründet sind. Die Berufung aufi eine Arcandisciplin in der lateinischen! Kirche des 4. und 5. Jahrh. ist an sich